Partner von:

Das Auswahlverfahren an der Bucerius Law School

Bucerius Law School

Bucerius Law School

Die Bewerbung
 Ich habe von der Law School nur durch einen Zufall erfahren. Für mich stand seit längerer Zeit fest, dass ich Jura studieren wollte. Somit informierte ich mich auf der Website der Hochschule, welche Unterlagen man für eine Bewerbung benötigt. Die Homepage ist sehr übersichtlich. Unter anderem findet man hier auch das Online-Formular zur Bewerbung sowie eine genaue Auflistung der Bewerbungsunterlagen. Ich füllte das Formular aus und schickte meinen Lebenslauf und meine Zeugnisse an die Hochschule. Wenige Tage später erhielt ich eine Eingangsbestätigung. Dann dauerte es bis Mitte April und ich bekam die Einladung zum schriftlichen Auswahlverfahren.
 

Die erste Herausforderung
 Das schriftliche Auswahlverfahren findet Mitte Mai an vier verschiedenen Orten in Deutschland statt (Hamburg, Leipzig, Stuttgart und Bonn). Ich fuhr nach Bonn. Dort angekommen, traf ich erst einmal eine Bekannte. Vielen ging es ähnlich, so dass sich die Aufregung vor dem Test etwas legte. Der schriftliche Test besteht aus Schlussfolgerungen, Diagrammen und Tabellen, Indizien, Fällen und Normen und Oberbegriffen. Für jeden der fünf Aufgabentypen hat man unterschiedlich viel Zeit. Am Ende des Tests steht noch ein Aufsatz zu einem von zwei vorgegebenen Themen. Bei mir ging es um die Einführung eines Tempolimits auf deutschen Autobahnen beziehungsweise um den EU-Betritt der Türkei. Die Testaufgaben sind auf der Homepage der Law School genauer beschrieben. Eine Broschüre mit Beispiel- aufgaben kann man sich ebenfalls herunterladen. Die Hochschule sagt, dass man sich auf den Test nicht vorbereiten kann - und dem kann ich nur zustimmen. Es reicht wirklich aus, wenn man sich mit den Beispielaufgaben in der Broschüre vertraut macht. Es geht hauptsächlich um Logik und Textverständnis. Nach dem sechsstündigem Test war ich müde und habe mir über das Ergebnis keine weiteren Gedanken gemacht. Umso mehr hat es mich gefreut, als ungefähr einen Monat später die Einladung zum mündlichen Auswahlverfahren kam.
 

Jetzt wird's ernst
 Das mündliche Auswahlverfahren ist in vier Abschnitte gegliedert und findet in der Law School statt:
 

Erster Abschnitt - Referate und Diskussion
 Zunächst werden die Bewerber in Vierergruppen eingeteilt. In der Gruppe präsentiert jeder sein von zu Hause vorbereitetes Referat und hört den Referaten der Mitbewerber zu. Anschließend gibt es zu jedem Thema eine Diskussionsrunde. In unserer Gruppe wurden Frauenuniversitäten, die Medizin im Nationalsozialismus und die passive Sterbehilfe besprochen. Die Diskussion lief sehr friedlich und fair ab. Die beiden Prüfer haben sich während der gesamten Zeit völlig unauffällig verhalten.
 

Zweiter Abschnitt - erstes Gespräch
 Die nächsten zwei Aufgaben bestehen in Einzelgespräche. Mein erster Gesprächspartner war ein Anwalt, der nebenbei als Journalist arbeitet. Er hat mich hauptsächlich zu meinem Lebenslauf befragt. Am Ende musste ich noch ein paar Schätzfragen beantworten. Es ging zum Beispiel um die Anzahl der Tageszeitungen. Glücklicherweise musste ich nicht raten, sondern konnte logische Schlüsse ziehen.
 

Dritter Abschnitt - zweites Gespräch
 Meine zweite Gesprächspartnerin stellte mir Fragen zu politischen und kulturellen Themen. Bei einer meiner Antworten hakte sie wiederholt nach. Ich war zunächst verunsichert, habe meine Meinung aber beibehalten. Am Ende sagte sie mir, dass sie herausfinden wollte, ob ich zu einer gut begründeten Meinung stehen könne.
 Zwischen den Gesprächen gab es Pausen, so dass man Zeit hatte, sich mit den Mitbewerbern zu unterhalten. Ich hatte so zufällig schon zwei meiner Partner für die Gruppendiskussion kennen gelernt.
 

Vierter Abschnitt - Diskussionsrunde
 In unserer letzten Aufgabe sollten wir uns überlegen, wie man die Beteiligung an der Europawahl verbessern könnte und die Vorschläge anschließend vorstellen. Jeder hatte ganz unterschiedliche Ideen. Die Diskussion hat so wirklich Spaß gemacht.
 

Das Anstrengen hat sich auf alle Fälle gelohnt
 Am Abend hatten die Studenten der Law School noch eine Party für uns organisiert. Ich lernte ein paar von ihnen kennen und unterhielt mich mit meinen Mitbewerbern. Am Ende des Abends war ich mir sicher, dass ich unbedingt an dieser Uni studieren möchte. Eine Woche später kam die Zusage.
 Das Auswahlverfahren ist sicherlich nicht einfach, doch die Prüfungen sind durchaus lösbar und die Prüfer sind sehr fair. Es wird nicht verlangt, dass man sich verbiegt oder irgend jemandem nach dem Mund redet. Ich empfehle allen, die Sache entspannt anzugehen und natürlich zu bleiben. Selbst wenn man an der Hochschule nicht angenommen wird, so hat man doch eine gute Vorbereitung für Assessment Center und lernt nette Leute kennen.

nach oben

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.