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Blutzuckermessgeräte in Handys

Durch die Vogelgrippe erschien Roche mit seinem Medikament Tamiflu in den letzten Wochen öfter in den Medien. Was verbirgt sich jedoch noch hinter dem Unternehmen? Wo liegen potenzielle Betätigungsfelder für einen Physiker? Durch "Face-to-Face" habe ich mir Antworten erhofft. Wie sich herausstellte, war ich als Physiker kein Exot unter den Teilnehmern. Schnell kamen wir in der Empfangshalle von Roche in Mannheim miteinander ins Gespräch und es zeigte sich, dass wir alle mit den gleichen Fragen angereist waren.
 

Das Unternehmen Roche Diagnostics
 Bereits bei dem Fußweg von der Empfangshalle zum Vortragszimmer kam man sich vor wie in einer Kleinstadt. Um ein genaues Bild von Roche zu erhalten, präsentierte uns Ulrike von Faber als Referentin vom Personalmarketing Zahlen und Fakten zum Konzern. Roche gliedert sich dabei grob in die beiden großen Abteilungen Pharma und Diagnostik, wobei der Konzern Weltmarktführer in Letzterem ist. Ungefähr die Hälfte des Umsatzes wird dabei vom Bereich Diabetes Care eingefahren. Während Accu-Check noch ein Begriff war, war die Überraschung groß, dass ein Großteil von Diagnosegeräten in Großlabors und Kliniken von Roche stammt. So hatte jeder von uns, teils unwissentlich, bereits Kontakt mit dem Unternehmen. Nachdem wir nun mehr über Roche wussten, war jedoch noch immer nicht klar, wozu wir Physiker denn nun gebraucht werden.
 

Physiker bei Roche Diagnostics
 Damit langsam Licht ins Dunkel kommt, waren Dr. Joachim Döpper (Abteilungsleiter der Mechanik Entwicklung, studierter Physiker) und Dr. Volker Hüllen (Gruppenleiter in der Function Reagence & Processess und Leiter der Funktion Systemmesstechnik, studierter Biologe) anwesend. Anhand der Lebensläufe wurde dann schon schnell klar: Roche Diagnostics ist nicht der ideale Arbeitgeber für theoretische Physiker. Bei Roche werden Physiker neben anderen Naturwissenschaftlern und Ingenieuren bevorzugt in der Entwicklung neuer Techniken und Weiterentwicklung bereits vorhandener Geräte eingesetzt. Aus diesem Grund empfahl Dr. Joachim Döpper auch, sich bereits während des Studiums auf die angewandte Physik zu spezialisieren. Da man das Methodenwissen schätzt, bietet sich nach einer Praxiszeit die Möglichkeit, eigene Verantwortung über Mitarbeiter und kleinere Projekte zu übernehmen. Nachdem die Vorstellung von möglichen Arbeitsgebieten Gestalt annahm, holten beide ältere und aktuelle Modelle der Accu-Check Reihe hervor.
 

Accu-Chek das Praxisbeispiel
 Accu-Checks dienen Diabetikern dazu, ihren Blutzuckerspiegel zu messen. Während die aktuellen Geräte eher nach Handys aussehen und in wenigen Sekunden Auskunft geben, musste man früher noch selbst an Hand einer Farbskala seinen Blutzucker bestimmen. Obwohl das moderne Gerät mit der alten Methode nur den Teststreifen gemeinsam zu haben schien, wurden wir schnell eines anderen belehrt. Anstatt des Menschen ermitteln nun eine LED und eine Photodiode den Wert. Dank der Einzelteile wurden zudem schnell die kleinen Tricks deutlich, die das Produkt immer weiter verbessern. Endlich konnten wir auch direkt erkennen, wozu wir unser gelerntes Wissen einsetzen können. Es war schon sehr faszinierend, über diese ganzen Details informiert zu werden, zu sehen, was alles hinter einem Produkt steht.
 

Einstiegsmöglichkeiten
 Nachdem wir mitbekommen haben, welche Tätigkeitsfelder in Frage kommen, zeigte uns Ulrike von Faber die Einstiegsmöglichkeiten bei Roche Diagnostics. Neben einem normalen Praktikum besteht auch die Möglichkeit an der Teilnahme des "Projects & More"-Programms. Hierbei wird man einem festen Projekt zugewiesen und erhält auch die nötigen Seminare, um effektiv mitarbeiten zu können. Nach Abschluss hält man dann einen Vortrag vor seinen Kollegen und erhält entsprechendes Feedback. Laut Ulrike von Faber gibt es auch ein Management Start Up Programm, das jedoch nur für Naturwissenschaftler der Fachrichtungen Chemie, Biologie, Biochemie, für Ingenieure, Informatiker und Wirtschaftswissenschaftler angeboten wird. Wer hierzu mehr erfahren möchte, kann sich auch auf den Seiten von Roche über alles informieren.
 

Ausklang eines angenehmen Abends
 Im Anschluss konnten wir mit den Vortragenden und e-fellows Mitarbeitern persönlich bei einem kleinen Imbiss reden und Fragen stellen. Nach Dr. Joachim Döpper hat Roche zum Beispiel sogar versucht, Accu-Check Geräte in ein Handy zu integrieren. Das scheiterte jedoch an den unterschiedlichen Produktzyklen. Durch die sehr angenehme und lockere Atmosphäre unterhielten wir uns über alle möglichen Themen. Insgesamt habe ich sehr viel von der Veranstaltung und den Diskussionen zum Schluss mitnehmen können und bedanke mich recht herzlich für diese Veranstaltung und das lockere Ambiente.

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