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"Recht ist kein Selbstzweck"

Schild auf dem Campus [Quelle: HHL Leipzig Graduate School of Management]

Quelle: HHL Leipzig Graduate School of Management

Nach dem Jura-Studium noch einen MBA machen - wozu das denn? Ein Jurist muss sich doch schließlich nicht mit Kostenrechnung und Investitionsstrategien beschäftigen? Unternehmensjurist Clemens Schülke hält dagegen: 'Ich muss auf Augenhöhe mit meinen Mandanten kommunizieren können.'

Was machen Sie beruflich?

Ich bin zuständig unter anderem für die Konzernentwicklung, Konzernrevision und arbeite als interner Rechtsberater für die Management-Holding des Stadtkonzerns mit 15 Mitarbeitern. Das operative Geschäft betreiben circa 5.000 Mitarbeiter unserer Tochterunternehmen: den Stadtwerken Leipzig, den Leipziger Wasserwerken, den Verkehrsbetrieben der Stadt. Ich berate die Konzernleitung bei juristischen Fragen, zum Beispiel des Handels- und Gesellschaftsrechts. Da ging es 2007/2008 beispielsweise darum, dass Anteile an den Stadtwerken zu verkaufen. Das ist klassisches M&A-Geschäft und damit an der Schnittstelle zwischen BWL und Jura.

Warum haben Sie sich nach dem Jura-Studium für einen MBA und nicht für einen LL.M. entschieden?
 Der Hauptauslöser war, dass ich auch viele betriebswirtschaftliche Aufgaben habe, zum Beispiel Risiko-Management. Überdies muss ich bei meiner juristischen Beratungsarbeit ständig berücksichtigen, ob meine Entscheidungen auch wirtschaftlich sinnvoll sind. Meine (internen) Mandanten sind größtenteils Betriebswirte und mit denen muss ich auf Augenhöhe kommunizieren können, da sind BWL-Kenntnisse hilfreich.

Was kann ein Jurist aus dem MBA-Studium mitnehmen?

In einem MBA werden allgemeine Management- und Führungsqualitäten vermittelt, die man immer gebrauchen kann. Auch in einer Kanzlei, die ja letztendlich ein Unternehmen ist. Manche Juristen wissen gar nicht, ob sie ökonomisch erfolgreich sind, da fehlt es den deutschen Universitäten oft an Praxisbezug.

Kamen Sie sich im MBA-Studium nicht manchmal wie ein Exot vor?

Nein, wir waren eine ganz gemischte Truppe. Vom Arzt über den Juristen bis zu Chemikern, Technikern, Betriebswirten, da war alles dabei. Am meisten lernt man von seinen Kommilitonen, das ist ja das Spannende an einem MBA-Studium.

Warum haben Sie sich für die HHL entschieden?

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt! Als Part-Time-Student hat es mich gefreut, dass ich nicht weit reisen muss, um eine der besten Schulen des Landes zu besuchen. Hier herrscht ein sehr internationales Flair, über 30 Prozent der Studenten haben selbst im nebenberuflichen Studium einen ausländischen Background. Beim Vollzeitstudium gilt dies noch mehr. Alles läuft komplett auf Englisch und so muss man sich dieser Sprache noch mal intensiv nähern - ein Vorteil, denn ich habe auch mit auslandsbezogenen Projekten zu tun.

Hat sich der MBA für Sie gelohnt?

Ja, absolut. Meine Erwartungen wurden übertroffen. Der fachliche Zugewinn ist ohnehin ein Vorteil, aber auch die Gruppenarbeit ist sehr nah am Arbeitsalltag. Ich musste häufig in Teams zusammenarbeiten und auch viel präsentieren, das übt man im Studium jedes Wochenende. Auch das fallbasierte Lernen ist nah an der täglichen Praxis. Man erlernt viele Tools, die man unmittelbar einsetzen kann, zum Beispiel, wie man geschickt und gleichzeitig fair verhandelt. Es macht viel Spaß, zu verstehen, welche psychologischen Prozesse aber auch ethische Wertungen den gemeinsamen Erfolg der Verhandlungspartner positiv beeinflussen können.

Würden Sie Juristen generell einen MBA empfehlen?

Das kommt sehr auf das Fachgebiet an. Einem Familienrechtler würde ich nicht zwingend einen MBA empfehlen. Wohl aber jemandem, der eine Karriere als Unternehmensjurist oder Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht anstrebt und mit seinem Mandanten eine Sprache sprechen will. Recht ist kein Selbstzweck, ein Unternehmer sucht in erster Linie den ökonomischen Erfolg, nicht unbedingt Gerechtigkeit. Manager und Jurist schauen aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf die gleiche Welt, da ist es hilfreich, wenn man die Motive seines Gegenübers versteht.

