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Titel und Thema der Veranstaltung
 Power Breakfast mit Accenture und Bosch
 

Wo und wann fand das Event statt und wie lange hat es gedauert
 Am Freitag, 22. Mai, von 9.00 bis ca. 12.00 Uhr bei Accenture in Kronberg.
 

Teilnehmer und Unternehmensvertreter
 Wir waren rund 25 Personen. Von der organisatorischen Seite: Anja Pernsot von e-fellows.net und die Referentinnen Daniela Bünger, Managerin (Accenture) und Dr. Silke Spitzer, Director (Bosch). Außerdem noch: Nadine Pfeuffer, Petra Benz und Andrea Schermer (alle Accenture).
 

Warum ich an der Veranstaltung teilgenommen habe
 Im Wesentlichen gab es für mich zwei Gründe, an diesem Power Breakfast teilzunehmen: zum einen, um interessante Frauen kennen zu lernen, die bereits erfolgreich Karriere gemacht haben, zum anderen, um einen kleinen Einblick in die Firma Bosch zu bekommen und zu erfahren, welche Chancen und Aufgaben man als Physikerin bei Bosch hat.
 

Wie die Veranstaltung abgelaufen ist
 Frankfurt Hauptbahnhof, 8 Uhr morgens. Mit verschlafenen Augen stehe ich an der S-Bahn und halte Ausschau nach potenziellen weiteren Teilnehmerinnen. Ich werde schnell fündig: Neben mir steht eine junge Dame mit der verdächtigen Adresse in der Hand: Accenture, Campus Kronberg. Also gleich mal ansprechen und schon befinden wir uns in einer angeregten Diskussion über Gott und die Welt und verpassen beinahe die Haltestelle.
 
 Eine Stunde später ist es dann soweit: Wir stehen mit leerem Magen vor einem Büffet, von dem man als armer Student sonst nur träumen kann - natürlich inklusive Cappuccino. Zum Einstieg präsentierte Nadine Pfeuffer zunächst die Firmenstudie "Expectations und Achievement: Empowering Women from Within", die uns mit ersten Diskussionsansätzen versorgte. Nach einer Kurzvorstellungsrunde der Teilnehmerinnen, erstaunlich ingenieurs- und naturwissenschaftslastig, ging es dann an den eigentlichen Kern des Power Breakfasts: die Erfahrungsberichte der Referentinnen von Bosch und Accenture.
 

Es ist wichtig, die persönlichen Erwartungen und Ziele offen zu kommunizieren
 Zuerst erzählte Silke von ihrem Studium und der Promotion in Physik sowie ihrem Einstieg bei Bosch als Produktingenieurin. Natürlich hatte es auch bei ihr nicht mit der ersten Bewerbung geklappt. Geschickterweise hatte sie sich aber auch zuerst nicht auf ihre Traumstelle beworben. Über ihre dortige Laufbahn hatte sie uns vor allem eines zu sagen: Wenn man irgendwo etwas werden möchte, muss man dieses an den richtigen Stellen immer wieder erwähnen. Ihren Aufstieg bis zur Leiterin der Abteilung "Entwicklung, Produkt, Innovation" hat sie sich so "erarbeitet". Sei es bei Beförderungen oder Auslandsaufenthalten - Eigeninitiative ist gefragt. Und hier sah Silke dann einen kleinen Unterschied zwischen Männern und Frauen: Ein häufiger Fehler von Frauen sei es, nicht klipp und klar zu sagen, was sie wollen. Männer hingegen hätten weniger Bedenken, ihre Wünsche und Vorstellungen zu artikulieren. Trotz ihres anspruchsvollen Jobs schafft Silke es noch, regelmäßig im Verein Volleyball zu spielen oder Joggen zu gehen; andere Hobbys wie das Reiten blieben jedoch auf der Strecke.
 

Managerin bei Accenture
 Als zweite gab uns Daniela einen Einblick in ihren Werdegang: Nach der klassischen Ausbildung zur Bankkauffrau bei der Deutschen Bank absolvierte sie an der Brunel University in London den Bachelorstudiengang "International Business Studies" mit Schwerpunkt International Accounting & Finance, dem sie noch einen MBA an der European School of Business in Reutlingen draufsetzte. Nach ihrem einjährigen Zwischenstopp in der Abteilung Audit von KPMG wechselte sie zu Accenture, wo sie seit 2006 Managerin ist. Die Unternehmensberatung ist für sie vor allem deswegen reizvoll, weil sie viel im Ausland arbeiten kann und sich mit Projekten aus dem Bereich Finance & Performance Management/Finance Operations beschäftigen kann.
 

