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Wie sich private Hochschulen finanzieren

Absolvent Universität Finanzierung Studienfinanzierung Finanzen Robe Dollar Geld [Quelle: Fotolia, William Burlingham]

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Die Studiengebühren reichen in der Regel nur, wenn der Forscherdrang nicht allzu groß ist.

Es gibt durchaus Betreiber, die mit einer der 135 privaten Hochschulen hierzulande Geld verdienen. Sie bieten dann auf Fachhochschulniveau günstige "Buchfächer" wie Wirtschaft an, für die sie keine teuren Laboratorien brauchen. Zu den Einnahmen aus Studiengebühren kommen meist jene aus Beratungsaufträgen für Firmen oder Weiterbildungskursen ohne akademischen Abschluss. Einen Teil der Vorlesungen und Seminare halten Praktiker auf Honorarbasis. Sie sind günstiger als die eigenen Professoren, die teils aber auch keine volle Stelle haben, dafür nebenbei noch ein eigenes Unternehmen führen oder als Berater arbeiten.

20 der 135 privaten Hochschulen hierzulande sind Universitäten.

Fachhochschulen sind laut den Bundesstatistikern immerhin acht von zehn der Privaten. Geld verdienen wollen aber nicht alle. Mindestens die Hälfte aller privaten Anbieter im Land hat eine Rechtsform gewählt, die nicht gewinnorientiert ist, zeigten Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und Beratung McKinsey 2010 in einer Studie.

Um Studiengebühren kommen aber auch sie nicht herum. 2012 hat der Wissenschaftsrat, Deutschlands oberstes Beratergremium in Hochschulfragen, aufgeschlüsselt, dass drei von vier der bis dato von ihm akkreditierten Anbieter 76 bis 100 Prozent ihres Haushalts aus Studiengebühren bestreiten. Für den Bachelor verlangten sie zwischen 120 und 1 500 Euro im Monat, im Schnitt 520 Euro. Masterprogramme waren mit 200 bis 4 170 Euro und durchschnittlich 720 Euro je Monat deutlich teurer.

Einige private Hochschulen rühmen sich damit, noch nie Geld vom Staat erhalten zu haben. Vor allem Universitäten wie Witten/Herdecke oder Jacobs in Bremen konnten bisher ohne dies aber nicht überleben.

Mit privaten Universitäten lässt sich in Deutschland generell kein Geld verdienen - im Gegenteil. Sie sind auf Mäzene oder Finanziers wie Stiftungen und Unternehmen angewiesen, denn die Forschung lässt sich nicht aus Studiengebühren finanzieren. Sonst müssten diese exorbitant hoch sein, sagt Christian Berthold, Geschäftsführer der Hochschulberatung CHE Consult.

Gerne wird auf Universitäten in den USA wie Harvard verwiesen, die einen Teil ihrer Erlöse aus den Zinsen ihres über Jahrzehnte oder Jahrhunderte gewachsenen Stiftungsvermögens und den Spenden ehemaliger Studenten generieren. Doch ein ansehnliches Vermögen und eine Spendenkultur haben die im Vergleich noch jungen deutschen Privatuniversitäten in der Regel nicht.

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