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Oh wie schön ist Portugal

Teil 1: Nach zwei Wochen Intensiv-Sprachkurs startet Rebecca im schönen Lissabon mit ihrer Arbeit für Roche. Dabei stellt sich die Sprache als geringes Hindernis heraus, auch ihre Aufgaben im Job meistert sie problemlos. Viel schwieriger fällt dagegen die Antwort auf die Frage: Wo feiert man am besten Karneval?


Montag, 4. Februar
Wie herrlich, schon wieder ein wunderschöner Tag in Lissabon, und heute habe ich endlich die Qual der Wahl zu entscheiden, was ich denn zur Arbeit anziehen soll (meine Auswahl für die ersten vier Arbeitswochen: eine Hose und drei Hemden...). Dank der portugiesischen Einfuhrbestimmungen hingen meine Sachen für sieben lange Wochen bei der Umzugsgesellschaft in den USA und im Zoll fest, aber letzten Freitag sind sie nun endlich geliefert worden. In der Arbeit angekommen, fange ich nach einem "cafezinho", einem kleinen schwarzen Kaffee, an, über das portugiesische Gesundheitswesen zu lesen. Später hat mein Kollege Paulo, mit dem ich die nächsten paar Monate eng zusammenarbeiten werde, dann Zeit, mit mir über weitere Details und Hintergründe meines Projekts zu sprechen.

Ich arbeite in Diabetes Care. Eines meiner Projektziele ist es, alternative Finanzierungswege für Insulinpumpen zu finden, da die staatliche Kostenrückerstattung für die Patienten nur in sehr geringem Umfang stattfindet. Nach unserer Diskussion habe ich schon viele Ideen. Der Nachmittag verfliegt mit mehr Lernerei über das portugiesische Gesundheitssystem, und am Abend gehe ich endlich zum ersten Mal in das hauseigene Fitnessstudio inklusive Fitnesstrainer. Gottogott, morgen werde ich bestimmt Muskeln spüren, von denen ich noch gar nicht wusste, dass ich sie besitze!

Dienstag, 5. Februar
Faschingsdienstag! Carnaval! Das ist ein Feiertag hier in Portugal, und heute bin ich Tourist. Am Morgen gehe ich auf Entdeckungsspaziergang in Lissabon. Endlich finde ich das tolle Café bei der Igreja da Graça, das ich vom Castelo Sao Jorge gesehen habe und von dem man einen herrlichen Ausblick auf die Stadt genießt, besonders bei Sonnenuntergang. Danach mache ich mich auf die Suche nach dem besten Karnevals- umzug im Land. Mein Roadtrip führt mich nach Nazare, rund 110 Kilometer nördlich von Lissabon. Der Ort liegt sehr schön, direkt am Meer mit großen Brechern, die Bucht umrahmt von hohen Felsklippen.

Als ich ankomme, ist der Umzug schon im vollem Gange, aber leider finde ich, dass das Internet zu viel versprochen hat. Schön sind aber die traditionellen Röcke und Kopftücher, die viele Frauen zum Festtag tragen. Also weiter nach Obidos. Oh Obidos! Da lacht das Herz jedes Touristen, was für ein netter Ort! Nicht zu unrecht war er einst ein Hochzeitsgeschenk für eine Königin. Er liegt auf einem Hügel, umgeben von einer hohen Mauer, auf der man umherlaufen kann. Ich fühle mich wie im Mittelalter mit all den kleinen, engen Straßen und charmanten weißen Häusern. Oh wie schön ist Portugal!

Mittwoch, 6. Februar
Zurück zum Ernst des Lebens. Ich sitze am (öffentlichen) Computer und fange an, all die Gesprächsfetzen und Ideen der letzten paar Wochen für mein Projekt zu sortieren, zusammenzufassen und schon ein bisschen im Internet nachzuforschen. Warum ich das jetzt erst mache? Nun, meine ersten beiden Wochen hier habe ich mit Portugiesisch Lernen verbracht (vier Stunden am Vormittag mit einer Lehrerin, dann am Nachmittag eigenständiges Nacharbeiten). Zwar ist Portugiesisch nicht unbedingt notwendig (alle Leute sprechen gut Englisch, und die Dokumente kann ich auch auf Englisch erstellen) - aber ich möchte natürlich auch wissen, was am Mittagstisch so lustig ist.

