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Emergency Room in Fernost

Warum Singapur? Singapur ist Asien light für den, der sich nicht gleich nach China, Indonesien oder Malaysia wagt. Außerdem kann man sich hier mit Englisch gut durchschlagen. Nicht ohne Grund ist Singapur das Wirtschafts- und Finanzzentrum der Region.
 

Bewerben beim Singapore General Hospital
 Das Singapore General Hospital ist das größte und älteste Lehrkrankenhaus in Singapur und bietet so eine große Auswahl an Abteilungen. Auf seiner Internet-Seite gibt es eine Beschreibung des Programms >>. Praktika sind für zwei bis zwölf Wochen möglich. Bewerben sollte man sich frühzeitig, denn viele Formulare müssen ausgefüllt werden und man hört lange nichts. Bei Annahme des Platzes erhält man noch mehr Formulare. Außerdem wird einem mitgeteilt, dass man Verhaltensregeln wie nicht auf die Straße spucken zu beachten hat und formelle Kleidung tragen muss, Männer zum Beispiel Krawatte! Wohnen kann man auf Anfrage im Schwesternwohnheim. Das Krankenhaus liegt am Outram Park, in der Nähe von Chinatown. Es ist gut mit der MRT (mass rapid transport) oder dem Bus zu erreichen.
 

Das Gesundheitssystem in Singapur
 In Singapur spielt Eigenverantwortung eine wesentlich größere Rolle als in Deutschland. Je nach Zahlungsfähigkeit und -willen gibt es im Krankenhaus vier Klassen. Das Spektrum reicht von freier Arztwahl bis zum (subventionierten) unklimatisierten Großraumzimmer. Das Kostenbewusstsein der Patienten ist hoch. Es kommt durchaus vor, dass die Familie beschließt, dass eine Behandlung der Mutter oder des Vaters schlicht zu teuer wäre und auf schnelle Entlassung drängt.
 

Sprachen-Wirrwarr
 In Singapur herrscht ein Wirrwarr von Sprachen. Es gibt verschiedene chinesische Dialekte, Malaysisch, einen indischen Dialekt und zum Glück auch Englisch. Das Englisch ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig.
 

Accident and Emergency
 Die Betreuung der Studenten ist ungewöhnlich gut. Ich wurde einer Oberärztin der Notaufnahme zugeteilt, die meine Mentorin war. Das hielt aber weder die Ärzte der Notaufnahme noch der anderen Abteilungen davon ab, mir in jeder freien Minute zu erklären, was sie gerade taten. Ich habe sehr viele Patienten gesehen: von der Wiederbelebung bis zur Schürfwunde. Auch habe ich jeden Tag etliche EKGs und Röntgenbilder (mit-)angesehen und an Nacht- und Wochenenddiensten teilgenommen – was mir viel Spaß gemacht hat. Ein Vorteil: Als Gaststudent durfte ich meine Anwesenheit recht frei einteilen.
 

Mitfahren im Rettungswagen
 Für die Assistenzärzte gibt es regelmäßige Fortbildungen, in denen auch ich viel gelernt habe. Ein Highlight war das Mitfahren im Rettungswagen. In Singapur gibt es keine Notärzte, nur Sanitäter. Mit diesen durfte ich einige Patienten ins Krankenhaus bringen: von der älteren Dame mit der Pneumonie bis zum jungen Mann, der mit dem Arm in eine Maschine gekommen war. Als sie merkten, dass ich Reanimieren und das Legen von Zugängen gelernt hatte, waren sie beeindruckt und schlugen vor, ich solle zu ihrem abendlichen Treffen ins indische Restaurant mitkommen. Dort wurden mir alle Speisen vorgestellt und auf mein Bananenblatt, hier der Teller-Ersatz, gehäuft.
 

Chinatown and Little India
 In Singapur kann man hervorragend und preisgünstig fast überall essen – und zwar chinesisch, indisch, malaysisch, indonesisch, thailändisch. Teuer kann man auch "Western Food" bekommen. Vom Krankenhaus aus erreicht man in wenigen Minuten Chinatown, wo man einkaufen oder Geld wechseln kann. In eine ganz andere Welt eintauchen, kann man in Little India. Außerdem bietet Singapur jede Menge Parks, den Botanischen Garten, den Zoo, viele Museen, Konzerte, viele Tempel und Malls. An den Wochenenden kann man Ausflüge nach Indonesien oder Malaysia unternehmen. Manche fliegen auch bis Thailand, Kambodscha oder Hongkong. Insgesamt hat sich die Zeit in Singapur sehr gelohnt, ich habe sehr viel gelernt und viele Patienten gesehen. Wer ebenfalls Interesse hat, kann sich gerne an mich wenden.

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