Partner von:

Im Einsatz für die ärmsten Regionen

Hilfsprojekt, Ingenieure [Quelle: unsplash.com, Autor: Alex Radelich]

Quelle: unsplash.com, Alex Radelich

"Ingenieure ohne Grenzen" ist in den ärmsten Regionen der Welt im Einsatz und bringt technisches Wissen dorthin. Vier Rückkehrer erzählen, was sie dort tun. Auf welche Probleme sie stoßen. Und was diese Erfahrung in Deutschland wert ist.

Der Berg, die Schule und das Wasser

"Wir haben bei unserem Einsatz in einer kenianischen Streusiedlung die Erkundung zum Bau einer nachhaltigen Wasserversorgung durchgeführt. Dort wollen wir eine Schule mit etwa 250 Schülern und Schülerinnen mit sauberem Wasser versorgen. Wir haben dafür Wasser- und Bodenproben analysiert, das Baugrundstück begutachtet und mit der örtlichen Bevölkerung den Verlauf des Projektes besprochen. Das Projekt heißt "Wasser für Nyamache". Die Bewohner von Nyamache und Umgebung versorgen sich bisher selbst mit Wasser – allerdings aus Bächen oder Wasserlöchern. Denn in den ländlichen Gebieten dort ist häufig kein öffentlich organisiertes Wasserversorgungssystem vorhanden.

Die Schule, um die es geht, liegt am Gipfel eines Berges, der nicht über befestigte Straßen zu erreichen ist. Und Strom gibt es dort oben auch nicht. Das sind natürlich Voraussetzungen, wie wir sie ansonsten nicht kennen. Neben diesen Widrigkeiten und den eher technischen Herausforderungen sind aber auch die interkulturellen Aspekte bei unserer Arbeit nicht zu vernachlässigen. Das bedeutet: Unsere Lösungen müssen mit den Menschen vor Ort erarbeitet werden, um auf Akzeptanz zu stoßen.

Auf die Frage, ob mir diese Arbeit über die Hilfe vor Ort hinaus auch etwas für meinen beruflichen Alltag gebracht hat, kann ich nur antworten: unbedingt! In meinem Beruf habe ich mit Geschäftspartnern aus verschiedenen Ländern zu tun. Und die ehrenamtliche Arbeit in einem interkulturellen Kontext hat mir in beruflichen und privaten Situationen geholfen, mein Gegenüber besser zu verstehen und einzuschätzen. Meine Firma beschäftigt sich unter anderem mit dem Schadstoffabbau in Gewässern. Dass Wasseraufbereitung ein spannendes und keineswegs simples Thema ist, wusste ich natürlich schon vorher. Die Arbeit in dem Projekt hat allerdings meinen Blick geschärft – und zwar für akute Probleme, die unvorhergesehen auftreten können."

Moritz Mösler, Ilmenau

Eine Station zum Händewaschen

"Im Projekt 'Water for Hope Uganda' haben wir für die Schüler und Schülerinnen des Hope-Centers, einer Vor- und Grundschule im Dorf Kasala, den dauerhaften Zugang zu Grundwasser ermöglicht. Neben der Bohrung, die ein lokales Unternehmen durchgeführt hat, haben wir den Bau einer Handwasch-Station betreut. Hinzu kamen Workshops zu den Themen Wasserkreislauf, Hygiene und Gesundheit.

Aufgrund der geringen Größe des Grundstücks war die Auswahl der möglichen Standorte für die Bohrung stark reduziert. Auch der Aufbau der Bodenschichten war manchmal überraschend, dicke Granitschichten haben die Bohrung in die Länge gezogen. Auch mit dem Zusammenbruch eines Generators beim Pumptest oder einer Absplitterung am Stützrohr hatten wir nicht unbedingt gerechnet – alles konnte aber schnell behoben werden.

Ich konnte mein Wissen aus dem Studium zum Umweltingenieur in Bereichen wie Geologie, Wasserversorgung und Wasserchemie vor Ort anwenden. Die spontanen Herausforderungen mit unserem Team zu lösen, hat mir gezeigt, wie hilfreich interdisziplinärer Austausch und Teamwork sind. Auf die Projektarbeit in meinem Beruf war ich so gut vorbereitet. Für mich ist es außerdem erfüllend, eine Aufgabe mit größerem Sinn zum Beruf zu haben."

Christine Hermann, Darmstadt

Dank Turbinen geht das Licht an

"Im 'Water is Light'-Projekt entwickeln wir in Zusammenarbeit mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) in Regensburg ein Kleinstwasserkraftsystem für ländliche Regionen des globalen Südens. Ich selbst war seit 2015 an mehreren Schulungen in Kamerun beteiligt und habe mein Wissen zur Turbinenregelungselektronik geteilt. Mittlerweile leite ich das Projekt und verantworte das Stakeholder-Management. Mit dem Turbinensystem können zirka zehn Häuser mit Licht und USB-Ladestationen ausgerüstet werden, um den Menschen persönliche und gesellschaftliche Weiterentwicklung zu ermöglichen. Momentan erproben wir das System mit unserem Projektpartner in Kamerun unter Realbedingungen.

nach oben

Im e-fellows.net wiki kannst du dein Wissen teilen und von den Erfahrungen anderer Stipendiaten profitieren.

Verwandte Artikel

Tipps fürs Studium und

Infos zu Top-Unis - einmal

monatlich in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.