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Kritisieren und Kritik empfangen

Feedback, Kritik, Gespräch [Quelle: pixabay.com, MIH83]

Quelle: pixabay.com, MIH83

"Wir müssen reden". Wenn dein Chef, Kollege oder Professor mit diesem Satz ankommt, rechnest du mit dem Schlimmsten. In deinem Kopf fängt es an zu rattern: Was könnte falsch gelaufen sein? Wie kannst du dich verteidigen – oder die Situation nutzen, um selbst deine Meinung loszuwerden? Tipps für den souveränen Umgang mit Kritik.

Wie übt man konstruktiv Kritik?

Vielleicht bist du selbst offen für Feedback und möchtest Dinge schnell aus dem Weg räumen, an denen du dich störst. Also wirst du schnell aktiv, wenn jemand deiner Ansicht nach Hilfe braucht. Die entscheidende Frage ist aber nicht, ob du helfen willst. Sondern: Will dein Gegenüber, dass du ihm hilfst?

Bevor du also ungefragt Verbesserungsvorschläge machst, solltest du klären, ob deine Mitmenschen gerade nur einen Zuhörer brauchen, oder tatsächlich etwas an ihrer Situation ändern möchten. Dann weißt du, ob überhaupt eine grundsätzliche Bereitschaft besteht, sich deine Ideen anzuhören. 

Wenn du die Erlaubnis für Feedback eingeholt hast, kannst du deine Kritik vorbringen – aber bitte konstruktiv! Gut eignet sich dafür die Technik des sogenannten Entwicklungsfeedbacks. Dieses stellt die Kompetenzen und Potenziale einer Person in den Vordergrund, nicht ihre Defizite.

Entwicklungsfeedback beinhaltet zwei Schritte:

  1. Was war gut?
  2. Was kann man beim nächsten Mal noch besser machen?

Beispiel: Deine Freundin hält im Seminar ein Referat und fragt dich hinterher nach deinem Eindruck. Ihre Präsentation war zwar sehr fundiert, dadurch aber etwas langatmig. Was nun? Frei nach dem Motto "Ehrlich währt am längsten" könntest du dich natürlich für ein einfaches "Deine Präsentation war langweilig." entscheiden. Wenn du deiner Freundin deine Meinung aber so vor den Kopf knallst, wird sie sich – verständlicherweise – als Versagerin fühlen. Schließlich hat sie einige Zeit in ihren Vortrag und ihre PowerPoint-Folien investiert. Außerdem fehlt ihr ein konkreter Anhaltspunkt, wie sie sich verbessern kann. Daher ist ihr mit dieser Aussage mehr geholfen:

"Ich fand es toll, dass dein Referat so gut recherchiert war. Wenn du beim nächsten Mal mehr mit Bildern arbeitest, wird deine Präsentation noch anschaulicher."

Damit vermittelst du deiner Freundin Wertschätzung für ihre fundierte Vorbereitung. Gleichzeitig gibst du ihr einen Tipp, der sich in Zukunft einfach umsetzen lässt.

Eng verwandt mit dem Entwicklungsfeedback ist die Sandwich-Methode. Dabei wird die Kritik mit lobenden Aspekten verbunden und so gewissermaßen in Watte gepackt. Das kann funktionieren, birgt aber auch mehrere Fallstricke:

  • Das Lob wird nur als Verpackung für den Tadel wahrgenommen und damit entwertet.
  • Durch das gleichzeitige Lob wird die Kritik verwässert oder kommt möglicherweise gar nicht an. In der Folge entstehen Missverständnisse und Fehler.
  • Zu oft angewendet, kann die Sandwich-Methode sogar zur Konditionierung führen: Weil Lob und Kritik im Doppelpack auftreten, erwartet man bei jeder Nettigkeit einen Haken.
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