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Karriere mit Köpfchen

e-fellow Jan Thomas diskutierte auf dem Wings of Excellence Symposium in St. Gallen mit Managern und Politikern, Quelle: sxc.hu, User: Royalty free.

e-fellow Jan Thomas diskutierte auf dem Wings of Excellence Symposium in St. Gallen mit Managern und Politikern, Quelle: sxc.hu, User: Royalty free.

Beim St. Gallen 'Wings of Excellence Award' treffen jedes Jahr die Entscheider aus dem Management auf Top-Studenten aus aller Welt. Die beiden Gruppen diskutieren aktuelle Wirtschaftsthemen.

Seine Augen leuchten durch die Hornbrille, er trägt rund 500 Zuhörern im Saal ein Essay vor, ist sichtbar bewegt und etwas nervös. Es geht um Werte - persönliche, philosophische und ökonomische. Jacobus Cilliers (23), Student im südafrikanischen Stellenbosch, versetzt sich lebhaft in seine Rolle als Referent. Ihm hören nicht nur Studenten zu, sondern auch Entscheider aus Politik und Wirtschaft. Jacobus ist auf dem weltweit größten Symposium, das von einer Uni organisiert wird. Zum 38. Mal findet der renommierte "Wings of Excellence Award" in St. Gallen statt. Rund 1.000 Studenten bewerben sich jährlich um die 200 begehrten Plätze des Symposiums. In Essays erläutern sie ihre Ansichten zu einem vorgegebenen wirtschaftspolitischen Thema. Die besten Ideen werden mit dem "Wings of Excellence" ausgezeichnet und von ihren Autoren auf dem Symposium präsentiert.

Von der Rucksack-Tour zum Mini-Davos

Auf einer Rucksack-Tour durch Südafrika kam Jacobus im Herbst auf die Idee, sich zu bewerben. Ein Freund sagte ihm: "Mensch, mach doch mal". Die Chance, an dem renommierten Wettbewerb teilzunehmen, wollte er sich nicht entgehen lassen. Er bewarb sich für das jährlich stattfindende Symposium mit einem Essay zum Thema "Globaler Kapitalismus - lokale Werte". Jacobus schrieb darüber, wie der Kapitalismus lokale und moralische Werte verbinden und unterstützen kann.

Ideen für Hausarbeit und Karriere

Für beide - Lernende und Lehrende - ist das Symposium eine Win-win-Situation. Die Führungskräfte rekrutieren ihren Nachwuchs durch Sponsoring und Lobbying. Nebenbei drücken sie ein paar Tage wieder die Schulbank. Die Studenten lernen neue Sichtweisen auf aktuelle Herausforderungen kennen und entwickeln kreative Gedanken für die nächste Seminararbeit. Manche ergattern sogar Jobs und schnuppern in die Praxis des Top-Managements vor Ort hinein.

Studierende von Elite-Hochschulen aus aller Welt

Rund 200 Studenten lud das internationale Studentenkomitee der Universität St. Gallen ein. Sie kamen aus über 60 Ländern. Aus den USA und Großbritannien treffen sich Studierende der renommierten Eliteschulen Princeton, Harvard und Yale in St. Gallen. Auch Studierende der London Business School, aus Oxford und Cambridge sind mit von der Partie. Weniger bekannte Unis aus Australien und Neuseeland, Argentinien und Russland nehmen ebenfalls teil.

Christoph knüpft Kontakte

Christoph Birkholz (24) hatte aus Witten eine kürzere Anreise. Für ihn war der Kontakt zu Studenten aus aller Welt eine besondere Bereicherung. Wie der Südafrikaner Jacobus war der BWL-Student beeindruckt von den Beiträgen des "Wings of Excellence Awards". Seither steht Christoph in E-Mail-Kontakt mit Studenten aus Peru, Indien und Südafrika. Auch einige Kontakte in die Wirtschaft konnte er knüpfen.

Staatsmänner und Wirtschaftsbosse referieren

Die Auswahl der Referenten auf dem Symposium kann sich sehen lassen: Die Bundespräsidenten der Schweiz und Österreichs, Pascal Couchepin und Heinz Fischer, aber auch die Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche von Daimler und Josef Ackermann von der Deutschen Bank nehmen teil. Wie in jedem Jahr diskutierten auch führende Journalisten der Fernsehsender BBC und Al Jazeera kritisch mit den Managern. Ob Irakkrieg, Afghanistan oder die Finanzmärkte: Langweilig wird es in St. Gallen nicht.

Stress bei den Organisatoren

Marisa Tanassararout (21) hat zusammen mit rund 60 Studenten das Symposium organisiert. Jedes Jahr wollen die Organisatoren eine Atmosphäre schaffen, die den Dialog anregt. Der Großteil der Studenten und Manager sei sehr zufrieden, erklärt Marissa. Doch hinter den Kulissen stoßen die Studenten an ihre Grenzen. Denn es geht hoch her auf dem Mini-Weltwirschaftsforum: Seminarräume werden vorbereitet, Getränke und Snacks müssen für die rund 500 Teilnehmer bereit stehen. Das erfordert viel logistisches Geschick.

 

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