MBA-Bewerbung: Die zehn größten Fehler bei der MBA-Bewerbung

Autor*innen
Christin Brutsche und Sabrina Seltmann
Verzweifelter Mann, der in die Knie geht und seine leere Aktentasche als Hut aufsetzt. Im Hintergrund ein Diagramm, das einen Abwärtstrend zeigt.

Der Master of Business Administration (MBA) gilt als die Königsklasse der Ausbildung. Jedes Jahr bewerben sich zahlreiche kompetente Anwärterinnen und Anwärter. Doch wie lassen sich gängige Fehler bei der Bewerbung vermeiden? Die MBA-Expertinnen Christin Brutsche und Sabrina Seltmann klären auf.

1. Den gleichen Essay für alle Bewerbungen verwenden

Jede Business School hat ihre eigene Kultur und sucht danach ihre Studierenden aus. Mit dem Essay kannst du deine Persönlichkeit hervorheben und der Business School verdeutlichen, dass du perfekt zu ihr und der Kultur passt. Deshalb solltest du deinen Essay unbedingt auf die jeweilige Business School ausrichten. Ist er zu generisch, sind die Chancen hoch, dass du abgelehnt wirst.

2. Deutsche Begriffe falsch übersetzen

Diesen Fehler sehen wir bei der Betreuung von MBA-Bewerbungen am häufigsten. Vor allem im Résumé werden Jobbezeichnungen oder Tätigkeiten nicht korrekt übersetzt und können so falsche Informationen liefern. Aus der Strategischen Assistenz der Geschäftsleitung (Financial Analyst, office of the CFO) wird dann schnell Sekretär:in der Geschäftsleitung (Assistant to the CFO).

3. Zu wenig Zeit für die Bewerbung einplanen

Für die MBA-Bewerbung werden viele Informationen benötigt, deren Zeitaufwand oftmals unterschätzt wird. Viele Anwärter:innen geben dann Bewerbungen ab, die ihr Können und ihr Profil nicht optimal darstellen. Zum Beispiel dauert die GMAT/GRE-Vorbereitung oft einige Monate, das Formulieren der Essays benötigt ebenso viel Zeit. Plane außerdem ausreichend Zeit für Empfehlungsschreiben ein. Bis du diese von anderen Personen erhältst, vergehen oft Monate.

4. Zu denken, dass es nur auf die Leistung ankommt

Viele Bewerber:innen denken, dass ihre Leistungen hervorragend sein müssen – und sie sollten auch wirklich gut sein, aber entscheidend ist nicht alleine deine Leistung, sondern dein gesamtes Profil. Die Business Schools haben den Luxus, aus tausenden von geeigneten Personen die herauszusuchen, die charakterlich am besten zu ihnen passen. Damit ist es umso wichtiger, dass du einen guten Essay und ein überzeugendes Bewerbungsprofil erstellst.

5. Sich keine Hilfe suchen

Der Großteil der Anwärter:innen erhält tiefgreifende Unterstützung bei der Bewerbung – sei es professionell oder privat von Freund:innen oder Familie. Dadurch ist die Qualität der Bewerbungen immens gestiegen, was die Konkurrenz größer macht. Solltest du selbst keine Hilfe in Anspruch nehmen können und nicht wissen, worauf es ankommt, geht deine Bewerbung oftmals unter.

Über die Autorinnen

Christin Brutsche ist Gründerin der Karriere- und Admissionsberatung IVERY GROUP. Sie absolvierte ihren MBA 2018 als Jahrgangsjüngste an der Harvard Business School. Nach Stationen bei Siemens und Start-ups in Ghana und Japan verschlug es sie zur Top-Beratung McKinsey. Heute berät sie mit ihrem mittlerweile 30-köpfigen Team Studierende und Young Professionals zu deren Karriereschritten und Bewerbungsvorhaben.

