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Praktikum unter Löwen

Erfahrungsbericht, Löwe

Erfahrungsbericht, Löwe

Wo und wann ich mein Praktikum gemacht habe
 Von September bis Dezember 2006 absolvierte ich ein Praktikum in der Kommunikationsabteilung bei BMW South Africa in Midrand (zwischen Pretoria und Johannesburg).
 

Aus Amerika wird Afrika
 Ursprünglich wollte ich mein Auslandssemester in Nordamerika verbringen, landete aber nach einem Praktikum bei BMW Deutschland stattdessen in Südafrika. Beide Male war ich zwar Praktikantin in der Presse-/Öffentlichkeitsarbeit und Mitarbeiterkommunikation. Die Abteilungen unterschieden sich jedoch deutlich in Struktur und Aufgabenbereichen.
 

Unterschiede zur Abteilung in Deutschland
 Da in Südafrika besonders in gesellschaftlicher Hinsicht andere Aspekte im Mittelpunkt stehen als in Deutschland, gab es für mich in der südafrikanischen Kommunikationsabteilung viele neue Themen. HIV ist zum Beispiel ein großes Problem in Südafrika. Meine Abteilung kümmerte sich um Vorsorge und bot für alle BMW-Mitarbeiter die Vermittlung kostenloser Tests und Hilfe an. Da außerdem soziales Investment großgeschrieben wird, investiert BMW viel in Aus- und Weiterbildung. Dazu gehören Partnerschaften mit Schulen und Gemeinden oder die Unterstützung von SOS Kinderdörfern. Ein Aspekt, der in Südafrika mehr beachtet wird als in Deutschland, sind Freizeitveranstaltungen für BMW-Angestellte und deren Familienmitglieder: Am sogenannten "Family Day" lädt BMW alle Mitarbeiter mit ihrer Familie dazu ein, kostenlos einen Tag in einem Vergnügungspark zu verbringen. Das sollte man in vielen deutschen Unternehmen auch einführen.
 

In der Ruhe liegt die Kraft - und in der Eigeninitiative
 Die ersten Tage meines Praktikums fingen typisch südafrikanisch an: Zunächst mussten die nötigen Formalitäten erledigt werden. Das war nicht ganz einfach, da meine Betreuerin sich damit nicht so gut auskannte. In den ersten Tagen hatte ich auch noch keine größeren Projekte - das ließ sich jedoch durch entsprechende Eigeninitiative lösen. Grundsätzlich galt: Aufgaben, die ich in Zusammenarbeit mit Kollegen erledigte, dauerten immer länger als erwartet. Dies lag an der südafrikanischen Gemütlichkeit. Fast immer waren mehrere Aufforderungen nötig, bis überhaupt etwas geschah.
 

Motorsport und Schulprojekte
 Angestellt was ich als "Departmental Coordinator", das heißt, ich arbeitete in jedem Bereich meiner Abteilung und kein Tag war wie der andere. Wichtige Themen waren unter anderem Motorsport, Presseflotte, Lifestyle, Mitarbeiter- und Medienkommunikation, Schulprojekte oder eben HIV. Über ein Drittel meiner Arbeitszeit verbrachte ich außerdem nicht vor dem Computer, sondern als Mitorganisatorin auf internen und externen Veranstaltungen.
 

Highlights
 Ich hatte nicht ein großes Projekt, sondern immer viele kleinere Aufgaben zu erledigen. Dazu gehörte zum Beispiel die Kommunikation mit Vertretern von Lifestyle-Magazinen wie FHM oder Cosmopolitan. Außerdem half ich bei verschiedenen Veranstaltungen und hatte dort nicht nur viel Arbeit: Bei einem Autorennen war genügend Zeit, dass ich ein wenig zuschauen konnte. Und am Gesundheitstag für alle BMW-Mitarbeiter durfte ich selbst eine Massage genießen und meine Fitness testen. Viel Spaß machte mir auch der Tag im Vergnügungspark mit Waisenkindern eines von BMW unterstützten SOS Kinderdorfes. Dass die Kinder kaum Englisch konnten und stattdessen nur Zulu sprachen, war dabei kein größeres Hindernis.
 

Safari und Sandstrände
 Die Wochenenden nutzte ich, um mit Freunden Südafrika zu erkunden. Es gibt dort unendlich viel zu sehen: endlose menschenleere Sandstrände an der Ostküste, Pinguine in Kapstadt und Giraffen, Nashörner und Löwen in den Nationalparks. Alle Tiere können sich in den Parks völlig frei bewegen, so dass wir regelmäßig anhalten mussten um nicht in eine Elefantenherde zu geraten oder einem schlafenden Löwen über den Schwanz zu fahren. Auch unter der Woche kam manchmal ein bisschen Urlaubsgefühl auf, da ich häufig Essen ging - das war billiger als selber kochen - oder nach der Arbeit am Pool meiner Unterkunft entspannte.
 

Rote Ampeln ignorieren
 Leider schränkt die hohe Kriminalität diese Urlaubsgefühle etwas ein. Sie ist ein allgegenwärtiger Begleiter in Südafrika - wer sich jedoch an grundlegende Vorsichtsmaßnahmen hält, lebt relativ sicher. Dazu gehört zum Beispiel, nachts an roten Ampeln möglichst nicht stehenzubleiben. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es kaum und sie zu benutzen wäre sowieso nicht empfehlenswert. Wohnanlagen mit elektrischen Zäunen und vergitterten Fenstern sollen ein Gefühl von Sicherheit geben.
 

Ich komme wieder
 Fakt ist: Wer einmal in Südafrika war, will auch wieder hin. Warum? Ich weiß es selbst nicht ganz genau. Mein Tipp für alle, die noch nicht dort waren: Wenn nicht für ein Praktikum, dann fahrt auf jeden Fall für einen Urlaub nach Südafrika. Land und Leute sind einfach unvergesslich.

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