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Daniel bei der Deutschen Bank in London I

Vor genau einer Woche habe ich mit meinem Praktikum im Investmentbanking der Deutschen Bank in London begonnen. Neben mir haben sich noch mehr als 150 weitere Studenten entschieden, ihre Semesterferien mit einem "Summer Internship" bei der Deutschen Bank in London zu verbringen. Diese enorme Zahl an "Summer Analysts" verteilt sich auf die Bereiche Global Markets, Global Equities, Global Corporate Finance, Asset Management, Operations, Controlling, Technology und Human Resources. Ich habe mich für Global Equities entschieden und arbeite jetzt im Portfolio Sales der Transition Management Group. Was sich hinter dieser Bezeichnung genau verbirgt, werde ich euch später noch detailliert erläutern.
 Die erste Woche bestand komplett aus achtstündigen Trainingseinheiten, bei der alle Praktikanten gemäß ihrer Divisionen auf einen gemeinsamen Wissensstand in der Bilanzierung, Unternehmensbewertung, Finanzierung und Excel gebracht wurden. Als Belohnung für diesen Lernmarathon organisierte die Deutsche Bank abends verschiedene "Socializing Events". So lernten wir uns besser kennen, begannen mit dem Networking und erlebten das britische Pub-Leben live.
 

Montag, 12.07.2004
 Heute beginnt nun der Ernst des Lebens. Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück um 8:30 Uhr und der Gewissheit, während des gesamten Praktikums nicht mehr so spät den Tag zu beginnen, gehen wir an unseren zukünftigen Arbeitsplatz und stellen uns den jeweiligen Teams vor. Ich werde diese Woche auf dem Trading Floor am Desk der Portfolio Trader und Salespeople verbringen, bevor ich dann in das Transition Mangement Team wechseln werde. Unter Portfolio Trading (oder auch Program Trading genannt) versteht man nicht den Handel von bestimmten einzelnen Aktientiteln, sondern den Handel von Portfolios (Baskets), die mehrere Aktientitel beinhalten. Unsere Kunden sind beispielsweise große Fondsgesellschaften, die einen Fonds umschichten wollen und dabei nicht jeweils getrennt gewisse Aktien verkaufen und andere kaufen wollen, sondern für die ganze Portfolioumschichtung nur eine Order abgeben möchten. Diesen Klienten wird dementsprechend auch nur eine Kommission für die gesamte Portfolioumschichtung berechnet anstelle von Transaktionskosten für jeden einzelnen Aktienkauf/-verkauf. Innerhalb der letzten Jahre hat das Portfolio Trading stark an Bedeutung gewonnen.
 Obwohl es laut meiner Kollegen im Sommerloch auf dem Trading Floor relativ ruhig zugeht, fand ich den ersten Tag dort sehr aufregend und äußerst hektisch. Ununterbrochen klingeln die Telefone, rufen die Broker durcheinander und klicken hektisch auf einem ihrer sechs Bildschirme. Diese faszinierende Atmosphäre muss man erlebt haben.
 Natürlich hatte ich an meinem ersten Arbeitstag noch nicht sehr viel zu tun. Es ging mehr darum, die Kollegen kennen zu lernen, sich mit den verschiedenen Deutsche Bank Computersystemen und allgemein mit seinem Arbeitsfeld vertraut zu machen. Abends treffen wir zum ersten Mal unsere "Buddys": Kollegen, die auch erst seit kurzem bei der Deutschen Bank sind, und die wir mit Fragen löchern können.
 

Dienstag, 13. 07. 2004
 Da die Trader und Salespeople alle zwischen 5:30 Uhr und 7:15 Uhr anfangen, muss ich heute morgen richtig früh aufstehen. Normalerweise bin ich spätestens zwischen 6:45 und 7 Uhr an meinem Arbeitsplatz. Gegen 7:15 beginnt das zirka 30-minütige "Morning Meeting". Dabei informieren die Research Teams über das Handelsgeschehen der letzten Nacht (Handelschluss in New York Handelsbeginn in Asien), Unternehmensnews, Aktienempfehlungen, erwartete Ereignisse des Tages und weiteres. Im Laufe des Tages bekomme ich dann Zugang zu den wichtigsten Transaktionsystemen der Deutschen Bank. Es kann das gesamte Handelsgeschehen verfolgen und Berichte über die jeweiligen Transaktion für einzelnen Klienten abrufen und verschicken. Ansonsten beginne ich, mich in die gesamte Thematik des Portfolio Trading einzulesen und mehr über die Produktpalette der Deutschen zu erfahren. Gegen 18:30 Uhr, nachdem die Märkte in Europa überwiegend geschlossen haben, verlasse ich den Trading Floor. Ich lasse mit meinen Kollegen in einem der vielen Pubs den Tag ausklingen.
 

