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Albtraum auf Spanisch

Als wir von einem kurzen Urlaub zurückkamen, erwartete uns bereits unser Nachbar in der Einfahrt. Der tatterige alte Mann kam auf uns zu und erzählte, er hätte seit Tagen seltsame Geräusche aus unserer Wohnung vernommen. Wir ahnten Schlimmes und rannten schnell zur Wohnung. Als wir an der Tür standen, hörten wir den Lärm auch. Ich wurde unruhig, mein Freund schloss hektisch die Tür zur Wohnung auf und wir platzten hinein. Da war die Lärmquelle: der Fernseher, der in ohrenbetäubender Lautstärke die ganze Nachbarschaft beschallte. Natürlich hatten wir ihn bei unserer Abreise nicht so zurückgelassen. Wir wissen bis heute nicht, ob es eine Fehlfunktion war – oder ob der geplagte Geist eines Leprakranken nicht einfach nur etwas Unterhaltung suchte.

Albtraum auf Spanisch

Im Studium machte ich einen Sprachkurs in Andalusien, um mein Spanisch zu verbessern. Die Schule war leider ein Fehlgriff: In meiner ersten Woche war meine einzige Mitschülerin eine verwirrte Oma. In der zweiten Woche kamen ein 40-jähriger Brite im Sabbatical und zwei Amerikanerinnen dazu, die sich selbst genug waren. Ich fühlte mich unwohl. Noch dazu war es Ende Februar und ungewöhnlich kalt, sodass wir eigentlich immer froren. Das schlug zusätzlich aufs Gemüt. Auch im Haus meiner Gastfamilie war es bitterkalt. Einzige Wärmequellen waren die vier Decken, die ich in meinem Bett hortete.

Nach dem Sprachkurs verkroch mich einmal mehr in mein Zimmer und nickte müde ein. Krchhhs … krrrrschsssss … Ein Kratzen an meiner Tür riss mich aus meinen Träumen. Krrrrchhh … Schon wieder! Die Kälte in den Knochen, die Einsamkeit im Herzen und noch im Halbschlaf war mir dennoch sofort klar: Einbrecher! Panik! Was tun? Unter der Decke verstecken, still verhalten und hoffen, dass sie nicht in mein Zimmer kommen? Laut rufen und signalisieren: "Hier ist jemand. Verschwindet!" Aber wie sagt man das auf Spanisch? Krchhhss … Herzklopfen. War da ein Wimmern? Die Einbrecher waren wieder weg? Hatten sie meine Gastmutter mit einem Messer schwer verletzt? Scheiße. "Denk, Kind, denk!" Was, wenn sie doch noch in der Wohnung waren und ich das nächste Opfer würde?

Das eigentliche Opfer aber war acht Jahre alt, zottelig und langweilte sich gerade zu Tode. Xavier, der Hund der Familie, hatte an meiner Tür nach Unterhaltung verlangt. Wir wurden gute Freunde. 

Der Geist im Schloss

Gerne denke ich an meine Unizeit in Augsburg zurück. Nicht zuletzt, weil ich damals mit meinem Freund in einer gemütlichen Altbauwohnung mitten in der Altstadt wohnte. Nur eine Erinnerung hinterlässt bei mir bis heute ein mulmiges Gefühl.

Als ich eines schönen Morgens in die Stadt aufbrechen wollte, stand ich vor verschlossener Tür. Von innen. Nun soll es vernünftige Menschen geben, die ihre Wohnung nachts von innen verschließen – wir gehören nicht dazu. Auch wurden wir beide noch nie beim Schlafwandeln erwischt. Etwas irritiert fragte ich also meinen Freund, ob er ausnahmsweise vielleicht doch … ? "Nein, ich habe noch nie die Tür von innen zugeschlossen." Ich probierte noch einmal, aufzumachen. Wieder kein Erfolg. Also schnappte ich den Schlüssel – und siehe da, es war zweimal abgeschlossen.

Jetzt war auch mein Freund ziemlich verwirrt. Nachdem wir uns gegenseitig mehrfach versichert hatten, dass niemand "aus Versehen" doch abgeschlossen hatte, beschlossen wir, bei der Polizei anzurufen – mit der Vermutung, dass man uns eventuell an einen Psychiater verweist. Wir wollten aber zumindest sichergehen, dass dort nicht in letzter Zeit eine Reihe dubioser Wohnungseinbrüche mit einem etwas zu gründlichen Einbrecher gemeldet worden waren. Erwartungsgemäß fragte der nette Herr am Telefon nur, ob wir uns sicher seien, dass wir selbst nicht abgeschlossen hatten. Und mehr konnte man dann auch nicht für uns tun, denn abgesehen von der verschlossenen Tür war in unserer Wohnung alles wie immer. Hoffen wir zumindest …

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