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Ist es schwer, einen Platz zu bekommen?

Hürdenlauf, Sport [Quelle: pixabay.com, Autor: Prawny]

Quelle: pixabay.com, Prawny

Vier Experten prüfen die wichtigsten Thesen zur Master-Zulassung.

Es gibt nicht genug Masterplätze für alle

"Blickt man auf das große Ganze, stimmt die These nicht", sagt Stefanie Busch von der Hochschulrektorenkonferenz. Wer nicht auf einen bestimmten Masterstudiengang festgelegt sei und noch dazu bereit, inhaltlich wie örtlich flexibel zu sein, muss sich keine Sorgen machen. Das heißt: Irgendeinen Masterstudienplatz bekommt man immer. "Aber es gibt Engpässe in gewissen Regionen und in bestimmten Fächern", sagt Stefanie Busch, zum Beispiel beim Lehramt und in stark nachgefragten Fächern wie Psychologie oder Betriebswirtschaftslehre in besonders beliebten Städten wie Köln, München und Hamburg.

Verschärft werde die Situation dadurch, dass die doppelten Abiturjahrgänge nun den Bachelor abschließen. Damit steigt die Konkurrenz um die Masterplätze. Einen ganz bestimmten Studienplatz zu ergattern dürfte in nächster Zeit schwieriger werden. In Panik geraten muss man trotzdem nicht, denn es gibt viele zulassungsfreie Masterstudiengänge, bei denen die Zahl der Plätze nicht begrenzt ist. Wer sich bewirbt, wird hier in der Regel auch genommen.

"Eine andere Möglichkeit ist ein Master im Ausland, eine Auslandserfahrung lohnt sich immer", sagt Stefanie Busch. Gerade in Wirtschafts- und Handelsstudiengängen oder in den Bereichen Politik und Kultur könne man so einen ganz neuen Blick auf sein Fachgebiet bekommen. Von hohen Studiengebühren, wie sie zum Beispiel Großbritannien erhebt, solle man sich nicht abschrecken lassen. "Es gibt viele Möglichkeiten, ein Stipendium für ein Auslandsstudium zu bekommen", sagt Stefanie Busch.

Die Note ist für die Zulassung entscheidend

Die Tendenz geht tatsächlich immer stärker in diese Richtung. "Für Universitäten sind Noten das sicherste Auswahlkriterium, um sich juristisch nicht angreifbar zu machen", sagt Christian Birnbaum, Anwalt für Hochschulrecht. Auswahlverfahren wie Motivationsschreiben und Gespräche erschienen zwar sinnvoll, weil Professoren und Studenten sich dadurch schon vor dem Studium kennenlernen, doch wie objektiv diese Verfahren sind, sei oft fraglich. Das mache sie vor Gericht leicht angreifbar, Hochschulen vergäben ihre Plätze deshalb lieber nur nach Noten. Wenn es bei der Bewerbung auf die Note ankäme, müsse man aber zwischen Zugangs- und Zulassungsbeschränkungen unterscheiden. Wird beim Zugang ein Notenschnitt von zum Beispiel 2,6 festgesetzt, hat man mit einem schlechteren Bachelorabschluss keine Chance.

Bei der Zulassung ist der Notenschnitt dagegen nur ein Richtwert aus dem vergangenen Jahr. Es kommt darauf an, wie viele Bewerber sich um die vorhandenen Plätze bewerben. Je größer die Nachfrage ist, desto besser muss man sein, denn wer die beste Note hat, bekommt zuerst einen Platz. Es kann also sein, dass Bewerber in einem Jahr 1,7 brauchen, während im nächsten Jahr 2,3 reicht. Klar ist auch: Nicht in allen Fächern spielen Noten die entscheidende Rolle. In einigen Fällen, wo es zu wenig Bewerber gebe, freuten sich Professoren über fast jeden Masterstudenten, so Christian Birnbaum. "Und wer den BWL-Masterplatz in Köln nicht bekommt, sollte auch nicht die Krise kriegen, sondern sich in anderen Städten bewerben", sagt der Anwalt.

Universitäten bevorzugen eigene Absolventen

Das lässt sich nicht belegen. Trotzdem können sich Vorteile ergeben. "Ich denke, dass Bachelorstudierende allein schon deshalb bessere Chancen auf einen Masterplatz an der eigenen Uni haben, weil ihnen die Bewerbung leichter fällt", sagt Selma Güney, die als Studierendenvertreterin im Senat der Universität Münster sitzt. Zählt nur die Note, ist das Bevorzugen schwer.

Manche Unis verlangen aber Mindestpunktzahlen in Bachelorfächern, die die eigenen Absolventen von Haus aus mitbringen, externe dagegen seltener. Für Motivationsschreiben oder Auswahlgespräche ist es auch ein Vorteil, den zuständigen Professor zu kennen. "Wenn man schon am Institut studiert hat, trifft man den Ton besser, und wer sich am Lehrstuhl oder in der Fachschaft engagiert hat, kann natürlich auch das einbringen und positiv auffallen", sagt Selma Güney.

Externe Bewerber sollten den Heimvorteil mancher Konkurrenten bedenken und sich gut informieren, zum Beispiel im Netz oder bei den jeweiligen Fachschaften. "Von denen erfährt man etwa, ob den Verantwortlichen Praktika wichtig sind oder nicht", sagt Selma Güney.

Es lohne sich auch, einen fachverwandten Bachelorstudiengang der neuen Uni genauer anzusehen. Wer deutliche Unterschiede zwischen diesem und dem eigenen Bachelor erkennt, sollte auf diese Punkte in seiner Bewerbung eingehen.

Oft unterscheidet sich jedoch nur die Wortwahl. "Statistik heißt in manchen Bachelorplänen zum Beispiel einfach Statistik, bei anderen ist sie Teil eines 'Methodenmoduls'. Das kann man ganz leicht herausfinden", sagt Selma Güney.

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