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Love over?

Mädchen Trennung verzweifelt [Quelle: Unsplash.com, Kyle Broad]

Quelle: Unsplash.com, Kyle Broad

Die Schmetterlinge im Bauch sind weg – dein Partner aber immer noch da. Wann es an der Zeit ist, Schluss zu machen, und welche Fragen du dir vor dem Ende einer Beziehung stellen solltest. Außerdem: drei Geschichten über den "Es ist aus"-Moment.

Und jedem Ende wohnt ein Zauber inne – das denken beim Ende einer Beziehung wohl nur Online-Dating-Plattformen. Gibt man in die Suchmaschine seines Vertrauens das Stichwort "Schluss machen" ein, findet man unter den Top 10-Ergebnissen Ratschläge von Parship und Elitepartner, die einem den Prozess erleichtern wollen. "5 Tipps für die perfekte Trennung" nennt sich das dann. Was für Single-Vermittler ein netter Marketing-Text ist, klingt für alle, die schon einmal schweren Liebeskummer hatten, wie blanker Hohn: Wie soll etwas perfekt sein, das die Träume von der großen Liebe zerstört?

So weh es auch tut, der Gedanke an eine Trennung kommt in den besten Beziehungen auf. Die Gründe, warum einer der Partner dann tatsächlich den Schlussstrich zieht, sind so verschieden wie die Beziehungen davor. Dennoch gibt es Trennungsursachen, die viele von uns kennen. In einer repräsentativen Umfrage von Parship sind die Top 3 der Schlussmach-Gründe das Gefühl, von seinem Partner nicht geliebt und wertgeschätzt zu werden, Untreue und zu wenige Gemeinsamkeiten. Wertet man die Zahlen nach Geschlecht aus, verlässt fast jede fünfte Frau ihren Partner wegen mangelnder Wertschätzung. Bei den Männern sind dagegen unpassende Rahmenbedingungen – wie die berufliche Situation – der häufigste Trennungsgrund.

Time to say goodbye

Den richtigen Zeitpunkt für eine Trennung gibt es wohl nie. Paartherapeuten berichten aber von Phasen, in denen besonders viele Paare zu ihnen kommen. "Besonders nach dem Sommerurlaub und der Weihnachtszeit überdenken viele Menschen ihre Beziehung. Das liegt daran, dass Paare dann mehr Zeit als im Alltag miteinander verbringen und ihnen bewusst wird, wie weit sie sich vom Anderen emotional entfernt fühlen. Die physische Nähe des Partners wird beengend oder man fühlt sich in der Nähe des Anderen paradoxerweise einsam. Hat man diese als unangenehm empfundene Zeit hinter sich, scheint einem eine Trennung oft die logische Konsequenz zu sein", sagt die Münchner Psychologin Alexandra Hartmann

Doch wie erkennst du, ob es Zeit ist, zu gehen, oder ob deine Beziehung noch eine Chance verdient? Alexandra Hartmann arbeitet als Paartherapeutin jeden Tag an dieser Frage. Und empfiehlt, in folgenden Situationen noch einmal innezuhalten:

Wenn du doch an dem Punkt angekommen bist, an dem es nicht mehr weitergeht, stellt sich die Frage, wie du Schluss machst – Methoden gibt es viele. Eine Parship-Umfrage unter 700 Singles zeigt: Nur gut die Hälfte der Beziehungen werden persönlich beendet. Der Rest der Beziehungsmüden nutzt lieber andere Kommunikationsmittel wie Telefon, Brief und E-Mail, SMS oder WhatsApp.

"Es war die dunkelste Zeit meines Lebens"

Doch Statistik hin oder her – jedes Ende einer Liebe ist individuell: Drei junge Frauen erzählen ihre Schlussmach-Geschichte.

"Es war die dunkelste Zeit meines Lebens"

Als mein Freund nach viereinhalb Jahren Fernbeziehung bei mir einziehen wollte, fühlte es sich an, als hätte sich ungebetener Besuch angekündigt – für immer. Binnen weniger Tage wurde mir klar, was ich schon monate- oder jahrelang verdrängte. Dass ich in seiner Gegenwart nicht ich selbst sein konnte; dass er mich im Alltag nicht so annehmen würde, wie ich war, und ich ihn auch nicht; dass wir nur versuchen würden, den anderen zu ändern, in tausend kleinen und großen Dingen. Ich liebte ihn mehr als jeden anderen Menschen. Aber wir taten einander nicht gut.

In diesen Tagen lernte ich, dass man auch in einer Beziehung unglücklich lieben kann. Und ich lernte, dass "gut zueinander sein" und "gut füreinander sein" zwei sehr verschiedene Dinge sind. In unserer Beziehung waren wir immer gut zueinander gewesen, zärtlich und liebevoll. Aber wir waren nicht gut füreinander. Seine leisen und lauten Ansprüche, Wünsche und Träume nagten jeden Tag ein Stückchen mehr von mir ab, der Frau, die dem allem nicht gerecht wurde. Und umgedreht. Ich musste Schluss machen. Es war richtig. Aber es fühlte sich so falsch an.

Noch nie hat mich etwas derart körperlich und mental überfordert wie die paar Worte, die ich halb hysterisch lachend, halb weinend mit dem Gesicht nach unten in die Kissen jaulte. Das klingt erbärmlich. Es war erbärmlich. Ich fühlte mich, als würde ich – buchstäblich, nicht bildlich – meinem Bruder aus dem Hinterhalt ins Knie schießen. Mein Kopf wusste es besser. Trotzdem waren die Wochen danach nur Schuld, Leid und Mit-leid. Ich blieb standhaft. Aber es war die dunkelste Zeit meines Lebens.

