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Diesmal passt es!

Backen, Bäckerin, Torte [Quelle: unsplash.com, Autor: Michal Parzuchowski]

Quelle: unsplash.com, Michal Parzuchowski

Dein Fach ist doch nicht das Richtige für dich? Manchmal braucht man den Mut, sich umzuentscheiden. Diese drei haben es getan.

Lehrer sein hatte ich mir anders vorgestellt

Josefine Bartels, 25, studiert "Medien, Kommunikation, Kultur" an der Uni Frankfurt/Oder.

Während meiner Schulzeit habe ich nie daran gezweifelt, dass ich eines Tages selbst Lehrerin sein werde. Und so habe ich angefangen, in Leipzig Mathe und Französisch auf Lehramt zu studieren. Dann machte ich in der vorlesungsfreien Zeit ein Praktikum. An meiner Praktikumsschule gab es ein Ampelsystem, bei dem Schüler, die im Unterricht gestört haben, mit Farben ermahnt wurden. Bei Rot gab es einen Elternbrief. Ich hatte mir das Lernen in der Schule angenehmer und freier vorgestellt. Damals begriff ich, dass die Lehrerrolle eine Kehrseite hat: Man muss disziplinieren und streng sein und wird dadurch oft zum Spielverderber. Ich verstehe, dass man als Lehrer konsequent sein und das Verhalten der Schüler manchmal sogar sanktionieren muss. Mein Respekt gegenüber denen, die diesen Job machen, ist enorm. Mir wurde aber klar, dass ich mir diese Rolle für mich nicht vorstellen kann. Nach dem Ende des zweiten Semesters entschied ich deshalb: Ich höre auf. Schon als Schülerin fand ich Sprachen toll und interessierte mich für die Medienbranche, also schrieb ich mich für Germanistik ein. Ich merkte schnell: Das ist genau mein Ding. Was ich dort gelernt habe, vertiefe ich nun in Frankfurt an der Oder im Masterstudiengang "Medien, Kommunikation, Kultur".

Mathe liegt mir mehr als Physik

Magnus Kolbe, 23, hat von Physik zu Mathe gewechselt. Er studiert an der Uni Hannover.

Ich habe mich für ein Physikstudium entschieden, weil mir das Fach in der Schule am meisten Spaß gemacht hat. Nach zwei Monaten kamen mir erste Zweifel an meiner Entscheidung. Als angehender Physiker musste ich auch Mathe-Vorlesungen besuchen. Ich fand sie super spannend und habe sie begeistert verfolgt. In der Schule fand ich Mathe eher langweilig, weil man bloß Formeln verstehen und anwenden musste. An der Uni ist das Fach aber ganz anders, viel abstrakter. Es geht mehr um die Theorie als ums Rechnen. Alles baut aufeinander auf, ist in sich völlig logisch und allgemeingültig. Das finde ich faszinierend! Ich mag auch, dass alles so kurz und präzise gefasst wird wie möglich. Als es in meinem Physikstudium im zweiten Semester mit den Experimenten losging, verlor ich endgültig die Freude an dem Fach. Ich musste Protokolle schreiben und ewig lange Versuchsbeschreibungen lesen. Dabei das Wichtigste herauszufiltern fiel mir schwer. Ich habe dann freiwillig eine weitere Mathe-Vorlesung besucht, die ich mir später anrechnen lassen konnte. Als ich nach Ende des zweiten Semesters endgültig zu Mathematik gewechselt habe, war ich erleichtert. Es klingt vielleicht lustig, ist aber wahr: Das Physikstudium war mir einfach zu praktisch.

3-D-Torten sind meine Spezialität

Selina Neubert, 24, hat ihr Jurastudium abgebrochen und eine Ausbildung als Konditorin gemacht.

Mein Jurastudium war spannend, vor allem Strafrecht. Aber Backen hat mir noch viel mehr Spaß gemacht. Während des Studiums habe ich ein Foodblog gestartet. Täglich habe ich meine Kreationen gepostet und Rezepte beschrieben. Irgendwann habe ich mehr gebacken als studiert. Da wurde mir klar: Ich will das Handwerk richtig lernen, statt weiter im Hörsaal zu sitzen. Meine Eltern standen total hinter mir. Sie rieten mir aber, das Grundstudium fertig zu machen. Ich blieb also noch bis zum vierten Semester dabei und machte meine Scheine. Danach habe ich mit der Ausbildung begonnen. Es war großartig, das erste Mal in einer richtigen Backstube zu stehen. Weil ich vieles schon konnte, musste ich nicht tagelang Eier trennen oder Früchte schneiden, sondern durfte schnell selbstständig arbeiten. Die Ausbildung konnte ich auf zwei Jahre verkürzen und direkt danach den Meister machen. Am liebsten kreiere ich Motivtorten oder 3-D-Torten, forme zum Beispiel Pferde oder Fußbälle. Meine Eltern betreiben einen Indoor-Spielplatz, dort gibt es eine Gastroküche, die ich zur Backstube umgebaut habe. Hier backe ich nach Auftrag, oft Hochzeits- oder Geburtstagstorten. Inzwischen habe ich eine Mitarbeiterin und bin dabei, eine eigene Konditorei zu gründen.

© ZEIT Campus (Zur Originalversion des Artikels)

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