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The Law University of Lithuania

die Law University in Vilnius

die Law University in Vilnius

Sich zu entscheiden, wo man sein Auslandssemester verbringen möchte, ist recht schwer. Die meisten der Studierenden zieht es in den warmen Süden oder "Wilden Westen". Mich zog es in den kalten Nordosten, genauer nach Litauen, an die Law University of Lithuania. Ich entschied mich bewusst für ein osteuropäisches Land, denn ich wollte die neuen Beitrittsländer der Europäischen Union schon immer mal näher kennen lernen. Dies schien mir der beste Weg dafür zu sein.
 

Der Weg ist das Ziel
 Die größte Hürde meines Aufenthalts war die Anreise an sich. Ich hatte nicht gerade berauschende Optionen: Entweder mit dem Auto quer durch Polen, mit einer Autofähre quer über die Ostsee (Stichwort: Estonia), mit dem Zug zwei Tage quer durch Polen und Kaliningrad, oder mit einem Propellerflugzeug über Prag nach Vilnius. Da ich nicht mehrere Tage durch halb Europa tingeln wollte, entschied ich mich für Letzteres. Das war schlimm genug, da ich nicht unbedingt gerne fliege.
 

So groß wie Irland
 Litauen ist mit rund 3,48 Millionen Einwohnern das größte Land der drei baltischen Staaten und etwa so groß wie Irland. Seine Nachbarn sind Lettland, Weißrussland, Polen und Russlands Enklave um Kaliningrad. Vilnius ist das Herz und die Landeshauptstadt Litauens und wird auch als "klein Rom" bezeichnet. Seine engen verwinkelten Gassen erinnern an ein Labyrinth. Die Innenstadt ist eine der größten Altstädte Europas und gehört zum UNESCO Weltkulturerbe.
 

Law University of Lithuania
 Die Law University of Lithuania liegt etwas außerhalb der Altstadt und wurde im Jahre 1990 im Zuge der Wiedererlangung der Unabhängigkeit Litauens gegründet. Zurzeit sind rund 12.000 Studenten immatrikuliert. Neben Jura bietet die Hochschule auch Wirtschaft, Psychologie, Soziologie, Politik und BWL/VWL an. Über 600 Akademiker werden beschäftigt und zahlreiche an die Universität angeschlossene wissenschaftliche Institute vereinen Wissenschaft und Forschung.
 

Internationalität und Friedenslehrstuhl
 Die Universität selbst ist sehr international ausgelegt. Sie beherbergt ein Zentrum für Internationale Beziehungen und Studien, sowie ein polnisches, amerikanisches, schweizerisches und französisches Forschungs- und Bildungszentrum. Zudem besitzt sie einen UNESCO Lehrstuhl für Friedens- und Demokratieforschung. Die Universität hat über 50 bilaterale Abkommen mit Universitäten, Fachhochschulen und Verwaltungseinrichtungen in ganz Europa. Da für die Universität die europäische Integration eines der wichtigsten Ziele ist, wurden auch die Vorlesungen sehr international ausgelegt.
 

Optimale Betreuung
 Ihre Einrichtung ist auf dem neuesten Standard und technologisch fortgeschrittener als so manche deutsche Universität. Aufgrund dessen, dass litauische Studenten keinen englischen Vorlesungen folgen müssen, sind die Vorlesungen für ausländische Studenten überschaubar, meist Seminargröße. Dadurch wird eine optimale Betreuung garantiert. Die Vorlesungen werden meist auf Englisch, teils aber auch auf Französisch oder Deutsch gehalten. Die Dozenten sind sowohl Professoren, als auch Praktiker oder Mitarbeiter eines Ministeriums. Die Universitätsbibliothek hat rund 136.000 Bücher. Wobei es für ausländische Studenten manchmal noch schwierig ist, die passende englische Literatur zu finden. Diese lässt sich dann aber meist über die Dozenten oder über Privatbibliotheken der Ministerien besorgen.
 

Per Bus das Land erkunden
 Neben den Vorlesungen lädt das Land mit seinen unzähligen Wäldern und Seen zum Reisen ein. Bekannt in aller Welt dürfte die berühmte "Bernsteinküste" sein. Aber auch andere große Metropolen wie Riga, Tallinn, Warschau, Minsk oder St. Petersburg sind gut mit dem Bus zu erreichen. Egal ob Winter- oder Sommersemester, man sollte unbedingt auf warme Kleidung achten. In den Wintermonaten können die Temperaturen schnell mal auf unter -15 Grad und mehr fallen. Im Sommer dagegen rutschen die Temperaturen auf 30 Grad. Auch gutes Schuhwerk und Regenkleidung sind ratsam.
 

Abenteuer Kälte
 Ich hörte schon im Vorfeld, dass es sehr kalt werden würde. Daher packte ich ordentlich viel Winterkleidung mit in den Koffer. Dennoch hatte ich die Temperaturen unterschätzt. Mit der deutschen Kleidung kam ich bei minus 18 Grad nicht weit. Nach einer Woche war ich bereits krank. Nach der zweiten rannte ich in einen litauischen Laden und kaufte das, was die Einheimischen auch anhaben: einen langen Mantel mit Fell, Lederstiefel mit Fell und lange Skiunterwäsche. Dazu sollte man noch viel frisches Sauerkraut und Speck essen. Durch die Kälte verbraucht der Körper so viel Energie, dass man gar nicht zunehmen kann. Somit hat es schon etwas von Abenteuer: überleben bei minus 20 Grad und schlafen mit zwei Pullovern, Hose und zwei Paar Socken.
 

Leben im Aufbruch
 Wer wert auf kulinarische Genüsse legt, braucht sich in Litauen um das Essen keine Sorgen zu machen. Es ist sehr reichlich und deftig. Zudem liegen die Preise für Lebensmittel und Kleidung häufig mehr als 40 Prozent unter unseren. Sprachlich kann man sich in der Universität gut mit Englisch verständigen. Außerhalb der Universität wird es dagegen schwieriger. Mit ein paar russischen, englischen und deutschen Wörtern und Händen und Füßen findet man sich aber schnell zurecht. Das Land befindet sich im Aufbruch, so auch die Universität. Ich kann jedem, der sich einerseits im Studium fortbilden, andererseits aber auch Abenteuer mag, die Region wärmstens empfehlen.

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