Außerdem habe ich herausgefunden, dass es auch für die Arbeit gut ist, wenn ich ein Grundverständnis für die Sprache habe. Meine Einführung und ein mehrtägiges Sales-Meeting in der letzten Woche waren zum Beispiel komplett in Portugiesisch. Bisher funktioniert dieser intensive Frontalunterricht recht gut (ich hab ja bei Null angefangen - da kann es nur nach oben gehen!). Ich kriege zwar immer noch nicht alles mit, so mehr oder weniger rede, verstehe und lese ich aber jetzt schon ein bisschen. Allerdings klappt es an einigen Tagen deutlich besser als an anderen!

Donnerstag, 7. Februar
Heute morgen bekomme ich meinen eigenen Laptop. Jetzt kann ich endlich weg vom öffentlichen Computer und an meinem eigenen Schreibtisch arbeiten. Zuerst feile ich weiter an meinen Projektideen. Als ich mehr oder weniger fertig bin, schaffe ich es noch, mir meinen Kollegen Paulo vor dem Mittagessen zu schnappen. Wir gehen meine Zusammenfassung durch und reden darüber, was ich jetzt eigentlich produzieren soll, damit ich für die nächste Zeit eigenständig arbeiten kann. Außerdem soll ich am nächsten Montag nach Porto fahren, um unsere Kollegin Sonia bei ihrer Arbeit zu begleiten, damit ich eine andere Perspektive bekomme, wie das Geschäft und die Kundenbetreuung laufen.

Am Nachmittag arbeite ich dann an einem weiteren Teil meines Projekts: die Verbesserung des Kundendienstes während der Probezeit. Patienten können unsere Insulinpumpen nämlich vor einem Kauf erst mal eine Weile ausprobieren. Bis zum Abend erstelle ich zwei Vorschläge für Umfragebögen während und nach der Probezeit, um zu erfahren, was unseren Kunden an uns gefällt und was nicht. Der Abend und die Nacht sind dann noch sehr lustig, denn nach einem Besuch im Fitnessstudio gehe ich mit einigen Kollegen zum Sushi-Essen und anschließendem "gijinha"-trinken - das ist ein typisch portugiesischer Kirschlikör. Oh oh, es wird bestimmt nicht einfach, morgen früh aufzustehen!

Freitag, 8. Februar
Endlich Freitag! Auf heute habe ich mich schon lange gefreut, denn mein Freund kommt am Nachmittag aus New York! Von ihm getrennt zu sein ist wirklich der schwierigste Teil meiner neuen Arbeit. Zwar haben wir dank Internet, Webcams und Telefon sehr viel Kontakt, aber es ist natürlich etwas ganz anderes als wirklich zusammen zu sein. Die nächsten zwei Jahre werden bestimmt nicht einfach. Ich hoffe aber, dass ich wenigstens eines meiner Projekte in der Nähe New Yorks machen kann. Unsere Beziehung ist stark und unser Plan ist, dass wir in zwei Jahren irgendwo auf der Welt etwas gemeinsam in der gleichen Gegend finden werden. Irgendwie kriegen wir das schon hin.

Doch erst mal muss ich mich um mein Projekt kümmern. Ich fange mit einer Gliederung für ein Patienten-Handbuch an. Während des Vormittags habe ich außerdem ein Telefongespräch mit einem Kollegen von mir aus dem Perspectives-Programm. Er erzählt mir von seinen Erfahrungen und Projekten während der letzten zwei Jahre. Obwohl natürlich jede Erfahrung anders ist, erhalte ich doch einige interessante Einblicke, wie das alles hier so läuft. Jetzt aber genug für diese Woche - und ab zum Flughafen!

 

 

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