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Günstig und trotzdem sicher

Person, Laptop, Handy [Quelle:unsplash.com, Autor: madfishdigital

Quelle: unsplash.com, Autor: madfishdigital

Welche Absicherung für Studenten sinnvoll ist und welche nicht.

In Deutschland gibt es von Jahr zu Jahr mehr Studenten. Rund eine halbe Million Erstsemester werden in diesem Winter ein Studium an einer Hochschule beginnen. Zusammen mit den bereits fortgeschrittenen Semestern summiert sich die Zahl der eingeschriebenen Studenten somit auf fast 2,9 Millionen. Zum Vergleich: Noch vor einem Jahrzehnt lag diese Zahl um mehr als 40 Prozent niedriger.

Sind elementare Dinge wie Unterkunft, Bafög oder Stipendium erst mal geklärt, sind für Studis jedoch noch wesentliche Fragen nach der Absicherung bei Krankheit oder Unfällen zu klären. Hier die wichtigsten Antworten darauf.

Was muss, was kann, was braucht es nicht?

Der Bund der Versicherten hat sich hierzu gerade erst in einer gut 50-seitigen Broschüre festgelegt. Sehr wichtig sind demnach eine Krankenversicherung, die private Haftpflicht, eine Berufsunfähigkeitsversicherung und die Kfz-Haftpflicht. Die natürlich nur dann, wenn Studenten ein Auto besitzen. Als wichtig erachtet man bei dem Verbraucherverband zudem eine Unfallversicherung. Weniger notwendig sind dagegen Hausrat, Rechtsschutz und Kfz-Kaskoversicherung. Verzichten lässt sich auf eine Absicherung für Reisegepäck, Handy und auf Krankenzusatzversicherungen.

Läuft das in der Ausbildung nicht noch über die Eltern?

Teils, teils. Bis zum Abschluss des ersten Studiums gilt die Absicherung über die Eltern für die Krankenversicherung, die Haftpflicht, den Rechtsschutz und die Hausratversicherung. Die Altersgrenze liegt jedoch bei 25 Jahren. Darüber müssen sich Studierende um eigene Lösungen kümmern. Ganz anders ist es hingegen bei dualen Ausbildungsgängen. Hier werden Arbeit im Betrieb und Studium kombiniert. Immer mehr Unternehmen bieten das an, um bereits in einem frühen Stadium an die besten Nachwuchskräfte zu gelangen. Dafür wird oft bereits ein attraktives Gehalt gezahlt. Ab einem monatlichen Einkommen von 850 Euro gilt jedoch die volle Versicherungspflicht. Duale Studenten müssen sich dann selbst krankenversichern und auch Beiträge zur Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlen.

Wo liegen überhaupt die Einkommensgrenzen?

Keinen Einfluss haben ein regelmäßiges Einkommen von bis zu 445 Euro im Monat oder ein Minijob bis zu 450 Euro. Dann gibt es keine Abgaben, der Studierende kann bei den Eltern krankenversichert werden. Bis zur Obergrenze von 850 Euro fallen reduzierte Beiträge an, darüber die vollen.

Welche günstigen Möglichkeiten gibt es, wenn ich mich selbst versichern muss?

Speziell für die Anforderungen von Studis gibt es die gesetzliche Krankenversicherung der Studenten (KVdS). Dort sind die Beiträge überschaubar, deswegen ist sie auch für Leute interessant, die vorher bereits privat versichert waren. Nach der Ausbildung ist der Wechsel zurück in die private Krankenversicherung sogar ohne eine weitere Gesundheitsprüfung möglich. Allerdings ist die Mitgliedschaft in der KVdS nur bis zum 30. Lebensjahr oder dem Ende des 14. Semesters möglich. Danach muss der Studi in eine reguläre gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Ab da wird es in der Regel deutlich teurer.

Welchen Einfluss hat Bafög auf die Höhe der studentischen Krankenversicherung?

Studenten, die mehr als 450 Euro im Monat verdienen oder älter als 25 Jahre sind, müssen ab diesem Semester monatlich rund 15 Euro mehr für ihre gesetzliche Krankenversicherung zahlen. Schuld daran hat ausgerechnet eine Reform, die Studenten das Leben einfacher machen soll: Anfang August wurde der Bafög-Höchstsatz von 735 auf 853 Euro im Monat erhöht. Der Höchstsatz dieser staatlichen Förderung gilt auch als Berechnungsgrundlage der Beiträge für die studentische Krankenversicherung.

Wie teuer kommt so die gesamte gesundheitliche Absicherung?

Betroffene Studenten müssen nun mehr als 100 Euro im Monat für ihren Gesundheitsschutz zahlen. Der Krankenkassenbeitrag für Studenten berechnet sich aus 10,22 Prozent des Bafög-Höchstsatzes, was einen Beitrag von 87,18 Euro ergibt. Hin-zu kommen die Kosten für die Pflegeversicherung von bis zu 24,55 Euro sowie ein Zusatzbeitrag, der je nach Kasse höher oder niedriger ausfällt, aber durchschnittlich knapp acht Euro beträgt. Im Schnitt steigt die Beitragslast für Studenten nun um rund 15 Euro monatlich.

Wer bekommt überhaupt Bafög?

