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Jesus versus 888 Kinder

Schnuppern wie ein Dachs

Wir verlassen uns nicht mehr auf unsere Sinne, beklagte der Brite Charles Foster und zog für ein Langzeitexperiment hinaus in die Natur. Über mehrere Jahre lebte er als Dachs im eigenen Bau, markierte sein Revier mit Fäkalien und aß sich durch das breite Angebot an Würmern, das das Erdreich zu bieten hat.

Sein Ziel war es, herauszufinden, wie Tiere ihre Sinne nutzen. Dafür legte Foster auch einmal Käse in seiner Wohnung aus, um bei geschlossenen Augen seine Nase auf die Probe zu stellen. Im Alltag, so Foster, verließe sich der Mensch viel zu sehr auf seine Augen und vernachlässige seine anderen Sinne. Der ZEIT verriet der Tierarzt und Philosoph, er sei Dank des Experiments ein sinnlicherer Mensch geworden.

Sein Selbstexperiment hielt er in einem Buch fest und wurde dafür 2016 mit dem Ig-Nobelpreis für Biologie ausgezeichnet. Heute lehrt er Rechtsmedizin und Ethik an der Universität Oxford.

Jesus auf Toast

Was geht in einem Menschen vor, der das Gesicht Jesu auf einem Toastbrot erkennt? Sind sie ein Fall für die Wunder-Kommission des Vatikans – oder für den Onkel Doktor? Weder noch, sagen chinesische Neurowissenschaftler.

Um dem Wahrnehmungsphänomen – genannt Pareidolie – auf den Grund zu gehen, zeigten die Forscher zwei Testgruppen eine Reihe willkürlicher Schmierereien. Der einen Testgruppe erzählten sie allerdings, die Bilder zeigten Buchstaben oder Gesichter. Tatsächlich erkannten diese Probanden anschließend in einem von drei Bildern besagte Dinge. Messungen der Hirnaktivität zeigten, dass währenddessen dieselben Areale aktiv waren wie beim Erkennen echter Gesichter.

Menschen neigen also dazu, schon bei den kleinsten Anzeichen von Konturen ein Gesicht zu erkennen (man denke nur ans "Wolkenguckspiel"). Eine skurrile Fehlfunktion unserer Spezies? Von wegen! Für den Menschen könnte es ganz schön gefährlich sein, ein Gesicht zu übersehen – oder peinlich, eines nicht zu erkennen.

Entwarnung also für alle, die den Messias auf der Mehrkornschnitte erblicken – dafür wurden die Neurowissenschaftler um Jiangang Liu 2014 mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichnet.

Wie zeugt man 888 Kinder?

Der Evolutionsbiologe Karl Grammer erhielt 2015 den Preis für Mathematik, weil er einer Legende mathematisch auf die Spur kam. Der Sage nach soll der marokkanische Sultan Mulai Ismail (genannt "der Blutrünstige") innerhalb von 30 Jahren 888 Kinder gezeugt haben. Wenn man das für bare Münze nehme, so Grammer, wäre heute halb Marokko mit dem Sultan verwandt.

Der Biologe berücksichtigte biologische, aber auch historische Faktoren, und rechnete schließlich aus, dass der Sultan 0,8 Mal pro Tag Geschlechtsverkehr hätte haben müssen, um so viele Kinder zu zeugen. Die Kinder waren übrigens eine echte Plage in der Stadt: Sie benahmen sich völlig daneben, durften aber nicht bestraft werden.

Grammers Preis für die "Entdeckung": Ein Blumentopf und zehn Millionen Zimbabwe-Dollar.

Unverhofft ausgezeichnet

Manchmal landet die unwürdige Trophäe in Händen von Leuten, die lieber unter dem Radar geblieben wären. Einer der ersten Preisträger war der amerikanische Vize-Präsident Dan Quayle. Nachdem er 1992 bei einem Buchstabierwettbewerb in einer Grundschule einen Schüler anwies, an das korrekt geschriebene "potato" (Kartoffel) ein "e" anzuhängen, erhielt er den Ig-Nobelpreis für Bildung: "Er hat mehr als jeder andere gezeigt, dass eine gute Bildung unumgänglich ist," spottete das Komitee.

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