Warum hast du dich für die HHL entschieden?

Für mich erfüllt die HHL alle Kriterien für ein erfolgreiches MBA-Studium. Sie hat alle wichtigen internationalen Akkreditierungen bekommen. Zudem hat die HHL einen sehr guten Ruf in Deutschland, Europa und der Welt, was sich auch in den Rankings widerspiegelt. Richtig überzeugt hat mich aber die internationale Ausrichtung mit mehr als zwei Drittel internationalen Studenten im MBA-Programm und vielen ausländischen Gastdozenten.

Was gefällt dir an der HHL besonders gut?

Besonders gut gefällt mir die Internationalität. Die Chance, mit einer Iranerin, einer Koreanerin, einem Armenier, einem Inder und einem Mexikaner an einem Projekt zu arbeiten, bekommt man nicht oft. Darüber hinaus besitzen alle Berufserfahrungen in unterschiedlichen Industrien, zum Beispiel als Architekt, in der Automobilindustrie und im Einzelhandel. Hierdurch hat man Zugang zu verschieden kulturellen Lebenserfahrungen, die das Lernen über reine Fakten hinaus bereichert. Zudem ist die Betreuung durch die Professoren und das Career Center einzigartig.

Was ziehst du für deine Zukunft aus dem MBA?

Ich habe das MBA-Studium gewählt, um meiner Karriere den entscheidenden Kick zu geben. Neben dem Erlernen von harten Fakten, um in einem internationalen Managementumfeld erfolgreich bestehen zu können, schärft das MBA-Studium mit gezielten Kursen auch die Soft Skills.

Was möchtest du später beruflich machen?

Eine Überlegung ist, in die Unternehmensberatung zu gehen, eine andere, mich mit einer E-Commerce-Firma selbständig zu machen. Das ist ein weiterer großer Pluspunkt der HHL: Die Hochschule hat viele Unternehmensgründungen hervorgebracht. Es gibt an der HHL ein Fach, in dem man einen Business Plan schreibt. Dann kommen Risikokapitalgeber an die Uni, bewerten den Plan, geben Empfehlungen und wenn man ein gutes Projekt hat, kann man so gleich seinen ersten Geldgeber finden. Im Schnitt gründet jeder 20. Student der HHL ein Unternehmen. So sind schon 60 Unternehmen in der Region entstanden – und, ganz nebenher, an die 1500 Arbeitsplätze.

Das Betreuungsverhältnis ist mit einem Dozenten auf fünf Studenten außergewöhnlich gut. Welche Vorteile hat das?

Das Verhältnis zu den Dozenten ist sehr eng und gut, man hat jederzeit die Chance, mit einem Professor zu sprechen, und dabei muss es nicht immer um die Vorlesung gehen. Ich berate zum Beispiel neben dem Studium ein Kleinunternehmen, für die ich versuche, das Marketing anzuschieben. Dafür hat mein Professor immer ein offenes Ohr.

Kannst du ein Beispiel für eine Fallstudie nennen, die ihr im Studium bearbeitet habt?

Ja. Wir machen in jedem Kurs mindestens eine Fallstudie. Wir haben zum Beispiel das Marketing von Apple untersucht, und geschaut, wie der Markt für die Einführung des ipods war. Es gibt auch noch ein so genanntes "Field Project", indem man eine reale Problemstellung bearbeitet, zum Beispiel für Mercedes und Tom-Tom.

Du hast die Wahl zwischen über 100 Partnerhochschulen: Wohin gehst du ins Ausland und warum?

Ich habe mich für Bangaluru, ehemals Bangalore, entschieden. Die Märkte China und Indien sind enorm groß und wichtig. Für Bosch Rexroth habe ich schon mal ein Projekt in China bearbeitet, da ging es um Aufbau einer Elektromotorenausfertigung.

Wie finanzierst du die Studiengebühren?

Die finanziere ich privat, die Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützt aber meinen Auslandsaufenthalt. Meine Berufschancen sind nach dem Studium so gut, dass sich die Investition auf jeden Fall lohnt.

Wem würdest du dieses Studium weiterempfehlen – und wem eher nicht?

Das MBA-Studium eignet sich vornehmlich für Nicht-BWLer, wie Juristen, Mediziner, Geisteswissenschaftler oder Ingenieure. Empfehlen kann ich das Studium, wenn man seine Managementkenntnisse ausbauen und seine berufliche Zukunft in Europa sieht. Was ich wichtig finde: Liebe zur Wirtschaft sollte man mitbringen!

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Die HHL Leipzig Graduate School of Management vergibt zwei Teilstipendien von jeweils bis zu 12.000 Euro exklusiv an e-fellows.

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