Welchen Abschluss braucht man?
 Nach den zwei persönlichen Berichten ging es um allgemeine Karrierefragen rund um Praktika, Auslandsaufenthalte und Promotion. Der Doktor ist außerhalb der wissenschaftlichen Welt beileibe kein "Muss" mehr, geschweige denn eine sichere Fahrkarte für den Karrierelift. In einer Unternehmensberatung steigt man zwar in der Regel eine Stufe höher ein, hat dafür aber auch ein paar Jahre lang promoviert. In der Zeit hätte man es wahrscheinlich auch auf anderem Wege auf die Position geschafft – und das bei mehr Lohn und Berufserfahrung. Steigt man nach B.A., M.A. oder Diplom in eine Unternehmensberatung ein, so gibt es meist die Möglichkeit, ein Jahr für den MBA oder die Promotion freigestellt zu werden. So muss eine Entscheidung für den Job nach dem Studium nicht das Aus für die Forschung bedeuten. In den etwas konservativeren Bereichen kann der Doktortitel aber auch Vorteile bringen. Abgesehen vom direkten Kundenkontakt, wo der Titel dem Unternehmen Prestige verleiht, sind es die kleinen Dinge des Alltags, die er einfacher macht: beim Auto- oder Küchenkauf, auf einmal ist der Kunde König, wusste Silke aus eigener Erfahrung zu berichten.
 
 Um Praktika und Auslandsaufenthalte kommt man wiederum in den meisten Fächern außerhalb der Grundlagenforschungsbereiche wie Mathematik oder Physik nicht mehr herum. Interkulturelle Kompetenzen und praktische Erfahrungen sind wegen der wenig wirtschaftsnahen Ausbildung an den Universitäten sehr gefragt - und die Konkurrenz schläft nicht.
 

Wem ich die Veranstaltung weiterempfehle
 Ich empfehle allen Studentinnen/Doktorandinnen, die sich unsicher sind bezüglich der späteren Gestaltung des Berufs- und Privatlebens, an einem Power Breakfast teilzunehmen. Hier kann man Erfolgsmodelle kennen lernen und sich vielleicht was abschauen. Allerdings sind die meisten Informationen arbeitgeberspezifisch, so dass sich manche Fragen und Antworten nicht verallgemeinern lassen. Daher: Sucht euch das Power Breakfast aus, was am ehesten euren fachlichen Neigungen und späteren Berufswünschen entspricht.
 

Mein persönliches Fazit
 Nach den Vorträgen schien mir eines sehr deutlich: Diese Generation Frauen gehört nicht mehr zur Alice-Schwarzer-Truppe, sondern profitiert bereits von den Errungenschaften des Feminismus. Losgelöst vom traditionellen Frauenbild hatten sie zudem das Glück, auf eine überwiegend vorurteilsfreie Kollegenschaft zu stoßen. Ansonsten gilt die Devise: cool bleiben, drüber stehen. Beweisen, dass wir es eben doch können. Irgendwann wird es auch der Chef mitbekommen, oder: Eine neue Firma suchen, die besser zu einem passt. Dazu kommt, dass Frauen, die sich bereits im Studium in einer männerdominierten Umgebung bewegt haben, später weniger Probleme haben. Sie lassen sich nicht so leicht verunsichern und verschaffen sich Gehör.
 
 Die Kehrseite der Medaille liegt jedoch ganz klar auf der Hand: Es sind die Frauen, die die Kinder bekommen und damit erst mal eine kurze Zeit aussetzen müssen, die sich dann aber immer häufiger ausdehnt. Hundertprozentige Ausgleichsangebote seitens der Arbeitgeber liegen noch in weiter Ferne, auch wenn mit Sabbaticals, Teilzeitmodellen und Hilfe bei der Suche nach Betreuungsmöglichkeiten mittlerweile schon erste Versuche gestartet sind. Vollberufstätigkeit beider Elternteile bedeutet immer knallhartes Zeitmanagement und häufig wird das Kind als Grund für fehlende Bereitschaft zu Überstunden etc. nicht anerkannt. Viele entscheiden sich also nach wie vor aus den verschiedensten Gründen dagegen, so auch unsere Referentinnen. Oder sie versuchen, die Kinder weitestgehend vor Kunden und Kollegen zu verstecken.
 Doch vor allem in Zeiten des demographischen Wandels wird den Unternehmen glücklicherweise immer mehr bewusst, dass sie nicht auf die Hälfte der potentiellen Arbeitskräfte verzichten können. Mentoring-Projekte und spezielle Recruiting-Workshops für Frauen sollen hier Abhilfe schaffen. Offensichtlich mit Erfolg, denn ich denke, uns hat dieses Power Breakfast motiviert, unsere Zukunft selbstbewusst in die eigenen Hände zu nehmen. Und sollten uns doch einmal wieder Zweifel überkommen, kennen wir jetzt genügend andere starke Frauen, die uns den Kopf wieder zurechtrücken werden!

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