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Büffeln am Bondi Beach

University of Sydney

University of Sydney

12. Juli 2003, 18.20 Uhr, Düsseldorf International Airport: Nun hieß es für mich Abschied nehmen von Eltern und Freunden, Bielefeld und Mülheim, Studium und Prüfungsstress, Kommilitonen, Mitbewohnern, Uni-Partys, deutschem Bier – kurz und gut, Abschied nehmen vom Altbekannten und für den Mittelpunkt der Welt gehaltenen Geschehen und Umgebung.

Von Düsseldorf nach Sydney

Auf ging es mit Lufthansa und Singapore Airlines über Frankfurt und Singapur in die schöne neue Welt – auf den wahrscheinlich entferntesten Kontinent, nach Sydney, Australien. Nach 11.787 Meilen und zehn Stunden Zeitunterschied erreichte ich die Metropole, das Finanz- und Kulturzentrum, kurz: das pulsierende Herz Australiens (wenn auch nicht Hauptstadt), die schönste Stadt der Welt, wie ich finde – SYDNEY.

Ankunft in Sydney

6 a.m.: Am Sydney International Airport konnte man gleich die ersten Kontakte mit anderen internationalen Studierenden knüpfen. Denn das Informationspult am Flughafen war um diese Aussi-unmögliche Zeit noch geschlossen. Es verbindet alle Universitäten (wie die University of Sydney, University of New South Wales, University of Technology und Macquarie University) und soll Neuankömmlinge begrüßen. Lange mussten wir nicht warten, um unser Begrüßungspaket entgegennehmen zu dürfen. Leider gibt es keinen Abholservice der Unis. Und Bahnfahren vom und zum International Airport ist fast teurer als ein Taxi. Somit ist die einfachste Lösung, sich mit anderen Studierenden ein Taxi zu teilen.

Wohnen in Sydney

Von Deutschland aus ist es kein Problem, über die Uni eine Temporary Accomodation auf dem Campus zu buchen. Einziger Nachteil: Sie sind meist extrem teuer. Wenn man es etwas günstiger haben möchte, geht man in eines der Backpacker Hostels drum herum, die oft Spezialpreise für Studenten haben. Mein Quartier für die ersten zehn Tage war das International House. Hier fand man dann schnell Kontakt zu Studenten aus aller Welt. Die Frage "Where are from?" war wahrscheinlich die meistgestellte in diesen Tagen.

Preise

Der Wohnungsmarkt in Sydney allgemein ist sehr entspannt, allerdings sind die Mieten extrem teuer. Sie gehen los bei rund 100 Dollar die Woche für ein unmöbliertes Zimmer, bei einer halben Stunde Fußweg zur Uni. Wenn man es etwas komfortabler oder näher zur Uni haben möchte, muss man tiefer in die Tasche greifen (was ich nur wärmstens empfehlen kann). Mieten liegen dann bei 200 bis 350 Dollar pro Woche.

Leben in Sydney

Lebensunterhaltskosten (abgesehen von Mieten) sind in Australien gleich bis günstiger als in Deutschland, je nach Stand des Dollars. Lebensmittel im Allgemeinen sind etwas günstiger. Bus und Bahn (mit Zehnerticket) kosten 1 bis 2,5 Dollar, je nach Länge der Strecke (Stadtbereich). Bücher, speziell Lehrbücher sind günstiger. Jug VB (rund 1,2 Liter australisches Bier) kostet beim Crab Race in der Scubar am Montag 6,50 Dollar (!).

Die Universität

Die Uni liegt, umgeben von Newtown, Glebe und dem Broadway Shopping Centre, etwa 30 Minuten Fußweg entfernt von der Innenstadt. Also eigentlich optimal, denn Newtown ist das Ausgehviertel für Studis schlechthin. Glebe ist eine schöne Wohngegend mit Shopping Centre. Und Down Town steht für Einkaufen und Nachtleben, was das Zeug hält. Die Universität ist die größte und älteste Australiens und hat angeblich die größte Bibliothek auf der Südhalbkugel. Die 45.000 Studierenden fallen auf dem riesigen Campus allerdings nicht auf (Tipp: In den ersten Tagen besser nie den Uni-"Stadt"-Plan vergessen – sonst kann es schnell passieren, dass man den Überblick verliert). Laufwege zwischen zwei Vorlesungen können 15 bis 20 Minuten betragen.

