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Gute Nachrichten für Sarah

Süßigkeiten, Hengeler Mueller, Tagebuch, Quelle: sxc.hu, Autor: igoghost

Süßigkeiten, Hengeler Mueller, Tagebuch, Quelle: sxc.hu, Autor: igoghost

Teil 3: Diese Woche beginnt für Sarah mit guten Nachrichten - sie darf an Mandantengesprächen teilnehmen. Das bedeutet aber auch jede Menge Arbeit. Gut, dass sie weiterhin mit Süßigkeiten versorgt wird. Hoffentlich endet die Woche auch mit einer guten Nachricht - fußballtechnisch.

Montag, 12. Oktober

 Ich beginne meine Woche mit einem Arbeitsauftrag für meine Zimmernachbarin, die Anwältin im Kartellrechtsteam ist und in deren Büro ein großer Topf mit Süßigkeiten, die sie freigiebig verteilt, steht. Geprüft werden muss die Rechtmäßigkeit der Festsetzung einer Geldbuße gegen einen persönlich Betroffenen in einem Kartellverfahren.
 
 Während der Arbeiten hierfür übermittelt mir mein Tutor die Meldung der Woche: Morgen kommt der Mandant, für den wir an der Replik schreiben, zu einem Gespräch in das Düsseldorfer Hengeler-Mueller-Büro und ich darf gemeinsam mit meinem Tutor und dem Partner, bei dem ich angebunden bin, an dem Mandantengespräch teilnehmen. Das freut mich riesig. Zur Vorbereitung hierauf suche ich schon einmal alle Unterlagen, Entwürfe, Anlagen und so weiter zusammen, die ich morgen mit in das Gespräch nehmen möchte. Gut, dass ich letzte Woche schon alle für die Arbeit an dem Mandat wichtigen Unterlagen griffbereit deponiert habe.
 
 Jetzt überschlagen sich die Ereignisse: Der Partner, für den ich arbeite, bezieht mich in ein brandneues Mandat ein: Ein inländisches Unternehmen möchte (schrittweise) Anteile an einem ausländischen Unternehmen erwerben. Dabei sollen wir den fusionskontrollrechtlichen Aspekt des Vorhabens überprüfen. Ich dachte schon, der Tag könnte nicht mehr besser werden, da findet die nächste freudige Botschaft ihren Weg in mein E-Mail-Postfach: Zur Klärung offener Fragen wird der neue Mandant am Mittwoch in das Düsseldorfer Hengeler-Mueller-Büro kommen und ich darf – gemeinsam mit dem Partner, für den ich arbeite – dabei sein! Darüber freue ich mich ungemein.
 
 Das heißt aber auch, dass diese Woche arbeitsreich wird, und ich mich jetzt erst einmal neu organisieren muss. Die Arbeit für meine Zimmernachbarin ist noch nicht abgeschlossen, es bedarf noch etwas an Recherche und der Überarbeitung eines Textteils. Außerdem will ich mich unbedingt noch auf die Besprechung morgen vorbereiten, die aber schon so früh beginnen wird, dass ich das am Morgen nicht mehr schaffen werde. Daneben muss ich auch noch die Besprechung für Mittwoch vorbereiten, was etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen dürfte, da ich hier erst einmal auf mich alleine gestellt bin und wir bisher kaum Informationen über das Vorhaben haben.
 
 Zum Glück naht Hilfe: Meine Zimmerkollegin übernimmt einen Teil der Arbeit für unsere benachbarte Anwältin und gemeinsam werden wir schnell mit der Arbeit fertig. Zur Feier des Tages (und weil sich aufgrund der e-fellows.net-Berichte schon herum gesprochen hat, dass ich kurzfristigen Zuckerschüben gegenüber nicht abgeneigt bin), darf ich bei unserer Zimmernachbarin in die Süßigkeitendose greifen.
 
 Danach mache ich mich erst einmal an die Vorbereitung des Treffens für Mittwoch. Ich recherchiere nach Unternehmensdaten und bereits bei der Europäischen Kommission oder dem Bundeskartellamt erfolgten Fusionsanmeldungen unter Beteiligung der Unternehmen. Anschließend schaue ich mir noch die Dokumente für das morgige Mandantengespräch an, bevor ich erschöpft, aber sehr zufrieden und glücklich das Büro verlasse und ein ereignisreicher Tag zu Ende geht.
 

Dienstag, 13. Oktober

 Ich bin vor dem Wecker wach - das passiert mir sonst nie. In der Kanzlei angekommen überprüfe ich noch einmal meine Unterlagen und der Partner, mein Tutor und ich treffen uns zu einer Vorbesprechung. Dann kommt auch schon der Mandant und insgesamt zu Siebt geht es in den Konferenzraum, der für uns vorbereitet wurde. In lockerer Atmosphäre werden die noch offenen und unklaren Punkte (das gesamte Gespräch findet auf Englisch statt) diskutiert und besprochen. Unterbrochen wird das Gespräch nur vom Mittagessen, danach geht es sofort weiter. Nach fast fünf Stunden sind alle wichtigen Punkte geklärt. Für mich war es unglaublich interessant, insbesondere zu erleben, wie manchmal die "Kluft" zwischen Jurist und Laie überbrückt werden muss.
 
