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Angela Merkel und Alexander

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Wieso ein Praktikum im Bundestag?
 Praktikum im Deutschen Bundestag – geht das überhaupt? Ja, es geht! Zum Beispiel mit dem Praktikantenprogramm der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Für die Semesterferien bietet die Union als einzige der im Bundestag vertretenen Fraktionen Studierenden aller Fachrichtungen ein Praktikantenprogramm an. Das Praktikum dauert in der Regel sechs Wochen. Doch was hat mich überhaupt dazu bewogen, mich um ein Praktikum im Deutschen Bundestag zu bewerben? Man erlangt durch ein solches Praktikum tiefe Einblicke in die große Politik. Näher an das tägliche Politgeschehen kommt man nur noch als Abgeordneter. Man erlebt Politik abseits der Fernsehkameras. Dies bietet sich vor allem für Studenten der Rechts- und Politikwissenschaften an, da hier der theoretische Studienstoff hautnah erlebt werden kann. Ein Plus für Jurastudenten: Die Zeit im Parlament wird für das obligatorische Verwaltungspraktikum angerechnet.
 

Das Praktikantenprogramm der Unionsfraktion
 Das Praktikantenprogramm steht grundsätzlich Studierenden aller Fachrichtungen offen. Zwar stellen Rechts- und Politikwissenschaftler etwa zwei Drittel der Praktikanten, doch können ebenso BWLer oder VWLer in die jeweiligen Themenressorts. Das Programm setzt sich aus 40 bis 50 Teilnehmern zusammen. Es bewerben sich jedoch jedes Jahr zehn Mal mehr Studenten, als Plätze vorhanden sind. Daher ist eine hochwertige und frühzeitige Bewerbung empfehlenswert. Vorlaufzeiten von einem Jahr sollten einkalkuliert werden. Zu Beginn des Praktikums wird man einer Arbeitsgemeinschaft der CDU/CSU zugeteilt, also beispielsweise der AG Wirtschaft, der AG Außen oder etwa der AG Recht oder man landet direkt im Büro eines bestimmten Abgeordneten. Hier wird man dann in die täglichen Arbeitsabläufe integriert, wobei Schwerpunkte und Intensität des Arbeitseinsatzes je nach persönlicher Eignung variieren. Begleitet wird die tägliche Büroarbeit durch das feste Programm der Union, das alle Praktikanten gemeinsam durchlaufen. Neben mehreren Diskussionsrunden mit Spitzenpolitikern des Deutschen Bundestags stehen vor allem Führungen durch bundespolitisch bedeutsame Gebäude sowie historische Stätten auf dem Programm. Nach dem Praktikum besteht außerdem die Möglichkeit, in das PNP (Praktikanten-Nachbetreuungs-Programm) aufgenommen zu werden. Bei dem PNP handelt es sich um ein selbsternanntes Eliteförderungsprogramm, das in enger Kooperation mit Konrad-Adenauer- und Hans-Seidel-Stiftung seine Teilnehmer regelmäßig zu politischen Seminaren und Workshops einlädt.
 

Ich im Bundestag
 Jedes Bundestagspraktikum beginnt mit dem Gang zur Ausweisstelle. Nach eingehender Prüfung der persönlichen Daten erhält der Praktikant einen Hausausweis. Dieser berechtigt ihn, sich vollkommen frei in sämtlichen Häusern des Deutschen Bundestags, also auch im Reichstag, zu bewegen. Besonderer Vorteil: Man muss nicht durch die äußerst strengen Sicherheitsvorkehrungen. Gearbeitet habe ich in der AG Gesundheit, einer gerade in Reformzeiten äußerst interessanten und spannenden Abteilung. Grundsätzlich werden die Parlamentswochen in Sitzungs- und Nichtsitzungswochen unterteilt. Während der Sitzungswochen befinden sich die Abgeordneten tatsächlich in Berlin, wohingegen sie sich während der sitzungsfreien Wochen in ihrem jeweiligen Wahlkreis aufhalten und den Kontakt zur Basis pflegen sollen. Ich hatte Glück und erlebte gleich vier Sitzungswochen, in denen ich die Leiterin der AG Gesundheit zu vielen ihrer wöchentlichen Termine begleiten durfte. In der restlichen Zeit beantwortete ich Zuschriften von Bürgern aus dem Wahlkreis. Dazu musste ich das ein oder andere Mal in der Parlamentsbibliothek, der größten in Europa, Erkundigungen einholen. Außerdem erstellte ich Diskussionsleitfäden für die Parlamentarier und recherchierte zu verfassungsrechtlichen Fragen, die das Gesundheitssystem betreffen.
 

Politik ohne Blatt vorm Mund
 Die danach noch verbleibende Zeit wurde durch das Rahmenprogramm ausgefüllt: Besuche beim Bundesrat und Bundeskanzleramt, Führungen durch Stasi-Gedenkstätten und Sendeanstalten verschiedener Fernsehsender. Besonders interessant waren jedoch die zahlreichen Diskussionsrunden der Praktikanten mit führenden Politikern: Ob Vertreter des Bundeskanzleramts, Laurenz Meyer, Dr. Peter Ramsauer, Volker Kauder oder andere. Jeder von ihnen stellte sich bereitwillig unseren Fragen und fand dabei bisweilen deutlichere Worte, als man sie vor einer Fernsehkamera jemals zuvor gehört hatte. Den absoluten Höhepunkt des Praktikums bildete jedoch die Teilnahme an der Fraktionssitzung, dem wöchentlichen Zusammenkommen aller Fraktionspolitiker. Hier werden unter Ausschluss der Öffentlichkeit die politischen Richtlinien für die kommenden Tage bestimmt. Hier erlebt man alle Parlamentarier von Rang und Namen auf engstem Raum. Außerdem erkennt man, dass sich die Motive für gewisse politische Handlungen fraktionsintern teilweise von der öffentlich geäußerten Motivation unterscheiden. Am Rande der Fraktionssitzung traf ich zudem auf die Bundeskanzlerin, die mir sogar einen Teil ihrer wertvollen Zeit opferte.
 

Casino und Premieren
 Doch was hat Berlin für Bundestagspraktikanten abends zu bieten? Nachdem man tagsüber nicht selten mit ranghohen Politikern in der bundestagseigenen Kantine "Casino" an einem Tisch zu Mittag speist, gestaltet sich auch der Abend politisch – allerdings in einem äußerst entspannten Sinne. Ob Theater- oder Kinopremiere, Diskussionsveranstaltungen oder Empfänge – die Mitglieder des Deutschen Bundestags erhalten für jeden Abend Einladungen zu etlichen Veranstaltungen. Diese Einladungen werden jedoch nur in den seltensten Fällen von ihnen persönlich wahrgenommen, sei es aus Zeitnot oder weil sie nach einem anstrengenden 14-Stunden-Tag einfach abschalten möchten. So trifft man anlässlich diverser Empfänge oft auf Mitpraktikanten und wissenschaftliche Mitarbeiter des Bundestags, teilweise ergänzt durch Abgeordnete, die dann doch dem Ruf des Buffets nicht widerstehen konnten. Wer jetzt Lust bekommen hat, selbst ein Praktikum im Deutschen Bundestag zu machen, der wende sich an Katrin Voigt (Praktikantenbetreuung, CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Platz der Republik 1 in 11011 Berlin).

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