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Sieben Wochen im Frühling

Freshfields Bruckhaus Deringer Frühjahrspraktikum - Erfahrungsbericht eines e-fellows.net-Stipendiaten

Freshfields Bruckhaus Deringer Frühjahrspraktikum - Erfahrungsbericht eines e-fellows.net-Stipendiaten

In der vorlesungsfreien Zeit nach dem Wintersemester führt die internationale Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer jedes Jahr ihr 'Frühjahrspraktikum' durch. Nach einer Einführungswoche erleben die Praktikanten den Alltag in einer Großkanzlei - und wie viel Spaß es macht, in einem Team motiverter Anwälte zu arbeiten.

Eine Woche Freshfields in Frankfurt

 "Lange Arbeitszeiten", "hoher Druck", "interessante Mandate", "schicke Büros" oder "hohes Gehalt" stand auf den Flip-Charts im Konferenzraum. Zusammen mit 26 anderen Praktikanten aus Deutschland und Österreich hatte ich mich im gerade eingeweihten Büro von Freshfields Bruckhaus Deringer in Frankfurt am Main eingefunden. Unsere erste Aufgabe zum Start des Frühjahrspraktikums lautete, unsere Gedanken, Vorurteile und Vorstellungen zu einer internationalen Großkanzlei zu Papier zu bringen.
 
 Mit dieser Ideensammlung begann die umfangreiche Einführungswoche: Alle Praktikanten aus ganz Deutschland wurden eine Woche lang gemeinsam auf die nachfolgenden sechs Wochen vorbereitet, bevor sie sich zu "ihren" Standorte aufmachten. Dank bester persönlicher Betreuung durch die Sozietät erfuhren wir Praktikanten bereits in dieser Woche von den Vorzügen der Arbeit in einer Großkanzlei.
 

Fachvorträge und private Gespräche

 Durch Vorträge zu praktisch jedem Rechtsgebiet (M&A, Finance, IP/IT, Dispute Resolution, Arbeitsrecht...) erhielten wir eine theoretische Grundlage für die folgenden Wochen. Vorlesungsatmosphäre kam aber nie auf, denn die einzelnen Anwälte schilderten ihr Rechtsgebiet mit viel Enthusiasmus und spickten die Theorie mit interessanten Mandatsgeschichten. Dadurch konnten wir auch während der folgenden sechs Wochen den Überblick über die Materie behalten. Außerdem verschaffte uns das bereits einen ersten Einblick in die angelsächsisch geprägte Rechtssprache.
 
 Beim Mittagessen mit grandiosem Blick über die Skyline von Frankfurt konnten wir dann viele fachliche wie private Fragen unter vier Augen klären. Die Abende ließen wir entspannt ausklingen bei Museumsbesuchen oder Abendessen mit Anwälten der Kanzlei. So lernten wir ganz nebenbei auch Frankfurt kennen.
 

Im Team "Corporate and Private M&A"

 Eine Woche später fand ich mich im sechsten Stock des Düsseldorfer Büros wieder. Zusammen mit drei anderen Praktikanten wurde ich dort in das weitere Programm eingeführt; anschließend wurden wir "unseren" Associates zugeteilt – angestellten Rechtsanwälten, die nicht Teilhaber der Partnerschaft sind. Diese Mentoren dienten als Ansprechpartner für alle Frage und versorgten uns mit Arbeit. Ich kam in das Team Corporate and Private M&A. Dort recherchierte ich Informationen, überprüfte Verträge und Lieferbedingungen auf ihre Gültigkeit und erarbeitete einzelne rechtliche Fragestellungen, zum Beispiel im Rahmen eines Unternehmenskaufs.
 

Spannende Transaktionen als Tagesgeschäft

 Ich arbeitete dabei nicht nur für meinen Mentor, sondern je nach Zeit und Bedarf auch für andere Anwälte der Abteilung - so gewann ich einen großen Überblick über die Verschiedenheit der Mandate. Die Anwälte erläuterten mir sämtliche Fragestellungen detailliert, sodass ich immer wusste, weshalb die vorliegende Frage für die Transaktion oder das Mandat wichtig war. Die Arbeit an geheimen und hochkarätigen Transaktionen war besonders aufregend – das eine oder andere Mandat entdeckte ich erst Wochen später als Meldung in der Wirtschaftspresse wieder.
 

Wirtschaftsrecht auf Englisch

 Da die meisten Mandate einen internationalen Bezug hatten, wurden die Vertragstexte zu einem großen Teil in Englisch vorbereitet und entwickelt. Um die vorhandenen Kenntnisse zu vertiefen, wurde einmal wöchentlich ein Englischkurs angeboten. Dort trainierten wir vor allem unser wirtschaftsrechtliches Vokabular und die englische Rechtssprache.
 
 Auch nach Feierabend war das Programm nicht zu Ende: Wir hatten freien Zugang zum kanzleieigenen Fitnessraum und die Sozietät sorgte für ein ausgewogenes Abendprogramm. So besuchten wir ein Kabarett, eine Theatervorstellung, die RTL-Studios in Köln, eine Kunstausstellung und dinierten im Düsseldorfer Fernsehturm. Jeden Dienstag durften wir außerdem am "Juristenessen" teilnehmen, bei dem wir auch die Referendare und Anwälte der anderen Abteilungen kennen lernten.
 

Lockere Arbeitsatmosphäre

 Dank der offenen und herzlichen Art der Anwälte fühlte ich mich nie als "geduldeter Gast", sondern als willkommenes Teammitglied. Das Gefühl, auf Augenhöhe mitzuwirken und nützliche Arbeit abzuliefern, führte zu einer entspannten und kollegialen Atmosphäre. Von unerträglichem Arbeitsdruck und der angeblichen Ellenbogenmentalität unter Anwälten war dagegen nichts zu spüren.
 
 Zugegeben: Wirtschaftsjurist in einer internationalen Kanzlei zu sein, ist kein "nine-to-five"-Job und erfordert einen hohen Einsatz an Zeit. Auf der anderen Seite wurde jedoch auch deutlich, dass lange Arbeitszeiten nicht zwangsläufig Belastung bedeuten – wenn die Arbeit kurzweilig ist und das Gefühl hervorruft, wirklich etwas geleistet zu haben. Nicht zuletzt die hervorragende Kanzleiinfrastruktur trug zu einer angenehmen Arbeitsatmosphäre bei – ich denke zum Beispiel an die großzügige Espressobar in jedem Stockwerk und den Kickertisch im Erdgeschoss.
 

Mein persönliches Fazit

 Alles in allem blicke ich auf sieben sehr gelungene Wochen zurück. Ich kann jedem Jurastudenten die Teilnahme an dem Praktikumsprogramm von Freshfields nur empfehlen – es bietet tiefe Einblicke in die Arbeit einer Großkanzlei, in das selbständige Arbeiten als Anwalt und ein umfangreiches Freizeitprogramm.

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