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Die Kanzlei Dibbs Abbott Stillman in Sydney, Australien

Die Kanzlei Dibbs Abbott Stillman in Sydney, Australien

Flugangst! Nach sieben Klausuren ohne besondere Beschwerden lag zwischen mir und meiner Wahlstation in Sydney nur noch meine Angst, ein Flugzeug zu besteigen. Nachdem die erste Maschine in Frankfurt ausgefallen war und ich die Nacht am Flughafen verbringen musste, wollte ich kaum noch in die Boeing steigen - aber Sydney war all das wert.
 

Großkanzlei down under
 Nach Sydney wollte ich schon seit meinem Studienaufenthalt in England. Viele meiner Freunde dort waren Aussies (Australier), die den ganzen Tag von ihrem Land schwärmen konnten. Bei meiner Recherche im Internet stieß ich dann auf den European Desk der Kanzlei Dibbs Abbott Stillman. Geleitet wird diese Abteilung von dem deutschen Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Babeck. Auf dem abgeschlossenen australischen Markt ist Dibbs auf Platz 15 und deckt die üblichen Felder einer großen Kanzlei ab. Der European Desk hat zwei Aufgaben: Er berät europäische Unternehmen beim Markteintritt oder anderen Projekten in Australien und vice versa australische Unternehmen, die nach Europa gehen. Ergebnis der jahrelangen Beratungstätigkeit sind zwei elektronische Publikationen, der "Investitionsführer Australien" und "Doing Business in Europe".
 

Akquise in einem fremden Markt
 Eine wichtige Erkenntnis gleich zu Beginn meiner Station war, dass die Mandate für eine ungewöhnliche Einheit wie den European Desk nicht von alleine kommen. Daher konnte ich viel über Mandatsgewinnung und Mandatspflege lernen. Nebenbei kam ich viel in Sydney herum und lernte viele interessante Firmen und Personen kennen. Die Arbeit in der Kanzlei war sehr abwechslungsreich und bot vom deutschen Sachenrecht bis zum australischen Markenrecht jeden Tag neue Aufgaben. Der Schwerpunkt lag jedoch eindeutig im Gesellschaftsrecht. In diesem Rechtsgebiet konnte ich noch einiges lernen. Insbesondere war ich viel stärker operativ eingebunden. Gutachten schreiben musste ich fast nie.
 

Mehr als nur Bücher wälzen
 Dr. Babeck versucht, seine Referendare so oft es geht zu Mandanten mitzunehmen. Und es geht in Australien offenbar sehr oft. Die lockere Art der Australier macht es sehr leicht. Wer also nicht nur Bücher wälzen möchte, ist hier sehr gut aufgehoben.
 

Six Minutes
 In Australien ist der Rechtsanwalt noch mehr Dienstleister als in Europa. Abgerechnet wird alle sechs Minuten. Im diesem Takt poppt ein Fenster der Zeiterfassungssoftware auf und verlangt einen Eintrag. Die Associates stehen auch unter einem entsprechendem Druck. Monatszahlen mit den genauen Umsätzen werden an alle Mitarbeiter versandt. Man weiß also immer, wo man selbst im Vergleich steht. Doch "Six Minutes" heißt auch der soziale Mittelpunkt der Kanzlei, die Espressobar. Hier kann man sich nicht nur immer einen hervorragenden Kaffee machen, sondern hier trifft sich auch jeden Freitag die gesamte Belegschaft auf einen Drink. Alle Kollegen waren sehr herzlich und interessiert. Ständig wurde ich eingeladen, häufiger als ich den Einladungen überhaupt nachkommen konnte.
 

Lunchtime Legends
 Vom sozialen Leben der Kanzlei kann denn auch so manche deutsche Kanzlei noch lernen. Fast jede Woche findet eine Veranstaltung statt, die das Betriebsklima spürbar hebt. Für mich war der Höhepunkt der Woche der Donnerstag. Mitten im Royal Botanic Garden spielte eine Auswahl von Dibbs gegen andere Kanzleien und Unternehmen Fußball. Stolz darf ich berichten – ungeschlagen!
 

Paradies für Golfer
 Neben der Arbeit bietet Sydney natürlich viel. Als Stadtmensch habe ich mich überwiegend in den vielen guten Restaurants und Cafés aufgehalten. Aber die vielen Strände und das Meer bieten einen sehr hohen Freizeitwert. Außerdem gibt es zahllose großartige Golfplätze, vor allem mein Lieblingsplatz am Meer St. Michaels sei allen Golfern ans Herz gelegt. Die Lebenshaltungskosten in Sydney sind letztlich nicht höher, als in einer deutschen Großstadt. Vieles ist sogar deutlich billiger, nur die Mieten können sehr hoch ausfallen. Solange aber der Euro gegenüber dem Dollar nicht wesentlich verliert, kann man sich den Aufenthalt auch als Referendar leisten.
 

Gut geeignet für die Anwaltsstation
 Ein letzter Tipp für alle, die jetzt mit dem Gedanken spielen, nach Australien zu kommen. Macht es in der Anwaltsstation, sofern dies möglich ist. Ich habe in der Wahlstation begonnen, mich zu bewerben und habe vor allem die letzten Wochen hier viel Zeit am Telefon mit Deutschland verbracht. Gerade die Möglichkeit, einen möglichen Arbeitgeber in der Wahlstation zu finden, sollte man nutzen. Genauso die Chance, eine Zeit im Ausland zu verbringen.

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