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Hier suchen die meisten Studis Jobs

Studium Nebenjob Kellnern Café [Quelle: © Square – unsplash.com]

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Ackern Frankfurter Studis, während die Düsseldorfer chillen? Eine Studie untersucht, in welchen Städten deutsche Studis am häufigsten nach Nebenjobs googeln. Das Ergebnis verrät einiges über das Studentenleben in Deutschland.

Studenten sind ebenso arrogant wie arbeitsscheu – dieses Klischee hält sich hartnäckig am Leben. Du willst den Beweis? Gib in der Google-Suchleiste "Studenten sind ..." ein. Die Suchmaschine schlägt dir als erstes "Studenten sind faul" vor. Den passenden Witze-Klassiker liefert dir Google in den Suchergebnissen mit: "Warum stehen Studenten schon um sieben Uhr auf? – Weil um acht der Supermarkt zumacht." 

Ausgerechnet Google belegt aber auch, dass Klischees nicht immer stimmen müssen. Der Zeitarbeitsvermittler Zenjob hat für den Zeitraum vom 23. Juli 2018 bis zum 23. Juli 2019 untersucht, wie oft der Begriff "Studentenjob" in den zehn größten Unistädten gegoogelt wurde. Das Ergebnis: Mehr als 72 Millionen Suchanfragen in zwölf Monaten lassen vermuten, dass arbeitsscheue Akademiker unter insgesamt 2.844.978 Studenten in Deutschland (Stand: 2017) eher die Ausnahme sind als die Regel. 

Wo Studis besonders gerne nach Jobs googeln   

Besonders fleißig  – oder zumindest auf Arbeit angewiesen – sind laut Zenjob vor allem Akademiker in Frankfurt. In zwölf Monaten gab es hier rund 18 Millionen Suchanfragen, gleichzeitig waren 72.000 Studenten an den Hochschulen der Stadt immatrikuliert. Das bedeutet: Im Durchschnitt googelte jeder Frankfurter Studi 249 Mal im Jahr nach einem Nebenjob.

Etwa nur halb so oft gaben Stuttgarter (132 Mal pro Person) und Hamburger Studis (132 Mal pro Person) "Studentenjob" in der Google-Suchleiste ein.  

Die meisten Menschen studieren in Berlin (187.000), München (108.000) und Köln (102.000). Mit durchschnittlich 84 Suchanfragen pro Student liegen diese Unistädte allerdings nur im Mittelfeld.

Mit Ausnahme von Köln sehen sich Studenten in Nordrhein-Westfalen selten online nach Jobs um. In Aachen entfallen zehn Suchanfragen pro Nutzer, Düsseldorfer googeln sogar nur fünf Mal im Jahr.   

Sind Frankfurter die fleißigsten Studis Deutschlands? 

Anhand der Studie könntest du jetzt auf folgenden Gedanken kommen: In Frankfurter Hörsälen sitzen emsige Akademiker, die neben dem Studium arbeiten gehen – oder neben der Arbeit studieren gehen. Düsseldorfer Studis machen sich dagegen die Hände nicht schmutzig. Diese Schlussfolgerung drängt sich zumindest auf, wenn du dir die Karte von Zenjob ansiehst.  

Googlesuche Studentenjobs  [© Zenjob; Quelle: Google Trends]

Dass das Bild vom emsigen Frankfurter und dem faulen Düsseldorfer natürlich nicht stimmt, hat mehrere Gründe. Der wichtigste: Die Studie ist nicht repräsentativ, sie bezieht sich nur auf die Google-Suche. Wie andere Studis hast auch du vielleicht deinen Nebenjob über andere Wege gefunden. Zum Beispiel, weil du lieber in der Online-Jobbörse deiner Uni suchst, dir ein Kommilitone einen Tipp gibt oder du bei deinem aktuellen Arbeitgeber zuvor ein Praktikum gemacht hast. Diese und andere Möglichkeiten berücksichtigt die Studie nicht.

Ein weiterer Grund: Dass Studis in einer Unistadt besonders oft nach einem "Studentenjob" googeln, bedeutet nur, dass sie einen Nebenjob suchen – ob sie aber wirklich neben dem Studium arbeiten, ist eine andere Sache.

Teures Studentenleben 

Interessant ist die Google-Studie trotzdem. Sie weist auf einen anderen wichtigen Aspekt des Studentenlebens hin. Auf welchen Aspekt, willst du wissen? Ein Tipp: Gib bei Google nochmal "Studenten sind ..." ein, als dritten Vorschlag erhältst du "Studenten sind arm".

Zugegeben, der arme Akademiker ist genauso ein Klischee wie der faule Bummelstudent. Dass das Unileben auf den Geldbeutel geht, lässt sich aber mit Zahlen belegen. Laut aktueller Sozialerhebung des Deutschen Studierendenwerks stehen Max Musterstudent monatlich 918 Euro zur Verfügung. Von diesen Einnahmen gehen durchschnittlich 323 Euro für die Miete drauf, 168 Euro fürs Essen und 94 Euro für die Fortbewegung. Es bleiben 333 Euro im Monat, mit denen der Durchschnitts-Studi wirtschaften muss. 

In Frankfurt sind die Lebenshaltungskosten allerdings sicher höher. Einer Immowelt-Studie zufolge explodieren in der Bankenmetropole die Mieten: 2017 kostete die Studentenbude im Mittelwert 470 Euro, 2018 waren es bereits 530 Euro! Kein Wunder, dass Frankfurter Studenten besonders oft online nach Studentenjobs suchen. Das Gleiche gilt auch für Platz zwei im Google-Ranking, Stuttgart. Hier stiegen die Mieten von 2017 auf 2018 um 20 Prozent.

Welche anderen Faktoren entscheiden, wie oft Studenten in bestimmten Städten mit Google nach Jobs suchen? Ein Blick in unsere Lebenshaltungskostendatenbank verrät dir vielleicht mehr.  

In diesen Städten googeln Studis am häufigsten nach Jobs:

Stadt Suchanfragen pro Person Anzahl immatrikulierter Studenten Suchvolumen insgesamt
1. Frankfurt am Main 249 72.000 17.900.000
2. Stuttgart 132 58.000 7.660.000
3. Hamburg 123 90.000 11.100.000
4. Köln 95 102.000 9.730.000
5. München 83 108.000 8.940.000
6. Berlin 74 187.000 13.900.000
7. Münster 18 60.000 1.050.000
8. Bochum 17 58.000 986.000
9. Aachen 10 57.500 562.000
10. Düsseldorf 5 54.500 287.000

Grundlage des Rankings sind Daten von Google Trends 2019 (Suchvolumen pro Stadt vom 23.07.2018 bis 23.07.2019) und dem Statistischen Bundesamt (Anzahl immatrikulierter Studenten im Wintersemester 2017/2018). 

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