Knapp ein Fünftel der 2,87 Millionen Studenten in Deutschland erhalten Bafög. Mit dem Beschluss, die staatliche Förderung zu erhöhen, wollte die GroKo auf erhöhte Lebenshaltungskosten und gestiegene Mieten in Studentenstädten reagieren. Teil der Bafög-Reform war auch die Erhöhung des Einkommensfreibetrags, sodass mehr Studenten für die staatliche Förderung infrage kommen. Ab einem Bruttoeinkommen der Eltern von 60.000 Euro ist jedoch selbst eine Bafög-Teilförderung unwahrscheinlich. Wer die Regelstudienzeit von sechs Semestern überschreitet, fällt in der Regel auch aus der staatlichen Förderung heraus.

Wie ist es, wenn meine Eltern privat krankenversichert sind?

Dann waren es die Kinder bis dato auch. Während des Studiums ist es dagegen günstiger, in die gesetzliche KVdS zu wechseln. Im ersten Job nach dem Studium kann es dann in der privaten Krankenkasse weitergehen. Eine Ausnahme gilt für Kinder von Beamten. Hier kann es sinnvoll sein, in der privaten Krankenversicherung zu bleiben, sofern noch Anspruch auf Kindergeld besteht. Das ist maximal bis zum 25. Lebensjahr der Fall. Weil die Eltern in diesem Fall Anspruch auf Beihilfe, also eine finanzielle Unterstützung durch ihren Dienstherrn, haben, ist der zusätzliche Beitrag für das studierende Kind dann sogar günstiger als die KVdS. Das ändert sich schlagartig, wenn der Anspruch auf Kindergeld erlischt. Dann werden plötzlich sehr viel höhere Beiträge in der privaten Krankenkasse fällig.

Wie sieht es bei einem Auslandssemester mit der Krankenversicherung aus?

Das hängt vor allem vom Land ab, in dem dann studiert werden soll. Gehört es beispielsweise zur Europäischen Union, dann kann die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) eingesetzt werden. Es empfiehlt sich jedoch auf alle Fälle, vor Antritt eines Auslandsaufenthalts bei der Krankenkasse nachzufragen, wie es in dem jeweiligen Einzelfall aussieht. Womöglich fällt dann für diese Zeit ein Zusatzbeitrag an, der aber allemal günstiger ist als das, was im Krankheitsfall im Ausland aus eigener Tasche gezahlt werden muss.

Warum braucht ein Student eine Haftpflicht?

Fällt durch die eigene Unachtsamkeit das Laptop des Kommilitonen vom Tisch, kippt eine Tasse Kaffee über dessen juristische Schriftensammlung oder gerät dessen zahnmedizinisches Besteck in Mitleidenschaft, muss Schadensersatz geleistet werden. Ohne Haftpflicht kann das teuer werden. Allerdings besteht auch hier die günstige Möglichkeit, bis zum Abschluss der ersten Ausbildung und des 25. Lebensjahrs bei den Eltern mitversichert zu bleiben. Anders ist es, wenn bereits während des Studiums eine eigene Familie gegründet wird. Dann braucht es eine eigene Haftpflicht.

Komme ich als Student über meine Eltern auch an eine günstigere Kfz-Haftpflicht?

Grundsätzlich gibt es für alle Führerscheinneulinge die Möglichkeit, das Auto als Zweitwagen der Eltern bei deren Versicherer zu melden. Das ist einerseits vorteilhaft, weil diese Variante deutlich günstiger ist als der teure Einstieg in einen eigenen Versicherungsvertrag. Andererseits lässt sich so auch kein eigener Schadenfreiheitsrabatt aufbauen, mit dem die Beiträge Jahr für Jahr sinken. Das Problem, irgendwann in einen eigenen Vertrag einsteigen zu müssen, ist damit nur aufgeschoben. Allerdings lassen sich je nach Versicherer die Fahrerfahrung und die hoffentlich unfallfreien Jahre anrechnen. Auf einen Bonus kann auch hoffen, wer den vorgezogenen Führerschein mit 17 Jahren gemacht hat, das sogenannte begleitete Fahren. Auch wer vorher Moped gefahren ist, kann sich diese Erfahrung anrechnen lassen.

Was ist noch an Absicherung über die Eltern möglich?

Auch ein Rechtsschutz sowie die Absicherung über die Hausratversicherung der Eltern ist bis zum 25. Lebensjahr oder dem Abschluss des ersten Studiums möglich. Das gilt auch dann, wenn der Studi im Wohnheim oder in einer WG wohnt, aber immer noch regelmäßig zu den Eltern kommt. Erst wenn ein eigener Hausstand gegründet wird, empfiehlt sich auch eine eigene Hausratversicherung.

Ist in der Hausratversicherung automatisch auch mein Fahrrad abgesichert?

Nur wenn es in der Wohnung oder in einem abgeschlossenen Keller sicher gegen Diebstahl untergebracht ist. Andernfalls sollte eine eigene Fahrradversicherung abgeschlossen werden. Deren Höhe ist jedoch abhängig vom Wert des Fahrrads und in der Regel nicht unbedingt günstig. Belege, Rechnungen und am besten auch Fotos des Fahrrads sollten auf alle Fälle aufbewahrt werden.

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