 Danach erstellen mein Tutor und ich sofort eine To-Do-Liste für unseren Mandanten, weil noch einige Unterlagen benötigt werden. Gerade als ich mich wieder der Vorbereitung des morgigen Treffens widme, kommt ein weiterer Arbeitsauftrag meines Partners. Es geht um die kartellrechtliche Überprüfung der Zulässigkeit eines Rabattsystems. Die Antwort hierzu soll noch heute an den Mandanten gehen. Also widme ich mich sofort dieser Problematik und schicke –wenn auch erst spät – die Ergebnisse noch an meinen Partner. Als ich das Büro verlasse, ist nicht zu übersehen, dass heute ein arbeitsreicher Tag war: Meinen Schreibtisch erreiche ich nur noch über Umwege um Akten- und Bücherhaufen.
 

Mittwoch, 14. Oktober

 Der Tag beginnt mit dem Mandantengespräch zur fusionskontrollrechtlichen Beurteilung eines Anteilserwerbs. Nach rund einer Stunde sind alle für die Beurteilung wichtigen Punkte geklärt. Zur abschließenden Bewertung benötigen wir allerdings erst noch die genauen Umsatzzahlen.
 
 Bevor also mit der Arbeit an diesem Mandat fortgefahren werden kann, nutze ich die Zeit und schreibe meinen Stundenzettel vom gestrigen Tag. Das habe ich gestern einfach nicht mehr geschafft, muss aber gemacht werden. Danach geht es wieder an die Replik. Mein Tutor und ich setzen uns zusammen und bei jeder Menge Lakritz erstellen wir eine vorläufige Gliederung. Zwar hatte ich in den letzten Tagen viel mehr mit anderen Mandaten zu tun. Allerdings habe ich jede interne E-Mail sowie alle E-Mails an den Mandanten jeweils in Kopie von meinem Tutor erhalten, sodass ich auf dem aktuellsten Stand bin.
 
 In solchen Momenten bin ich froh, mir zu Anfang meiner Tätigkeit bei Hengeler Mueller den Rat meines Tutors zu Herzen genommen zu haben und mir in meinem E-Mail-Postfach einzelne Ordner für die jeweiligen Mandate angelegt zu haben. Insbesondere bei einer derart engen Mandatseinbindung, wie ich sie genießen darf, spart es Zeit und hilft, bei der Fülle an E-Mails den Überblick zu behalten. Ich stelle fest: Organisation ist bei der gleichzeitigen Arbeit an mehreren Mandaten das halbe Leben - und vermeide dabei den Blick auf meinen Schreibtisch und den Rest unseres Referendarbüros.
 
 Nachdem mein Tutor und ich die Gliederung erstellt haben, und diese vom Partner abgesegnet wurde, teilen wir uns die Arbeit an der Replik auf. Ich beginne mit der Arbeit an einer Rechtsfrage, zu der ich schon letzte Woche recherchiert habe. Den Baustein hierfür möchte ich heute noch fertig bekommen. Ich erreiche mein Tagesziel, stelle den Baustein fertig und mache mich sofort an den nächsten. Ddie Zeit drängt, ein erster Entwurf der Replik soll eigentlich bis Freitagnachmittag stehen. Diesen Teil bekomme ich heute aber nicht mehr fertig. Nach einem langen Tag mache ich mich erschöpft auf den Heimweg.
 

Donnerstag, 15. Oktober

 Heute ist eigentlich wieder Jour Fixe. Da es aber so viel zu tun gibt, setze ich mich sofort an den Baustein für die Replik. Wer weiß, was der Tag heute noch bringt, da gilt es, jede Minute zu nutzen.
 
 Die Arbeit wird unterbrochen, als wir von dem Mandanten, mit dem wir gestern das Gespräch hatten, die Umsatzzahlen erhalten. Ich erstelle eine Tabelle mit den Umsatzzahlen und gleiche diese mit den fusionskontrollrechtlichen Anforderungen der jeweils betroffenen Jurisdiktionen ab, um so beurteilen zu können, ob das Vorhaben in der jeweiligen Jurisdiktion anmeldepflichtig ist. Die Ergebnisse schicke ich an den mit dem Vorhaben befassten Partner. Die Arbeit an diesem Mandat nimmt mehr Zeit in Anspruch als gedacht, sodass mein Zeitplan für die Replik durcheinander gerät. Bei meinem Tutor sieht es nicht anders aus. So ist absehbar, dass die interne Deadline nicht eingehalten werden kann. Dies muss dem Mandanten schonend beigebracht werden. In diesen Momenten bin ich froh, noch kein Rechtsanwalt zu sein.
 
 Nichtsdestotrotz arbeiten wir mit Hochdruck weiter an der Replik. Der Abend wird immer länger... Es hat sich herumgesprochen, dass mein Tutor und ich (zeitweilig) Freunde des ungesunden Lebensstils sind. Da das auf Dauer nicht gesund ist, werde ich heute Abend mit Studentenfutter versorgt. Mein Apfel, den ich mir in weiser Voraussicht, dass es heute etwas später werden könnte, mitgenommen habe, darf darum noch einen Tag länger in meiner Schreibtischschublade reifen.
 

Freitag, 16. Oktober

 Und weiter geht es mit der Replik. Zwischendurch kommt nur eine Rückfrage durch den Partner zu meiner Umsatztabelle für die fusionskontrollrechtliche Beurteilung. Ansonsten kann ich den ganzen Tag an der Replik arbeiten und so versuchen, etwas Zeit gut zu machen. Und so neigt sich eine sehr arbeitsreiche, aber aufregende, spannende und schöne Arbeitswoche wieder dem Ende zu. Um 18 Uhr werfe ich den Live-Ticker an: Arminia Bielefeld spielt und die Tabellenführung muss verteidigt werden!

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