Studieren

Einige Tage nach meiner Ankunft in Sydney begannen die Einführungstage für die Internationalen Studenten, eine Woche vor der Vorlesungszeit. Drei Tage lang wird man an die Hand genommen, bekommt alles erklärt und gezeigt und wird mit zusätzlichen Gebühren zu den Study Fees geschröpft.

Uni-Life

Clubs und Societys gibt es ohne Ende. Ob man jetzt am Wochenende über "Buffy" diskutieren möchte oder lieber dem Ski-Club beitritt – es wird wohl für jeden etwas dabei sein. Die Uni hat als kleine autarke "Stadt" fast alles zu bieten: vom Einkaufen über Sport bis hin zu Campusärzten. Und schön dazu ist sie auch noch. Viele alte Sandsteingebäude, Rasenplätze, BBQ Grillstände – bloß eine gute Mensa wird man hier vergeblich suchen. Und die Preise fürs Essen sind auch keineswegs studentisch.

Freizeitkiller Assignments

Arbeitstechnisch ist das Studieren in Australien etwas aufwändiger, weil man das ganze Semester über etwas zu tun hat. Der Freizeitkiller heißt hier Assignments und besteht ganz einfach aus Hausaufgaben. Vorträge, Hausarbeiten, Übungszettel und, und, und – alles was das Professorenherz höher schlagen lässt. Die Assignments können durchaus wöchentlich in Erscheinung treten und sich das ganze Semester durchziehen. Es kommt also nicht wie bei uns nur auf das Endergebnis der Prüfung an, sondern auf gute Performance während des ganzen Semesters.

Jobben

Wer während des Semesters arbeiten will, kann sein Studentenvisum erweitern lassen. Auch wenn man nach Ablauf des Studiums noch länger in Australien bleiben möchte, kann man ein Visitor Visum beantragen. Das ist in der Regel kein Problem – allerdings ist es erneut mit einigen Kosten verbunden. Das normale Studentenvisum ist nach Ende der Vorlesungen noch einen Monat gültig. Am Ende der Vorlesungszeit bekommt man (wenn man Study Abroad Student ist, was die meisten machen) ein so genanntes "Study Transcript". Hierauf erscheinen dann die Noten, die in Prozent und dem dazugehörigen "Grade" angegeben sind.

Freizeit

Sydney an sich hat einiges zu bieten. Sport wird ganz groß geschrieben in Australien, vor allem Rugby, Cricket und AFL (Australian Football League). Alles neue Sportarten, von denen man als "Normal-Deutscher" noch nie was gehört hat. Es lohnt sich allerdings, sich damit näher zu beschäftigen (bis auf Cricket vielleicht, nach meiner Meinung eines der langweiligsten Spiele der Welt). Weiterhin gibt es viel Kultur. Natürlich das weltbekannte Opera House, Museen, Theater, Konzerte, Tanzen, Kino – für jeden Geschmack etwas.

Umgebung

Die Umgebung selbst ist nahezu perfekt. Der schöne Hafen mit Opera House, Harbour Bridge und Botanischem Garten bietet eines der schönsten Fotomotive bei fast immer blauem Himmel und sonnengesättigter Luft. Darling Harbour als schickes Ausgehviertel. The Rocks, vollgepackt mit Kneipen und Restaurants. Bootsfahrten, Bushwalking, Blue Mountains, schöne Sandstrände, wie Bondi, Manly, Watsons Bay, Küstenwanderwege, Zoo, Aquarium, Wildlife Parks – ich kann gar nicht alles aufzählen.

Achtung: keine Lebensmittel ins Land!

Eine kleine Anekdote zum Schluss: Haltet euch daran, wenn es heißt, keine Lebensmittel ins Land einführen. Ich hab immerhin zwei gekannt, die aus Versehen eine schöne Überraschung am Flughafen erlebt haben. Eine Kommilitonin hat für einen Apfel in Sydney 160 Dollar gezahlt und eine andere in Neuseeland für eine Birne 200 Dollar. Danach darf man sie noch nicht mal mehr aufessen! Einziger "Spaß": Man wird durch den Flughafen vom hiesigen Militär mit Waffen im Anschlag eskortiert.

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