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So klappt es an der Uni auch mit dem Geld

Geld Geldscheine Geld zählen [Quelle: Unsplash.com, Autor: Omid Armin]

Quelle: Unsplash.com, Omid Armin

Immer mehr Abiturienten beginnen zu studieren. Ein Finanzierungsplan ist sinnvoll, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden.

Der Start eines Studiums ist für viele junge Menschen aufregend und beängstigend zugleich. Es beginnt ein neuer Abschnitt, in dem es darum geht, sein Leben selbstverantwortlich zu gestalten. Es ist ein Thema, das für immer mehr junge Menschen relevant wird: Gegenwärtig schließen 51 Prozent eines Jahrgangs mit der allgemeinen Hochschulreife ab, rund 77 Prozent der Gymnasiasten wollen auch studieren. Im Studienjahr 2019/2020 (Sommersemester 2019 einschließlich des folgenden Wintersemesters) haben mehr als 508.000 Menschen ihr Studium aufgenommen. Derzeit zählt Deutschland so mehr als 2,8 Millionen Studierende.

Angehende Studenten sind angesichts der neuen Selbstständigkeit auch mit wichtigen finanziellen und rechtlichen Fragen konfrontiert. Die Richtung gibt dabei Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, vor: "Als Studentin oder Student brauche ich nicht nur einen Stundenplan. Ich brauche auch einen realistischen Finanzierungsplan."

Wie viel Geld monatlich benötigt wird, hängt von der individuellen Situation ab. Eine Orientierung bietet die letzte Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks. Einen ersten Hinweis gibt auch der Höchstsatz, der nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög) gezahlt wird und aktuell bei 861 Euro liegt. Folgend eine Auflistung, was Erstsemester beachten sollten.

Bafög-Antrag

Jeder Student sollte prüfen, ob sich ein Bafög-Antrag für ihn lohnt. Das Deutsche Studentenwerk empfiehlt, einen Bafög-Rechner zu nutzen, wie er auf der Internetseite des Studentenwerks zu finden ist, um die Voraussetzungen zu checken. Eine grobe Einschätzung vermittelt auch der gemeinnützige Verbraucher-Ratgeber Finanztip.de. Bei verheirateten Eltern ab einem Bruttoeinkommen von 30.000 Euro jährlich muss mit ersten Einbußen gemessen am möglichen Höchstsatz gerechnet werden. Teilförderungen sind aber auch noch bei einem Einkommen von 45.000 Euro möglich. Ab einem Einkommen der Eltern von 60.000 Euro ist eine staatliche Förderung eher unwahrscheinlich.

Wichtig ist, den Bafög-Antrag spätestens im Monat des Studienbeginns zu stellen. Rückwirkend wird Bafög nicht gezahlt. Zudem wird darauf geachtet, ob der Antragsteller Rücklagen hat. Kommt der angehende Studierende auf mehr als 8.200 Euro, muss er zuerst seine Reserven aufbrauchen. Mit Lebenspartnern und Kindern steigt der Freibetrag. Wer Bafög-berechtigt ist, sollte nicht zögern, die Förderung auch in Anspruch zu nehmen, rät die Verbraucherzentrale: Höchstens die Hälfte des in Anspruch genommenen Geldes muss später zurückgezahlt werden.

Kindergeld

Das Kindergeld kann ein weiterer Baustein zur Finanzierung des Studiums sein, sofern es die Eltern auch so sehen und das Geld an den Sprössling weiterleiten. Um den Anspruch auf Kindergeld zu erhalten, muss die Familienkasse über das Studium informiert werden. Konkret muss eine Studienbescheinigung, die die Hochschule ausstellt, an die Familienkasse geschickt werden. Eltern können für ihre Kinder bis zum 25. Lebensjahr Kindergeld beziehen. Allerdings sollte zwischen Schule und Studium nicht zu viel Zeit vergehen. Liegen mehr als vier Monate dazwischen, will die Familienkasse einen Nachweis, dass man sich um eine Anschlussausbildung bemüht.

Nebenjobs

Viele Studenten nutzen die Möglichkeit, sich neben dem Studium etwas dazuzuverdienen. Das ist in Zeiten der Coronakrise natürlich schwieriger geworden. Idealerweise haben die Jobs oder Praktika etwas mit dem Studienfach zu tun – doch das ist eher die Ausnahme. Ein paar Fallstricke gibt es bei den Jobs zu beachten. Wer einen Minijob hat, also im Monat nicht mehr als 450 Euro verdient oder im Jahr nicht mehr als 5.400 Euro, kann kaum etwas falsch machen. Denn dann übernimmt der Arbeitgeber die fälligen Sozialabgaben und überweist auch häufig pauschal zwei Prozent Lohnsteuer an die Minijobzentrale, so die Verbraucherzentrale Hamburg. Von fälligen Rentenversicherungsbeiträgen kann man sich befreien lassen.

Wer während des Studiums mehr als 450 Euro im Monat verdient, kann von den Zuverdienstregeln als Werkstudentin oder Werkstudent profitieren. Dann werden keine zusätzlichen Beiträge für die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung fällig, sondern nur Beiträge zur Rentenversicherung. Dabei ist allerdings zu beachten, dass nicht länger als 20 Stunden in der Woche gearbeitet wird. Wenn Lohnsteuer abgezogen wird, kann man sich diese Zahlungen über die Steuererklärung wieder zurückholen. Wer Bafög bezieht, darf höchstens 450 Euro verdienen, ansonsten wird der Verdienst auf die Förderung angerechnet.

Manchmal besteht auch die Chance, komprimiert für eine bestimmte Zeit – beispielsweise in den Semesterferien – zu arbeiten, um dann genügend Geld für das gesamte Jahr zurücklegen zu können. Von sogenannter kurzfristiger Beschäftigung ist die Rede, wenn man bei einem Arbeitgeber nicht länger als 70 Tage im Jahr arbeitet oder der Job auf drei Monate befristet ist. Pandemiebedingt haben sich diese Vorgaben befristet verändert. Unter diesen Voraussetzungen gibt es keine Lohnobergrenzen, keine Begrenzung der wöchentlichen Wochenstunden. Das Einkommen ist sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber sozialversicherungsfrei. Allerdings wird Lohnsteuer fällig.

Stipendien

Auch Stipendien können dazu beitragen, den Geldbeutel zu entlasten. Klassische Ansprechpartner sind die Stiftungen der Parteien, die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung, die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung, die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung, die Grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung oder die Linken-nahe Rosa-Luxemburg-Stiftung. Überparteilich agiert die Studienstiftung des deutschen Volkes. Weitere Angebote gibt es unter www.stipendienlotse.de und www.deutschlandstipendium.de.

Studienkredite

Wenn Eltern und Verwandtschaft nicht unterstützen können, Bafög nicht infrage kommt, Jobs rar gesät sind und auch die Suche nach Stipendien erfolglos war, kommen auch Studienkredite zur Finanzierung infrage. Doch Verbraucherschützer warnen, Studienkredite in einer frühen Phase des Studiums abzuschließen. Vor allem diejenigen, die sich noch nicht ganz sicher sind und eventuell über einen Wechsel des Studienfachs nachdenken, sollten die Hände davon lassen. Die Verbraucherzentrale Hamburg macht darauf aufmerksam, dass die Darlehenskasse der jeweiligen Studentenwerke für Kredite zur Verfügung steht. Diese werden zinslos gewährt, allerdings muss eine Verwaltungspauschale entrichtet werden. Eine Alternative stellt der Studienkredit der staatlichen KfW-Bankengruppe dar, für den Zinsen fällig werden.

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