Sabrina Seltmann beschäftigte sich im Rahmen ihrer Promotion mit der Harvard Business School und baute sich dadurch einen im deutschsprachigen Raum beispiellosen Wissensschatz über die Aufnahmekriterien der großen Business Schools auf. Neben ihrer akademischen Karriere als Dozentin berät sie Studierende zu deren Bewerbungsprofilen und -storylines für Top MBA- und Master-Programme als Mitgründerin der Karriere- und Admissionsberatung IVERY GROUP.

Solltest du Unterstützung bei deiner Bewerbung oder der Planung dafür benötigen, kannst du dich jederzeit an info@iverygroup.com wenden.

6. Das eigene Profil nicht frühzeitig aufzubauen

Es gibt verschiedene Kriterien für die Aufnahme in das MBA-Programm. Je früher du dich mit diesen auseinandersetzt, desto mehr Chancen hast du zum Zeitpunkt deiner Bewerbung. Ein Beispiel ist das soziale Engagement. Viele geben in ihrer Bewerbung an, sich gar nicht oder nur in kleinem Umfang (beispielsweise mit einer Geldspende) sozial engagiert zu haben. Der Grund ist oft die hohe Arbeitsbelastung. Später stellen sie fest, dass Business Schools großen Wert auf mehrere Engagements mit einem Nutzen für die Gesellschaft legen. Geld zu spenden reicht leider nicht. Hier wäre es sinnvoll gewesen, sich bereits Jahre zuvor mit den Anforderungen auseinander zu setzen.

7. Zu denken, dass man keine Chancen hat

Viele Business Schools suchen spannende Studierende, die einen Mehrwert für das Programm bieten können. Das können Philosoph:innen oder Architekt:innen sein. Erfahrungen, wie eine große Friedensbewegung gegründet zu haben, sind genauso wertvoll, wie spannende Lebenswege von ehemals freilernenden Kindern – es kommt also oft nicht alleine auf die reine Leistung an, sondern vielmehr auf deinen Mehrwert für die anderen Studierenden. Diese Erfahrungen können entweder durch das Studium, die Praktika, Interessen, Prägungen, Weltsichten, Engagements oder viele andere Faktoren erreicht werden. Je mehr Menschen sich aber aus einem bestimmten Feld bewerben, desto wichtiger werden Leistung und Unterschiede. Die meisten Bewerbungen für Business Schools kommen von Personen aus der Wirtschaft, weshalb es gerade hier wichtig ist, sich durch Leistung oder andere Faktoren von ähnlichen Profilen abzuheben.

8. Nach einer Absage aufgeben

Für die besten Programme bewerben sich oft zahlreiche sehr gute Studierende. Das bedeutet, dass du je nach Jahrgang in einem Jahr abgelehnt und im nächsten genommen werden kannst. Bewirbt sich beispielsweise eine Person mit einem ähnlichen Profil, das nur minimal besser ist, wird diese Person bevorzugt. Wenn sich diese Person im nächsten Jahr nicht bewirbt, stehen deine Chancen gut, dass du die Zusage erhältst. Daher ist es sinnvoll, dich im nächsten Jahr einfach nochmal zu bewerben, falls du Absagen erhalten hast.

9. Empfehlungen selbst schreiben

Recommendations sind Empfehlungen von anderen und sollten immer von diesen geschrieben werden. Selbst verfasste Empfehlungsschreiben erwecken den Eindruck, dass deine Recommender nicht überzeugt genug von dir sind, um sich die Zeit für eine Empfehlung zu nehmen.

10. In der Bewerbung von sich schwärmen

Bewirbst du dich an prestigereichen Business Schools, möchtest du auch sichergehen, dass du dich im besten Licht darstellst. Und deshalb sehen wir bei unserer Arbeit oft Essays, die von Eigenlob nur so strotzen. Dabei besticht eine gute Bewerbung durch Beispiele, anhand welcher du deine Fähigkeiten belegst. Deine eigene Persönlichkeit sollte dabei eher bescheiden wirken.

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