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Von Hollywood-Eltern und Vergewaltigungsvorwürfen

    

4. Das Schmiergeld der Stars

Symbolbild: Hochschulskandal à la Hollywood [© Martin Jernberg via unsplash.com]

Symbolbild: Hochschulskandal à la Hollywood [© Martin Jernberg via unsplash.com]

Die Zutaten für diesen Uni-Skandal

Einflussreiche Eltern, mäßig talentierter Nachwuchs und Bestechung – fertig ist der nächste Hochschul-Eklat.

Darum geht's

Was machen Eltern, wenn ihre Kinder nicht das Zeug für eine renommierte Hochschule wie Yale oder die University of Southern California haben? Sind Mama und Papa reich und mächtig, lautet die Antwort in diesem Fall: Ich erkaufe meinen Kindern das Studium! 

Prominente Beispiele für diese Praxis sind der Hollywoodstar Felicity Huffman und die aus der Sitcom "Full House" bekannte Schauspielerin Lori Loughlin. Die beiden sollen zu einer einflussreichen Gruppe von Eltern gehören, die Schmiergeld zahlten, um ihren Nachwuchs auf das gewünschte College zu schicken.

Die Vorwürfe listet das FBI in einer Anklageschrift auf: Demnach bestachen die Eltern Uni-Vertreter, um bei der Aufnahmeprüfung für die Colleges zu betrügen oder ihrem Nachwuchs einen aussichtsreichen Bewerberstatus zu sichern. 

Wie viel der Zugang zu einer Eliteuni kosten kann, zeigen die Beispiele Huffman und Loughlin: Huffman und ihr Ehemann, der Schauspieler William H. Macy, sollen 15.000 US-Dollar gezahlt haben, um ihrer ältesten Tochter ein perfektes SAT-Ergebnis zu verschaffen. Laut Anklageschrift investierten Loughlin und ihr Ehemann sogar 500.000 Euro, um ihre Töchter über das Ruderteam an die University of Southern California zu schleusen. Das Problem: Loughlins Töchter sind keine Ruderinnen.     

Deshalb bleibt der "Schmiergeld-Skandal" relevant

Schon immer haben Eltern alle Mittel eingesetzt, um ihren untalentierten Kindern die beste Ausbildung zu beschaffen. Vermutlich ist es nur eine Frage der Zeit, wann und wo ein weiterer Skandal ans Licht kommt.

Eine Verfilmung des Schmiergeldskandals um die Schauspielerinnen interessiert sicher Hollywood, das sich gerne mit sich und seiner Geschichte beschäftigt (zuletzt in Tarantinos "Once Upon a Time in Hollywood"). Vielleicht spielen Huffmann und Loughlin sich sogar selbst? 

5. Der "Polster-Protest"

Symbolbild: Matratzenprotest an einer US-Uni [© sensopur via Pixabay]

Symbolbild: Matratzenprotest an einer US-Uni [© sensopur via Pixabay]

Die Zutaten für diesen Uni-Skandal

Eine Matratze und Vergewaltigungsvorwürfe ergeben einen handfesten Hochschul-Eklat.  

Darum geht's

Im Jahr 2014 trägt die Kunststudentin Emma Sulkowicz wochenlang eine blaue Matratze über den Campus der Columbia University. Die Botschaft ihrer Aktion: Sulkowicz beschuldigt einen deutschen Kommilitonen, er habe sie auf einer solchen Matratze vergewaltigt. Die Studentin will zudem für das Thema sexuelle Gewalt an Hochschulen sensibilisieren.    

Der Verdächtigte leugnet die Vorwürfe vehement. Die Polizei hält die Vorwürfe für nicht stichhaltig, ebenso wenig die Uni. Gleichzeitig wird im Zuge der Matratzen-Aktion aber der Name des Beschuldigten öffentlich. Die Hochschule akzeptiert Sulkowiczs Aktion zudem als Masterprojekt – nicht zuletzt deshalb fühlt sich der beschuldigte Student von seiner Hochschule im Stich gelassen.