Heute sind wir beide in neuen Beziehungen. Er spricht nicht mehr mit mir, aber nach allem, was ich über Dritte weiß, habe ich Recht behalten. Seine neue Partnerin ist das, was er immer wollte und ich nie hätte sein können, und umgedreht. Es war richtig für uns beide, und gut. Aber wir sind durch die Hölle gegangen. Jeder durch seine eigene.

Hasta la vista, amor.

Nach dem Abi in die weite Welt und dem Charme der Lateinamerikaner unterlegen – direkter Weg ins Gefühlschaos. Außer meiner Gastfamilie kannte ich in Kolumbien niemanden, ich hatte keine Freunde und kaum Kontakt nach Deutschland. Bis ich bei einem Familienfest meinen Gastcousin kennenlernte, mich mit ihm verabredete und wir uns verliebten. Die kommenden Wochen traf ich mich regelmäßig heimlich mit Cesar. Heimlich, weil meine Gastfamilie die Beziehung nicht erlaubte. Aber heimlich als blondes Mädchen ist in einer kolumbianischen Kleinstadt alles andere als einfach. Die Folge: Ich musste mir immer neue Lügen ausdenken und lebte mit der ständigen Angst, entdeckt zu werden.

Wenn man mich heute fragt, ob das Liebe war, habe ich darauf keine Antwort. Ich war einsam, mir fehlte Zuneigung und Zärtlichkeit. Ich war verliebt, aber vielleicht gab Cesar mir auch einfach nur ein gutes Gefühl. Unsere Beziehung war kompliziert und geprägt von kulturellen Differenzen und ständigem Versteckspiel. Aber sie machte mich glücklich. Zumindest in den Momenten, die wir gemeinsam verbrachten.

Dann kam seine Zusage zur Marineausbildung und innerhalb weniger Tage war Cesar ohne Handy und Internetzugang im Ausbildungscamp. Für mich bedeutete das: Ich war wieder einsam, mir fehlten Freunde und Familie. Und Cesar. Ich stellte mir die Frage, welche Zukunft eine junge Beziehung hat, die offiziell nicht existiert und bald von mehr als 11.000 Kilometer getrennt wird? Für mich keine. Ich zog die Konsequenz und beschloss, die Beziehung zu beenden.

Cesar war gerade auf dem Weg zur Marineakademie. Ich konnte ihn telefonisch erreichen, kurz bevor er wieder auf unbestimmte Zeit in der Akademie war. Meine Spanischkenntnisse waren gut. Aber nicht gut genug, um meine Gefühle zu erklären – das wäre mir vermutlich aber auch auf Deutsch nicht gelungen. Cesar beendete das Gespräch, bevor ich überhaupt richtig angefangen hatte. Seine Reaktion war verständlich, schließlich macht man eigentlich nicht am Telefon Schluss. Ich hatte keine Ahnung, ob ich ihn wiedersehen würde. Trotzdem war ich erleichtert: Ich musste nicht mehr lügen.

Als er das nächste Mal in meiner Stadt war, rief er an und bat um ein Treffen: Es war, als hätte ich nie Schluss gemacht. Ich war egoistisch und genoss die Nähe und Vertrautheit einer Person, die mir wirklich etwas bedeutete. Bis zu meinem Rückflug nach Deutschland blieb unsere Beziehung ungeklärt. Bei jedem seiner Anrufe, dass er jetzt in der Stadt sei, schwirrten Schmetterlinge in mir und ich bekam Bauchschmerzen – wieder Lügen, wieder Angst entdeckt zu werden. Der Abschied fiel uns schwer. Trotzdem war uns am Ende beiden klar, dass unsere Beziehung keine Chance hat: 11.000 Kilometer, die uns trennen und regelmäßiger Kontakt war nicht möglich.

Kurz und schmerzlos

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich wollte niemals über WhatsApp Schluss machen. Wer es nicht schafft, von Angesicht zu Angesicht (oder mindestens im Telefongespräch) seine Beziehung zu beenden, verstößt grob gegen die inoffizielle Beziehungs-Etikette und outet sich als kaltherziger Feigling. Was tun allerdings, wenn der (bald Ex-)Partner mehr als 16.000 Kilometer entfernt und zudem telefonierfaul ist?

Zwischen ihm und mir lief es nach ein paar Monaten Fernbeziehung um die halbe Welt nicht mehr so gut. Die Distanz nervte. Die Zeitverschiebung nervte. Und obendrein nervte auch mein Freund. Unsere Nachrichten auf WhatsApp, unserem bevorzugten Kommunikationsmedium, wurden immer seltener und kürzer – vor allem von meiner Seite. Ich ahnte, dass ich bald den Schlussstrich ziehen müsste, wusste aber nicht, wie ich es ihm beibringen sollte. Er hat natürlich gemerkt, dass etwas faul war.

Eines Tages schrieb er also: "Das hat keinen Sinn, oder?" Und ich antwortete: "Nein, hat es nicht." Und mit diesen Worten waren wir eigentlich schon getrennt und ich wurde zum kaltherzigen Feigling.

Natürlich haben wir danach noch miteinander gesprochen. Erst wütend, mit der Zeit wieder gemäßigter. Trotzdem war das die absurdeste Schlussmach-Situation, die ich jemals erlebt habe. Dafür auch die kürzeste und – irgendwie unkomplizierteste.

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