Partner von:

"London – diese Stadt zieht einen mit"

Westminster Abbey in London [Quelle: pixbay.com, Stevebidmead]

Quelle: pixbay.com, Stevebidmead

Wer in London studiert, kommt ohne die Unterstützung anderer kaum aus. Horrende Studiengebühren, hohe Mieten und verstopfte Straßen kosten Nerven – aber für alles gibt es Auswege.

Für Pamina Karl führte der Weg nach London über Kairo. "Ich bin fest davon überzeugt, dass die Erfahrungen, die ich in Ägypten gemacht habe, sehr wichtig waren", sagt die deutsche Studentin an der London School of Economics (LSE), die zu den renommiertesten sozialwissenschaftlichen Universitäten der Welt zählt. Pamina Karl ist 25 Jahre alt, und bevor sie an die LSE ging, hat sie im oberschwäbischen Ravensburg Betriebswirtschaft studiert. Nach dem Abschluss dort ging sie – trotz Militärputsch und blutiger Unruhen – im Sommer 2013 für zehn Monate nach Kairo, um ein Praktikum bei einer Wohltätigkeitsorganisation zu machen.

"Meine Eltern waren von der Idee zuerst nicht besonders begeistert", sagt sie. Aber die Reise mitten in den Arabischen Frühling war nicht nur spannend – auch beim ziemlich anspruchsvollen Auswahlverfahren an der Londoner Eliteuniversität dürfte der Aufenthalt im Nahen Osten geholfen haben. "Gute Noten sind natürlich Voraussetzung, aber die LSE will außerdem Studenten mit einem interessanten Background haben", sagt sie. Heute büffelt sie an der Hochschule in der Nähe von Covent Garden für ihren Masterabschluss in Public Administration. Ihr Traumjob? "Einmal bei den Vereinten Nationen in Wien zu arbeiten, das wäre toll", sagt die Studentin.

Pamina Karl ist eine von rund 14.000 jungen Deutschen, die an einer britischen Universität studieren – und für viele ist die Weltstadt an der Themse das Traumziel. "London hat Drive, und das macht einen auch selbst schneller. Diese Stadt zieht einen mit", schwärmt Pamina Karl, die seit knapp zwei Jahren in London lebt. Wegen des Lebensgefühls und seiner guten Universitäten, ist London ein Magnet für Studenten aus aller Welt geworden. Die LSE ist hier nicht die einzige Hochschule von Weltrang: Auch andere, wie das University College London, das Imperial College und das King’s College, spielen in dieser Liga. Mit dem Royal College of Arts und der University of the Arts sitzen zudem zwei der angesehensten Kunsthochschulen der Welt in London.

Für ihr Fach sei die britische Hauptstadt "the place to go" in Europa, sagt die junge Kroatin Anja, die ihren Nachnamen lieber nicht in der Zeitung lesen will. Die junge Grafikdesignerin macht einen Master in Illustration am Camberwell College of Arts im Südlondoner Stadtteil Peckham. Das College ist Teil der University of the Arts. Die tragische Rocklegende Syd Barrett, Gründungsmitglied von Pink Floyd, hat in Camberwell einst Malerei studiert.

"Das Tolle ist die Vielfalt an Menschen"

Anja ist von Londons Internationalität und Weltoffenheit begeistert. "Das Tolle ist die Vielfalt an Menschen. Hier triffst du Leute von überall", sagt sie. Das gilt nicht nur für die Hauptstadt, sondern auch für Großbritanniens Universitäten insgesamt: Nach den Vereinigten Staaten hat das Land den zweitgrößten Anteil ausländischer Studenten. Laut OECD hat einer von zehn Studierenden auf der Insel keinen britischen Pass. In der Metropole London allerdings ist der Anteil in vielen Studienfächern weit höher. In der Masterklasse für Illustration in Camberwell sind die Briten klar in der Minderheit: Mehr als drei von vier Studenten an der Kunsthochschule stammen aus dem Ausland, die meisten aus China.

So faszinierend diese Stadt ist – einen großen Nachteil hat London: Das Leben in der Metropole ist höllisch teuer. Vor allem die Wohnungskosten sind schwindelerregend. Eine eigene Wohnung ohne WG-Mitbewohner können sich nicht nur die allermeisten Studenten kaum leisten. Selbst viele Akademiker, die längst im Berufsleben stehen, wohnen aus Kostengründen weiter in der WG. Die kroatische Kunststudentin Anja ist der Einfachheit halber direkt nach Peckham gezogen, ganz in die Nähe ihrer Hochschule. Das spart im chronisch überlasteten öffentlichen Nahverkehr Zeit, Geld und Nerven, die sonst für das Pendeln draufgingen. Außerdem ist Peckham, das an der Themse derzeit als angesagtes Szeneviertel gilt, einer der erschwinglicheren Stadtteile.

Wo soll man mit der Wohnungssuche beginnen, in Europas größter Stadt, die rund 8,5 Millionen Einwohner zählt? Grob gesagt gilt: Südlich der Themse und im Osten Londons sind die Mieten tendenziell erschwinglicher als im Norden und Westen. Dafür allerdings ist dort auch die Anbindung an die U-Bahn oft bescheiden. Stattdessen muss man den Bus nehmen, der wiederum oft im Stau steckt. Wagemutige trauen sich auch auf dem Fahrrad in den ziemlich halsbrecherischen Straßenverkehr der Hauptstadt.

nach oben

Ob Studium oder Praktikum - ein Auslandsaufenthalt macht sich nicht nur gut im Lebenslauf, er erweitert auch deinen Horizont.

Ab ins Ausland

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren