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Großkanzlei geht auch anders

Letzten Sommer hatte ich ein sechswöchiges Praktikum im Rechtsgebiet M&A bei einer Großkanzlei in der Frankfurter Innenstadt gemacht. Da ich auch die Arbeit in einer etwas anderen Großkanzlei kennen lernen wollte, entschloss ich mich für ein Praktikum im gewerblichen Rechtsschutz bei der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft. Ich war sehr gespannt, welche Parallelen und welche Unterschiede ich feststellen würde.
 

Eschborn - Sitz einer großen Kanzlei
 "Ab Frankfurt West mit der S3 Richtung Bad Soden und dann in Eschborn-Süd aussteigen." Eschborn? Nie gehört. Konnte das wirklich die Wegbeschreibung zu einer Großkanzlei sein?
 Als ich am nächsten Morgen aus dem Zug stieg, war ich sehr überrascht, riesige Bürokomplexe von Arcor, der Deutschen Bank sowie der Deutschen Telekom zu erblicken. Ein verschlafener kleiner Frankfurter Vorort - so wie ich mir Eschborn vorgestellt hatte - sah definitiv anders aus. In den vier Eschborner Gewerbegebieten arbeiten ungefähr 30.000 Menschen. Eschborn-Süd ist mit 20.000 Arbeitsplätzen das größte. 90 Prozent davon sind im Dienstleistungsbereich angesiedelt. Die Luther Rechtsanwaltsgesellschaft befindet sich einige Gehminuten vom Bahnhof entfernt und teilt sich das Bürogebäude mit der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst&Young.
 

Die Full Service-Kanzlei
 Bei Luther angekommen, empfing mich die Sekretärin des für mich zuständigen Partners freundlich. Ich erhielt sofort einen eigenen Laptop, der es mir neben dem normalen Internetzugang auch ermöglichte, auf das Intranet und damit auf sämtliche Dokumente der Kanzlei zuzugreifen. Dann ging es weiter zu dem für mich zuständigen Partner Dr. Wulff-Axel Schmidt. Er nahm sich viel Zeit, mir die Abläufe und Philosophie von Luther näher zu bringen. Luther versteht sich als Full Service-Kanzlei. Sie ist nicht nur auf einige Bereiche spezialisiert, sie deckt sämtliche Beratungsfelder ab. Natürlich muss ein bei Luther arbeitender Anwalt nicht in sämtlichen Beratungsfeldern tätig sein. Die in ihren Rechtsgebieten spezialisierten Rechtsanwälte sind in Service Lines zusammengeschlossen. Ich arbeitete in der Service Line IP/IT mit, die neben dem gewerblichen Rechtsschutz auch den Bereich des elektronischen Geschäftsverkehrs und des Datenschutzrechts umfasst.
 

Eine typische Großkanzlei?
 Mit 40 Mitarbeitern in Eschborn ist Luther auf den ersten Blick nicht das, was man sich als Student unter einer typischen Großkanzlei vorstellt. Während viele Großkanzleien wenige und dafür riesige Büros besitzen, ist Luther mit 13 Standorten in Deutschland eher eine Ausnahme. Um den Überblick über die Arbeitssituation der Büros zu behalten, gibt es montags bei jeder Service Line einen "Conference Call", bei dem über die Auslastung der verschiedenen Büros und die kommende Arbeitswoche gesprochen wird. Für mich als Praktikant war die Größe der Kanzlei sehr vorteilhaft. Während eine Vorstellungsrunde in manch anderer Kanzlei auf Grund der Personenzahl einfach nicht möglich ist und man meistens eine Rundmail benötigt, um auf sich aufmerksam zu machen, konnte ich mich bei Luther den meisten Anwälten persönlich vorstellen. Auch das gemeinsame Mittagessen der jüngeren Anwälte, zu dem ich häufig mitgenommen wurde, war eine schöne Erfahrung.
 

Meine Erlebnisse im Arbeitsleben
 Mein Arbeitsalltag war sehr vielseitig und abwechslungsreich. Gleich zu Anfang erhielt ich die spannende Aufgabe, eine Infobroschüre über die Grenzbeschlagnahme von Plagiaten zu verfassen. Da sich der Mandant weniger für den rechtlichen Rahmen als für den Ablauf in der Praxis interessierte, führte ich neben der Literaturrecherche auch ausführliche Telefonate mit dem Zoll und der Oberfinanzdirektion. So kam ich an Informationen, die man wohl in keinem Lehrbuch findet.
 

So war die Zusammenarbeit mit den Anwälten
 Zudem durfte ich mich häufig an Praxistätigkeiten versuchen. So schrieb ich Abmahnungen, Klageerwiderungen und Stellungnahmen, die ich später mit dem jeweils zuständigen Rechtsanwalt besprach. Besonders gut gefiel mir, dass sich die Anwälte für das Feedback viel Zeit nahmen. Schon an der Universität hatte ich Vorlesungen im Urheber- und Markenrecht gehört, was mir die Arbeit bei Luther teilweise erleichterte. Gebiete wie das Datenschutzrecht waren allerdings Neuland für mich und ich ich musste mich erst einarbeiten. Hier konnte ich jederzeit das Gespräch mit Dr. Wulff-Axel Schmidt oder den anderen Mitgliedern des Teams suchen, die mir stets behilflich waren. In der letzten Woche bei Luther konnte ich am Landgericht Frankfurt einem Rechtsstreit mit der Wettbewerbszentrale beiwohnen.
 

Mein persönliches Fazit
 Insgesamt kann ich sagen, dass mir die Zeit bei Luther überaus gut gefallen hat. Neben einer interessanten Tätigkeit war gerade der enge Kontakt zu den Anwälten eine sehr wertvolle Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Ich habe gelernt, dass die Bezeichnung "Großkanzlei" nicht zwangsläufig auf die Größe des jeweiligen Büros hindeuten muss, mehr noch: Großkanzlei geht auch anders.

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