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Der lange Weg neuer Medikamente

Standort im Grünen: Penzberg

Standort im Grünen: Penzberg

Eine kleine Gruppe von 14 e-fellows aus dem Fachbereich Biologie-Biochemie nahm an der Veranstaltung "Face-to-Face" mit Vertretern von Roche Diagnostics in Penzberg teil. Bezogen auf Alter und Studienfortschritt waren wir eine recht heterogene Gruppe. Deshalb reisten wir auch mit vielen unterschiedlichen Fragestellungen und Erwartungen an. Jeder freute sich jedoch, im Lauf des Nachmittags einen Blick hinter die Kulissen des großen Pharma- und Biotech-Unternehmens werfen zu können. Die Gelegenheit zur Diskussion mit leitenden Angestellten von Roche bietet sich während des Studiums oder der Promotion an akademischen Instituten selten.
 

Ein Konzern, zwei Divisionen
 Erika Dillmann, Referentin Personalmarketing, leitete die Veranstaltung ein. Zudem konnte jeder e-fellow seine Erwartungen und Fragen an die Mitarbeiter von Roche kurz darstellen.Danach brachte uns Erika Dillmann das Unternehmen Roche in Fakten und Zahlen näher. Roche beschäftigt als international agierendes Unternehmen rund 65.000 Mitarbeiter in 150 Ländern. Penzberg ist neben Mannheim und Grenzach einer der drei Standorte in Deutschland. Wir erfuhren, dass der Roche-Konzern sich in zwei große Divisionen, Pharma und Diagnostics, unterteilt. Das Werk Penzberg ist der einzige Roche-Standort weltweit, an dem Forschung, Entwicklung und Produktion für beide Divisionen, Diagnostics und Pharma, betrieben werden. Dadurch erleichtert sich auch der Austausch zwischen beiden Sparten. Was vielen unter uns noch nicht bekannt war: Roche ist mittlerweile eines der größten Biotechnologie-Unternehmen der Welt und speziell das Werk Penzberg ist eines der größten Biotechnologie-Zentren Europas. Die vielen Baumaßnahmen zur Expansion waren jedem von uns schon bei Ankunft auf dem Firmengelände aufgefallen. Laut Frau Dillmann zeichnet sich Roche Diagnostics zusätzlich durch ein attraktives Arbeitsumfeld für seine Mitarbeiter aus. So wurde Roche Diagnostics von der Corporate Research Foundation 2005 zum zweiten Mal der Titel "Top-Arbeitgeber" verliehen. Wie die meisten e-fellows bereits wussten, trägt Roche zudem das Gütesiegel "Fair Company" des Magazins "karriere".
 

Zwei Geschäftsfelder stellen sich vor
 Zwei leitende Angestellte aus dem Bereich Pharma stellten im Anschluss daran sich selbst, ihren Werdegang und ihre Arbeit im Unternehmen vor. Dr. Ralf Schumacher arbeitet bei Roche Diagnostics im Bereich Pharma Research. Er gehört mit seinem Aufgabengebiet "Forschung und Entwicklung von therapeutischen Proteinen" dem Biotechnologie-Sektor in Penzberg an. Dr. Alfred Mertens ist in Penzberg als "Head of Chemistry" tätig. Seine Abteilung arbeitet unter anderem an der Erforschung neuer onkologischer Therapeutika. Dazu gehört das Screening kleiner Moleküle.
 

Akademische und angewandte Forschung
 Beide Mitarbeiter stellten die Arbeitsabläufe ihrer Abteilung, Methoden und verschiedene schon zugelassene Therapeutika vor. Es war toll, dass die beiden Referenten so gut auf uns e-fellows eingingen, um möglichst alle der unterschiedlichen Fragen zu beantworten. So beschrieben Ralf Schumacher und Alfred Mertens Unterschiede zwischen akademischer und angewandter Forschung. Im Gegensatz zur Grundlagenforschung wird ein Großteil der Ideen zur Entwicklung neuer Pharmaka auf Kongressen oder durch das Lesen von Veröffentlichungen eingeholt, nicht durch betriebsinterne Forschung. Zudem sprachen sie auch offen die Probleme an, mit denen man als Wissenschaftler in der angewandten Forschung zu kämpfen hat. Nur wenige Mittel schaffen es von der Idee über die langen Entwicklungs- und Test-Phasen bis hin zur Zulassung. Frustrationstoleranz ist also in der industriellen Forschung ebenso wichtig wie in der akademischen Forschung. Laut den Referenten haben sie ihren Schritt in die angewandte Forschung nie bereut. Die Aussicht, durch neu entwickelte Medikamente helfen zu können, ist für beide das Erfüllende in ihrem Job.
 

Roche schon im Studium kennen lernen
 Anschließend informierte uns Erika Dillmann über die Möglichkeiten, Roche schon während des Studiums im Rahmen eines Praktikums, einer Diplomarbeit oder Promotion kennen zu lernen. In allen drei Fällen kann eine Bewerbung nur auf ausgeschriebene Themenstellungen erfolgen. Für einen Berufseinstieg gibt es zwei Möglichkeiten: den Direkteinstieg und den Einstieg über das auf drei Jahre ausgelegte "Managment Start Up Programms" für promovierte Naturwissenschaftler. Interessant daran fand ich, dass man neben der Arbeit an einem Forschungs- oder Entwicklungsprojekt (on the job) auch noch zusätzliche Kompetenzen, zum Beispiel im Management erwerben kann (off the job). Zusätzlich erhält man begleitend zum Programm Mentoring und Feedback über die eigene Arbeit.
 

Ausklang des Nachmittages
 Nach den informativen Vorträgen konnten wir in einer lockeren Gesprächsrunde bei einem kleinen Imbiss Erika Dillmann und Alfred Mertens noch weitere Fragen stellen. Diskutiert wurden unter anderem Karrieremöglichkeiten für Naturwissenschaftler bei Roche außerhalb des Labors. In kleinerem Rahmen ging Alfred Mertens auf ganz individuelle Themen ein, was dann auch die unterschiedlichen Studienfortschritte der einzelnen e-fellows berücksichtigte. Auf Nachfrage erklärte er sich netterweise sogar bereit, einige Studenten durch Labore zu führen.

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