Die Folgen: Zwischen dem Verdächtigten und der Universität entbrennt ein jahrelanger Rechtsstreit. 2017 entschuldigt sich die Hochschule offiziell bei dem Studenten. Sulkowicz ist dank ihrer Polster-Performance heute eine berühmte Künstlerin. Einige Kritiker haben jedoch inzwischen Zweifel an ihren Vorwürfen. 

Deshalb bleibt der "Polster-Protest" relevant

Sulkowiczs Performance spaltet die öffentliche Meinung: Unterstützer loben ihren Protest als mutige Aktion gegen sexuelle Gewalt. Gegner haben Zweifel an Sukowiczs Version der Ereignisse und sehen ihren Protest als Angriff auf die Persönlichkeitsrechte des Verdächtigen.

Ob die Kritik an Sulkowiczs Performance nun zutrifft oder nicht: Mit ihrem Polster-Protest schafft sie eine wichtige Voraussetzung für die zwei Jahre später aufkeimende #Metoo-Bewegung.  

6. Das "Züri-Leak"

Die Universität Zürich [© Universität Zürich]

Die Universität Zürich [© Universität Zürich]

Die Zutaten für diesen Uni-Skandal

Vor einer Prüfung bietet dir das Internet viele Lernmöglichkeiten – und manchmal sogar mehr.   

Darum geht's

Der ganze Kurs "BWL 2" büffelt 2018 fleißig für die jährliche Prüfung der Uni Zürich. Der ganze Kurs? Nein! Gerissene Studis können sich die Prüfungsunterlagen schon vorab auf dem Uniboard-Forum anschauen.

Wer nicht gespickt hat, muss sich damals jedoch nicht stressen: Die Hälfte der Fragen stammen immerhin aus der Prüfung des Vorjahres. Trotzdem fühlen sich viele Studenten – zu Recht – benachteiligt. Obwohl an der Uni kurz die Emotionen hochkochen, hat das "Züri-Leak" kein Nachspiel. Die Hochschule wiederholt die Prüfung und erkennt die Ergebnisse an. 

Deshalb bleibt das "Züri-Leak" relevant

Studenten schummeln vermutlich schon so lange, wie es Prüfungen gibt – das verdeutlicht dieser Skandal. 

7. Opfer für die Freiheit

Bodendenkmal am Haupteingang der LMU München [Bildrechte: Ludwig-Maximilians-Universität | Weiße Rose Stiftung e.V. / Catherina Hess]

Bodendenkmal am Haupteingang der LMU [Bildrechte: Ludwig-Maximilians-Universität | Weiße Rose Stiftung e.V. / Catherina Hess]

Die Zutaten für diesen Uni-Skandal

Mutige Studenten kämpfen gegen ein totalitäres, verbrecherisches Regime.

Darum geht's

Die Nationalsozialisten erkämpfen sich früh gewaltigen Einfluss in der deutschen Hochschullandschaft: Der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund dominiert bereits 1931 die Allgemeinen Studentenausschüsse. Mit der Machtübernahme 1933 folgt die komplette Gleichschaltung: An den Unis verbrennen im selben Jahr missliebige Bücher. Bald darauf müssen jüdische Studenten und Dozenten die Hochschulen verlassen. 

Auch die Ludwig-Maximilians-Universität ist am 18. Februar 1943 Teil des NS-Hochschulsystems. An diesem Tag verteilen Sophie und Hans Scholl in der Uni Flugblätter, die zum Kampf gegen die NSDAP und dem Austritt aus der Partei auffordern. Ein Hausmeister hält die Mitglieder der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" fest und verständigt die Gestapo. Am 22. Februar lässt das NS-Regime Hans und Sophie Scholl mit weiteren Mitgliedern der Gruppe hingerichtet. 

Deshalb ist die Geschichte der Geschwister Scholl relevant 

Als Institutionen, die objektiv Wissen vermitteln sollen, können Hochschulen Teil eines totalitären Systems werden. Das Schicksal von Hans und Sophie verdeutlicht diese Wahrheit und zeigt, dass Studenten zu jeder Zeit Vorbilder für Zivilcourage sein können und sollen. 

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