Mittwoch, 14.07.2004
 Den gesamten Morgen verbringe ich am Trading Desk einer Portfolio Händlerin. Bevor die Märkte öffnen, müssen die Portfolio Trader die Baskets, welche die jeweiligen Kunden am heutigen Tag gehandelt haben wollen, ins System laden. Besonders große Baskets mit großen Positionen in einzelnen Aktien würden die Märkte zu stark beeinflussen und dadurch die Transaktion teurer machen. Um dies zu verhindern, werden die Baskets in sogenannte "waives" aufgesplittet, die dann gleichmäßig über eine gewisse Zeitspanne (je nach Klientenpräferenz, zum Beispiel über den gesamten Handelstag) ausgeführt werden. Nach den erfolgten Transaktionen können aus den Monitorsystemen Transaktionsberichte erstellt werden. Sie geben darüber Aufschluss, wie die Baskets gehandelt wurden, und ob die Preisangaben der Kunden auch exakt umgesetzt wurden. Diese Berichte schicken die Salespeople an die jeweiligen Kunden. Der Bereich Sales hat im allgemeinen die Funktion, zwischen den Händlern und den Klienten zu vermitteln. Er leitet die jeweiligen Orders der Klienten an die Händler weiter und pflegt im Allgemeinen die Kundenbeziehungen.
 

Donnerstag, 15.07.2004
 Für heute morgen haben unsere Betreuer aus dem Human Resources Bereich eine Präsentation des Head of Global Derivatives, Yassine Bouhara, organisiert. Dabei treffe ich nicht nur meine Praktikantenkollegen aus der Division Global Equities wieder, sondern auch alle andern Summer Interns. Das ist äußerst interessant, um erste Erfahrungen auszutauschen und einen Einblick in andere Abteilungen zu bekommen. Yassine Bouhara gibt zu Beginn einen kurzen Überblick über die Geschichte der Deutschen Bank und ihre Entwicklung zu einem global ausgerichteten Unternehmen. Besonders im Investmentbanking, das in London konzentriert ist, hat die Deutsche Bank extrem erfolgreich expandiert. In vielen Bereichen hat sie noch Mitte der neunziger Jahre keine Rolle gespielt, und gehört nun heute zu den großen Marktführern - eine wirklich beeindruckende Entwicklung in weniger als zehn Jahren.
 Am frühen Abend besuche ich mit meinen Sales Kollegen eine Party im Londoner Westend. Dieses Event wird von der Deutschen Bank organisiert und dient primär dazu, die Klientenbeziehungen zu pflegen. Und dafür zu sorgen, dass man seine Kunden nicht nur täglich über das Telefon hört, sondern auch wirklich persönlich trifft. Nicht nur Kompetenz, sondern auch ganz besonders Sympathie und Vertrauen gegenüber den Salespeople generieren hohe Umsätze und Kommissionseinnahmen.
 

Freitag, 16.07.2004
 An meinem letzten Tag vor dem Wechsel ins Transition Management sitze ich am Desk eines Kollegen aus dem Bereich Portfolio Sales. Er zeigt mir, wie die eingehenden Portfolio Orders ins Handelssystem geladen werden und die Order dann beim zuständigen DB Trader im System erscheint. Dann muss ich noch die Transaktion ausführen. Die Salespeople kontaktieren wiederum die Klienten und geben Auskunft über die Ausführung.
 Um diese Arbeitswoche entspannt ausklingen zu lassen, nehmen viele Praktikanten das besondere Fitnesstudioprogramm der DB wahr. Für Summer Interns bietet es spezielle Konditionen für die Nutzung an. Um pünktlich zu meiner Einführungsveranstaltung zu kommen, verlasse ich das Büro bereits gegen 17:15 Uhr. Aber auch meine Kollegen werden nach dem Handelsschluss der London Stock Exchange (gegen 16:45 Uhr) bald ins Wochenende starten. Wir müssen lediglich noch die heutigen Klienten über ihre ausgeführten Orders informieren und entsprechende Performance Reports, die die tatsächliche Ausführungsqualität detailliert beschreiben, versenden.
 
 Dies war nun meine erste, äußerst spannende Arbeitswoche bei der Deutschen Bank. Nach dem Zwischenstopp bei den Portfolio Salespeople werde ich ab kommenden Montag in meinem eigentlichen Bereich Transition Management starten. Was sich hinter dieser Bezeichnung verbirgt und wie meine Arbeitsinhalte dort aussehen, werdet ihr in meinem nächsten Bericht erfahren.

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