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Wie komme ich später gut an?

Sprung in Gelb [Quelle: unsplash.com, Edu Lauton]

Quelle: unsplash.com, Edu Lauton

Du willst nicht den ganzen Tag im Hörsaal hocken, sondern Craft-Beer brauen, durch China trampen oder die F-Jugend trainieren? Na, dann tu das! Auch, wenn du deshalb sechs statt der empfohlenen vier Semester studierst. Viele Arbeitgeber interessieren sich kaum für die Regelstudienzeit, aber dafür, was du neben der Uni gemacht hast.

Nebenbei BWL- und Jura-Kurse: Bringt das was?

Ja, der Master ist stressig. Du musst je nach Fach Essays schreiben, Experimente durchführen und die Fallbeispiele durcharbeiten. Deshalb klingt es nicht besonders verlockend, neben dem Uni-Programm auch noch Zusatzkurse zu besuchen. Trotzdem können sie dir später beim Jobeinstieg Vorteile verschaffen. Je nach Branche eignen sich Seminare wie "Jura für Nichtjuristen" oder "BWL für Geistes- und Naturwissenschaftler", um eine Ahnung von rechtlichen und marktwirtschaftlichen Themen zu bekommen. Career Center an den Unis bieten solche Kurse oft kostenlos als eintägige Workshops oder über mehrere Wochen an. Wer sein technisches Verständnis schulen und Programmiersprachen wie Python, JavaScript oder HTML lernen will, für den gibt es Webinare. Kostenlose bietet zum Beispiel die OpenTechSchool an. Bei der Plattform Learno gibt es Tutorials zu Datenjournalismus, und bei Google Digital Garage kannst du umsonst die Grundzüge von Online-Marketing kennenlernen. Solche Zusatzqualifikationen sind keine Pflicht, und das ist ihre Stärke: Wer sie mitbringt, fällt später zwischen den vielen Bewerbern mit Normalbiografie positiv auf.

Wie wichtig sind praktische Erfahrungen im Studium?

92 Prozent der Personalchefs finden: sehr wichtig! Wenn du im Studium schon als Praktikant oder Werkstudent gearbeitet hast, steigert das deinen Marktwert. Das zeigt eine Studie der Stellenbörse Jobware. Und: Oft lernt man bei Praktika auch, was man später nicht will.

Was lernt man in Forschungsprojekten?

"Ein Forschungsprojekt lohnt sich nicht nur für Studenten, die später in der Wissenschaft arbeiten wollen. Es geht nicht nur um Experimente, sondern auch darum, eigene Ideen zu entwickeln oder Theorien anzuwenden. Man ist meistens Teil eines großen Projekts! In meinem Master arbeite ich 20 Stunden pro Woche im Labor für Faserverbundtechnik. Beim Projekt Bird erfassen und beurteilen wir Aufprallschäden bei Flugzeugen. Schlagen zum Beispiel Vögel oder Hagelkörner auf die Oberfläche, entstehen Schäden, die von außen kaum sichtbar sind. Wir versuchen diese mit einem Sensor zu bewerten, um kostspielige Wartungsarbeiten zu vermeiden. Ein Großteil meiner Arbeit besteht darin, Experimente zu planen, durchzuführen und die Ergebnisse zu interpretieren. Gerade untersuche ich, wie sich die Energie eines Körpers auswirkt, der auf Flugzeugflügel prallt. Immer wieder stoße ich auf komplexe Probleme, die ich nicht alleine lösen kann. Wir diskutieren die dann im Team und entscheiden gemeinsam, wie wir vorgehen. Am Ende des Semesters muss ich einen wissenschaftlichen Bericht von 30 bis 50 Seiten schreiben. Darin dokumentiere ich alles, was ich gemacht habe, und präsentiere das meinen Dozenten. In Prüfungsphasen arbeite ich dann weniger am Projekt und konzentriere mich auf die Klausuren."

Jakob Gebhardt, 27, macht den Master in Applied Research in Engineering Sciences an der Universität Regensburg.

Lohnen sich Sprachkurse?

Rund 77 Prozent der Arbeitgeber finden, dass Englischkenntnisse wichtig oder sehr wichtig sind. Unternehmen aus der Automobilbranche und Pharmaindustrie finden die English skills bei der Mitarbeitersuche sogar entscheidender als Praktika oder Berufserfahrungen. Das zeigt die aktuelle Jobtrends-Studie der Personalberatung Staufenbiel. Je nach Branche bringt auch eine zweite oder dritte Fremdsprache Pluspunkte. Wer fließend Chinesisch spricht, kommt bei internationalen Konzernen gut an. Dort ist Mandarin nach Englisch die zweitwichtigste Sprache, gefolgt von Spanisch, fanden die Zeitschrift The Economist und der Sprachreisenanbieter Education First heraus. Viele Unis bieten kostenlose Sprachkurse an, die mit einem Zertifikat abschließen. Für manche gibt es auch ECTS-Punkte. Da lohnt sich der Lernaufwand gleich doppelt.

Ein Sommer Harvard: Warum nicht?

Harvard, Princeton oder Cambridge im Lebenslauf aufzulisten klingt vielversprechend. Dafür musst du nicht gleich den ganzen Master dort studieren (das ist erstens teuer, und zweitens kommt man kaum rein), sondern kannst Summer-Schools besuchen. Es gibt Sommerferienkurse für Fächer von Museumskunde bis Mathematik. Die Kosten variieren je nach Kurs und Zeitraum. Harvard verlangt etwa 2.600 Euro für ein dreiwöchiges Seminar in Management oder kreativem Schreiben. Günstigere Programme gibt es in Europa. Auf summerschoolsineurope.eu kannst du das Angebot nach Ländern oder Kosten filtern.

Soll ich mein Ehrenamt in der Bewerbung erwähnen?

Ja! In Deutschland gibt es schätzungsweise 31 Millionen Ehrenamtliche. Sie trainieren Jugendmannschaften, geben Nachhilfe oder spielen Schach mit Menschen im Altersheim. Wer sich neben der Uni in Kultur-, Sozial- oder Sportprojekten engagiert, tut das eher aus Überzeugung als für den Lebenslauf. Dein Ehrenamt kannst du aber auch in der Bewerbung erwähnen. Ob das deine Karrierechancen erhöht, hängt oft davon ab, für welches Unternehmen und welchen Job du dich bewirbst. Flüchtlingen Deutsch beizubringen ist in jedem Fall eine ehrenwerte Beschäftigung. In einem internationalen Unternehmen, das Wert auf Vielfalt und interkulturelle Fähigkeiten legt, gibt es dafür vermutlich mehr Bonuspunkte als im Kleinbetrieb aus dem nächsten Ort. Auch ein Engagement beim Europäischen Freiwilligendienst kann Pluspunkte bringen. Dieses Programm richtet sich an Menschen bis 30 Jahre und bietet Projekte von zwei bis zwölf Monaten an. Die Einsatzorte liegen nicht nur in der EU, sondern auch in der Türkei, Norwegen oder Ägypten. In deiner Studentenstadt kannst du dich natürlich auch engagieren. Passende Stellen findest du über lokale Freiwilligenbörsen im Internet.

© ZEIT ONLINE (Zur Original-Version des Artikels)

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