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Mit einem Buddy durch Prag

Diesen wunderschönen Blick konnte Sabine in Prag genießen

Diesen wunderschönen Blick konnte Sabine in Prag genießen

Die neuen EU-Länder kennen lernen

Ein Auslandssemester in Prag bietet nicht nur die Möglichkeit, eine historisch und kulturell eindrucksvolle Stadt zu entdecken. Interessant fand ich vor allem, mir persönlich ein Bild von der Situation in den neuen EU-Ländern und von Osteuropa zu machen. Auch wenn ein Semester sicherlich zu kurz ist, um wirklich gut Tschechisch zu lernen (die Vorlesungszeit geht regulär nur von September bis Dezember), hat man dennoch genug Zeit, um Land und Leute kennen zu lernen.

Die Hochschule

Da die Wirtschaftshochschule Prag (VSE) eine Partneruniversität der Uni Erlangen-Nürnberg ist, war die Planung des Auslandssemesters unkompliziert. Die Bewerbung für den Erasmus-Studienplatz lief über einen Lehrstuhl an meiner Fakultät und das Büro für internationale Beziehungen.
Nach der Studienplatzzusage erhielt ich ein umfangreiches Infopaket. Auch auf den englischen Internetseiten der VSE findet man vorab alle wichtigen Informationen und weiterführende Links über Prag und die Tschechische Republik. Besonders gut gefallen hat mir die Betreuung durch einen studentischen Tutor ("Buddy"), an den man sich mit allen Fragen und Problemen wenden kann.
Die Kurswahl wird von der VSE mit Hilfe eines Online-Anmeldesystems organisiert. Das Login erhält man per Post zusammen mit dem Informationspaket. Mit diesem Login kann man sich ungefähr zwei Wochen vor Semesterbeginn online für die Kurse anmelden.

Erste Schritte Richtung Tschechien

Seit dem EU-Beitritt der Tschechischen Republik hat sich die Einreise wesentlich vereinfacht. Prinzipiell kann man mit dem Reisepass oder Personalausweis ohne Visum oder weitere Formalitäten für drei Monate einreisen. Möchte man länger bleiben, benötigt man eine Aufenthaltsgenehmigung. Die kann aber ohne Probleme bei der Tschechischen Botschaft in München beantragt werden.
Bezüglich der Krankenversicherung besteht ein bilaterales Abkommen zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik, so dass man lediglich ein Formular bei seiner deutschen Krankenkasse anfordern muss, mit dem man dann vor Ort zum Arzt gehen kann. (Formular E111)

Wohnen

Allen Austauschstudenten wird ein Platz in einem Wohnheim der VSE angeboten. Man wohnt grundsätzlich in einem Doppelzimmer. Bad und Küche teilen sich jeweils zwei bis acht Studenten. Die Ausstattung der Wohnheime ist einfach, aber zweckmäßig. Viele Zimmer verfügen außerdem über einen Netzwerkanschluss, mit dem man schnell und kostenlos im Internet surfen kann. Die Miete beträgt monatlich nur etwa 50 Euro. Es ist sinnvoll, den Wohnheimsplatz wirklich annehmen, da die private Wohnungssuche schwierig ist und gerade von Ausländern oft überhöhte Mieten verlangt werden.

Die Situation vor Ort

Bei meiner Ankunft wurde ich von meinem Buddy am Bahnhof abgeholt und zum Wohnheim gebracht. Dies ist nötig, da die Mitarbeiter in der Wohnheimsverwaltung kein Englisch sprechen und man daher auf einen Übersetzer angewiesen ist.
An der Uni fand in der ersten Woche eine gut organisierte "Orientation Week" mit Informationsveranstaltungen, Stadtführungen und Parties statt. Hier konnte man andere Studenten, die Universität und die Stadt kennen lernen. Die Immatrikulation an sich verlief formlos. Etwas unerfreulich war allerdings, dass man für die Zahlung der Miete ein tschechisches Konto eröffnen musste. Hierfür sollte man unbedingt seinen Buddy um Hilfe bitten, da auch die Bankangestellten in der Regel kein oder nur wenig Englisch sprechen.

Unterwegs mit Bus und Bahn

An der Universität konnte ich für etwa 20 Euro ein Studententicket kaufen, mit dem man 90 Tage lang alle öffentlichen Verkehrsmittel in Prag nutzen kann. VSE und Wohnheime sind rund um die Uhr gut mit Straßenbahn oder Bus erreichbar. Das eigene Auto mitzubringen ist nicht ratsam, da man es in Prag nicht benötigt und ein hohes Diebstahlrisiko in Kauf nehmen muss (das ist leider kein Klischee).

Lernen...

Als Austauschstudent (= Erasmus) kann man auch Kurse belegen, die im Rahmen des englischsprachigen Master-Programms der VSE oder des CESP-Programms (gebührenpflichtiges "Central Eastern European Study Program") angeboten werden. Insgesamt sollte man bevorzugt Master-Kurse belegen, da sie ein höheres Studienniveau bieten. In allen Kursen besteht Anwesenheitspflicht. Die Noten setzen sich meist aus Tests, Essays und Präsentationen zusammen.

...und Freizeit

Hinsichtlich kultureller Aktivitäten bietet Prag eine Vielzahl an Möglichkeiten. Sehr zu empfehlen ist zum Beispiel ein Besuch des Nationaltheaters (Národní divadlo), wo Eintrittskarten bereits ab drei Euro zu haben sind. Auch vom Buddy-Programm der VSE wurden unterschiedliche Ausflüge und Veranstaltungen angeboten. Sehr gut gefallen haben mir zum Beispiel die Kinoabende, wo bekannte tschechische Filme mit englischen Untertiteln gezeigt wurden.

Nach der Rückkehr

Mit der Anerkennung der Studienleistungen aus Prag gibt es an meiner Universität keine Probleme, da vorher Studienvereinbarungen mit den jeweiligen Professoren abgeschlossen werden. Im Rahmen des Erasmus Programms ist lediglich zu beachten, dass in Prag maximal 30 ECTS abgelegt werden dürfen.
Insgesamt hat mir der Auslandsaufenthalt nicht nur in fachlicher, sondern auch in persönlicher Hinsicht viel gebracht. Ich konnte viele neue Freundschaften mit Studenten aus aller Welt schließen. Besonders schön finde ich in diesem Zusammenhang, dass zum Semesterende ein Jahrbuch mit Fotos und Adressen aller Austauschstudenten erstellt und ausgeteilt wurde. Außerdem haben sich auch meine beruflichen Perspektiven verändert: Ich hoffe, heute ein besseres Verständnis von der Situation in den neuen EU-Ländern zu haben und kann mir vorstellen, später dort zu arbeiten.
 

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