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Fälle mal nicht aus dem Lehrbuch

Jura, Buch (Quelle: sxc.hu/plex)

Jura, Buch (Quelle: sxc.hu/plex)

Im Sommer 2009 habe ich ein Praktikum bei Hengeler Mueller in Frankfurt am Main absolviert. Nach zwei Jahren Jura-Studium - das heißt nach reichlich Zeit in Hörsälen und Bibliotheken, nach einigen Hausarbeiten und noch mehr Klausuren - war ich sehr gespannt, nun das Arbeitsleben in einer der großen Wirtschaftskanzleien Deutschlands mitzuerleben.
 

Hengeler Mueller in Frankfurt am Main

 Mit mehr als 120 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten ist das Büro von Hengeler Mueller in Frankfurt am Main der größte Sitz der Kanzlei, die auch in Berlin, Düsseldorf, München, Brüssel und London vertreten ist. Seine Räumlichkeiten hat es in den oberen Stockwerken eines gläsernen Büroturms im traditions-
 reichen Stadtviertel Westend.
 

Die Sommerpraktikantinnen und -praktikanten

 In diesem Jahr waren wir 14 Praktikantinnen und Praktikanten zwischen dem 3. und 7. Fachsemester, die das sechswöchige Sommerpraktikum in Frankfurt am Main absolvierten. Viele von uns kamen von den Universitäten in Heidelberg und Freiburg oder von der Bucerius Law School in Hamburg; es gab aber auch Praktikanten aus anderen Ecken Deutschlands.
 

Bankaufsichts- und Investmentrecht

 Mein Arbeitsbereich war das Bankaufsichts- und Investment-
 recht. In diesem an der Universität eher unterrepräsentierten Rechtsgebiet geht es beispielsweise darum, wie Banken, Investmentfonds und andere Finanzdienstleister staatlich reguliert werden. Vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise also ein gleichsam aktuelles wie spannendes Arbeitsgebiet.
 
 Bereits am ersten Tag wurde ich direkt in die anwaltliche Arbeit eingebunden. Während des gesamten Praktikums waren mir zwei junge Anwälte als Tutoren zugeordnet. Ihnen schaute ich aber nicht bloß über die Schulter. Sie übertrugen mir vielmehr eigenständige Aufgaben aus ihren Mandaten. So konnte ich an juristischen Gutachten mitarbeiten, recherchierte rechtliche Themen in der kanzleieigenen Bibliothek und schrieb Entwürfe für Korrespondenz, Verträge und rechtliche Stellungnahmen. Häufig nahm ich auch an Telefonkonferenzen mit Mandanten, deren Vertragspartnern und anderen Anwaltskanzleien teil.
 

Keine Lehrbuchfälle, sondern wirkliches Leben

 So vielschichtig meine Arbeitsaufgaben im Bankaufsichts- und Investmentrecht waren, eines war ihnen doch gemeinsam: Während an der Universität die Sachverhalte in Hausarbeiten und Klausuren nicht selten auf BGH-Entscheidungen oder Lehrbuchfälle zurückzuführen sind, sah das wirkliche Leben ganz anders aus. Hier gab es häufig gar keine Gerichts-
 entscheidungen oder juristische Literatur. Dann galt es, das Handwerkszeug eines Juristen, die juristische Methodik, einzusetzen und eigenständig Lösungen zu entwickeln. Das machte die Arbeit anspruchsvoll, aber eben auch spannend und abwechslungsreich.
 

Gleichberechtigtes Investmentrecht-Team

 Insgesamt war ich sehr überrascht, wie gleichberechtigt ich in das Team aus Anwälten integriert wurde. Nachdem ich gerade eine Woche meines Praktikums absolviert hatte, sagte mein Tutor zu einem jungen Anwaltskollegen und mir: "Dieser Fall erfordert mehr als nur einen Anwalt. Deshalb bilden wir jetzt ein gleichberechtigtes Investmentrecht-Team." Wie selbstverständlich wurde ich beteiligt und erhielt die Möglichkeit, mit eigenen Ergebnissen zum Arbeitserfolg beizutragen. Diese Einstellung gegenüber mir als Praktikant war es, die mich in den sechs Wochen bei Hengeler Mueller besonders beeindruckte.
 

Umfangreiches Begleitprogramm

 Die Kanzleiarbeit war allerdings nicht das einzige, was uns geboten wurde: Die Personalabteilung von Hengeler Mueller hatte ein umfangreiches Begleitprogramm ausgearbeitet. Wöchentlich erhielten wir eigenen Englischunterricht und wurden in Corporate Breakfasts in die Tätigkeitsbereiche der Kanzlei eingeführt. Eine detailliert ausgearbeitete Fallstudie zeigte uns, wie M&A-Transkationen in der Praxis aussehen. Darüber hinaus gab es viele gemeinsame Aktivitäten auch außerhalb der Kanzlei: Mehrere Abendessen, eine Museumsführung, ein Besuch bei der Frankfurter Wertpapierbörse und vieles mehr haben dafür gesorgt, dass sich die Praktikanten und Anwälte auch privat ein wenig kennenlernen konnten.
 

Mein Fazit

 Das Sommerpraktikum bei Hengeler Mueller in Frankfurt am Main ist ein hervorragendes Praktikumsprogramm. Die Kanzlei hat mich durch die spannenden Mandate, vor allem aber durch die gleichberechtigte Einbindung der Praktikanten überzeugt. Das Sommerpraktikum bei Hengeler Mueller kann ich deshalb jedem, der sich für die Arbeit einer großen Wirtschaftskanzlei interessiert, uneingeschränkt empfehlen.

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