Mieten im Studium: So viel kostet das Wohnen in deutschen Studi-Städten
- Elena Alferi
KI-generiert mit ChatGPT
Was du studierst, solltest du nach deinen Interessen und Stärken entscheiden und nicht nach dem Studienort: In der Theorie stimmt das, in der Praxis sieht es oft anders aus. Denn die Preise für Wohnungen und WG-Zimmer in deutschen Uni-Städten haben ordentlich angezogen – und übersteigen in den allermeisten Fällen die im BAföG enthaltene Wohnpauschale. Wo du wie viel zahlst, erfährst du bei uns.
2,9 Millionen Studierende gibt es in Deutschland, rund 403.000 davon sind Studienanfänger. Sie alle brauchen Wohnraum – und genau dieser ist in den meisten Hochschulstädten begrenzt. Die Folge sind steigende Mietkosten für kleinere Wohnungen und WG-Zimmer. Wie hoch die Mietbelastung in deutschen Studi-Städten wirklich ist, zeigt eine aktuelle Auswertung des MLP Studentenwohnreports 2026, der in Zusammenarbeit mit dem Institut der deutschen Wirtschaft entstanden ist.
Was genau wurde untersucht?
Der MLP Studentenwohnreport 2026 untersucht den studentischen Wohnungsmarkt an 38 deutschen Hochschulstandorten. Grundlage sind Angebotsdaten der Value AG, die sich hinsichtlich Größe, Ausstattung, Qualität und Lage der Mietobjekte teils erheblich unterscheiden. Deswegen verwendet das Institut der deutschen Wirtschaft ein hedonisches Regressionsverfahren, mit dem strukturelle Unterschiede zwischen den erfassten Wohnungen statistisch kontrolliert werden. Auf diese Weise lässt sich die Mietentwicklung möglichst vergleichbar abbilden.
Für den Städtevergleich berechnet der Report außerdem zwei standardisierte Modellfälle: eine 30-m²-Musterwohnung und ein 20-m²-Muster-WG-Zimmer. Die ausgewiesenen Warmmieten sind als kalkulierte Vergleichswerte zu verstehen, nicht als durchschnittliche Angebotsmieten des jeweiligen Standorts.
So viel kostet eine Wohnung oder ein WG-Zimmer in deiner Stadt
Nimmt man alle Hochschulstandorte zusammen, liegt der Durchschnittspreis für eine Musterwohnung mit 30 Quadratmetern bei 567 Euro warm. Ein Muster-WG-Zimmer kostet 513 Euro. Wenig überraschend sind die Mietpreise in München am höchsten. Die bayerische Hauptstadt landet deswegen auf dem wenig ruhmreichen ersten Platz. Für eine 30-Quadratmeter-Musterwohnung werden in München 882 Euro Warmmiete pro Monat fällig, für das WG-Zimmer 849 Euro. Danach folgen Berlin und Frankfurt am Main. Am günstigsten wohnst du in Chemnitz. Hier zahlst du 277 Euro für eine Wohnung und 222 Euro für ein WG-Zimmer.
Mietkosten für eine studentische Musterwohnung und für ein Muster-WG-Zimmer
Die im BAföG enthaltene Wohnpauschale in Höhe von 380 Euro kann bei diesen Mietpreisen nicht mithalten. Lediglich in Chemnitz, Magdeburg und Greifswald reicht sie für das modellierte WG-Zimmer aus. Die Finanzierung einer eigenen Wohnung ist nur in Chemnitz möglich.
Die gute Nachricht: Zum Sommersemester 2027 soll die Wohnpauschale auf 440 Euro pro Monat steigen. Doch selbst mit diesem Betrag musst du in den meisten deutschen Hochschulstädten Geld dazuverdienen. Dies deckt sich auch mit dem Stimmungsbild aus unserer Community:
"Ich denke, das BAföG ist in einigen Städten nicht ausreichend für die Miete. In meinem Bekanntenkreis würden viele ohne die Eltern und/oder Neben- bzw. Ferienjobs nicht auskommen."
Wie viel Geld sparst du mit einem WG-Zimmer?
Alleine zu wohnen, kann Vorteile haben – ist aber meist auch teurer. Der Preisvorteil fällt jedoch je nach Stadt sehr unterschiedlich aus.
Besonders groß ist die Differenz in Trier: Dort zahlst du für ein WG-Zimmer 115 Euro weniger als für eine 30-Quadratmeter-Wohnung. In Darmstadt sind es 107 Euro, in Göttingen 100 Euro. Auch in Mainz, Bielefeld und Dresden spart das WG-Modell deutlich. Grundlage sind die im Report ausgewiesenen kalkulierten Warmmieten; die Differenzen zwischen Musterwohnung und Muster-WG-Zimmer haben wir daraus selbst berechnet.
In anderen Städten liegen beide Wohnformen überraschend nah beieinander. In Leipzig beträgt der Unterschied nur 10 Euro, in Heidelberg 12 Euro. Einen Sonderfall stellt Hamburg dar: Dort liegt das Muster-WG-Zimmer mit 736 Euro sogar 36 Euro über der 30-Quadratmeter-Musterwohnung mit 700 Euro. Das heißt nicht, dass WG-Zimmer in Hamburg grundsätzlich teurer sind als kleine Wohnungen. Die Aussage bezieht sich ausschließlich auf die beiden standardisierten Modellfälle des Reports.
Ersparnis WG-Zimmer vs. Wohnung
Eine Frage der Finanzierung
Damit ausreichend Geld zum Leben und Sparen bleibt, gelten 30 Prozent des Nettoeinkommens als Faustregel für Mietausgaben. Dies ist schon für viele Arbeitnehmer:innen in großen deutschen Städten kaum möglich, für Studierende noch viel weniger.
Gerade in teuren Hochschulstädten lohnt es sich deswegen, früh mit der Suche zu beginnen. Ein bisschen Glück gehört aber auch dann dazu, zeigt ein Beispiel aus der Community:
"Wohne alleine in einer 2-Zimmer-Wohnung, 60 Quadratmeter, für 650 Euro warm in Berlin. Bin [...] super stolz auf meinen Fund nach monatelanger Kleinanzeigenrecherche."
Die Auswertung verdeutlicht: Ein WG-Zimmer ist oft günstiger als eine eigene kleine Wohnung, aber nicht automatisch ein Schnäppchen. Daneben bleibt noch die Hoffnung, über den Freundeskreis oder über Bekannte durch Zufall an ein günstiges Angebot zu kommen. Auch Wohnheimplätze sind meist günstiger als WG-Zimmer, allerdings ist hier mit langen Wartezeiten zu rechnen. Wer in einer besonders teuren Hochschulstadt studiert, braucht deshalb oft ein höheres Budget, einen Nebenjob, viel Geduld bei der Suche und eine große Portion Glück.
Wenn du dir das sparen möchtest, beziehe die Wohnkosten vor Ort schon vorab in die Studienwahl mit ein und entscheide dich im Zweifel für die günstigere Hochschulstadt.
Wie findest du in teuren Städten ein günstiges WG-Zimmer?
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