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Der passende Weg zum Führungsjob

Brücke Bauklötze Gap Year (© Rob hyrons - fotolia)

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MBA oder klassischer Master? Beide qualifizieren fürs Management – und haben doch nicht so viel gemein.

Mit seinen 24 Jahren weiß Johannes Mahlich ganz genau, was er beruflich machen will: "Mir war sehr früh klar, dass ich später eine Führungsposition übernehmen will, um Unternehmen mitzugestalten." Ein Job in der Strategieberatung oder in der Strategie- und Entwicklungsabteilung eines Unternehmens sei das, was er sich am besten vorstellen könne. Um sein Ziel zu erreichen, hat Mahlich direkt nach seinem Bachelorabschluss in diesem Sommer den Master in Management an der EBS Business School drangehängt.

"Gerade in den Bereichen, die für mich besonders interessant sind, wird ein Master in der Regel vorausgesetzt", sagt er. Nicht allen fällt die Entscheidung so leicht. Denn wer eine Führungsposition anstrebt, steht meist vor der Frage: Master in Management (MIM) oder Master of Business Administration (MBA)? Die schlechte Nachricht: So leicht lässt sich das nicht beantworten. Die gute: Es gibt Entscheidungshilfen. Vom Grundsatz her richten sich MIM und MBA an zwei unterschiedliche Zielgruppen. Der MBA ist in erster Linie für all jene gedacht, die schon im Beruf sind, aber nicht Wirtschaft studiert haben – also etwa Mediziner, Juristen oder Ingenieure. "In unseren MBA-Programmen sitzen zu zwei Dritteln Teilnehmer ohne wirtschaftswissenschaftliches Erststudium, die in den Managementbereich wechseln wollen oder schon eingestiegen sind", sagt Ralf Bürkle von der Mannheim Business School.

Mindestens drei Jahre Berufserfahrung benötigen die Teilnehmer. Deshalb geht es im MBA inhaltlich neben Führungskompetenzen um die Grundlagen von BWL und VWL. Theorie und Methodenwissen spielen nur am Rande eine Rolle, in erster Linie wird mit Beispielen aus der Praxis gearbeitet. Im Unterschied dazu ist der Master in Management für alle jene gedacht, die noch keine oder nur sehr wenig Berufserfahrung haben. Allerdings ist in der Regel ein wirtschaftswissenschaftliches Bachelorstudium Voraussetzung. "Da der Master auf die Vorkenntnisse aufbaut, ist das inhaltliche Niveau höher und das Programm sehr viel anspruchsvoller als der MBA", sagt Petra Kreis-Hoyer, Prodekanin für Lehre an der EBS.

Je nach Universität ist der praktische Anteil im Master in Management unterschiedlich groß. "In unserem Master ist ein Pflichtpraktikum von sechs Wochen vorgesehen und es finden viele Feldstudien mit Unternehmen statt", sagt Kreis-Hoyer. Dass es sinnvoll sein kann, trotz Bachelor oder Diplom in Wirtschaft einen MBA zu wählen, zeigt das Beispiel von Jonathan Gregory. Der 25-Jährige hat in der Schule zwei Klassen übersprungen und deshalb sein duales Wirtschaftsstudium bei einer Versicherung schon früh mit dem Bachelor abgeschlossen. Danach war er zweieinhalb Jahre bei einem Beratungsunternehmen. "Ich war unter anderem für das internationale Portfoliomanagement zuständig und habe die meiste Zeit die Inhouse-Beratung für einen großen Konzern begleitet", erläutert er. Während dieser Tätigkeit beschloss er, den MBA zu machen. "Ich hatte bereits den Einstieg ins Beratungsgeschäft geschafft und konnte erste Erfahrungen sammeln. Ich wollte mich intensiver mit angewandten Wirtschaftsthemen beschäftigen, deshalb habe ich mich für den MBA entschieden." Zudem erleichtere ihm der MBA-Titel mögliche Berufswechsel in der Beraterbranche, da hier viele Arbeitgeber einem MBA einen besonderen Stellenwert zumessen würden.

Viele Unternehmen im Ausland schätzen den MBA. "Ist der MBA-Titel im Unternehmen angesehen, kann es durchaus Sinn ergeben, sich für ein solches Programm zu entscheiden", bestätigt Thomas Graf, der sich als Gründer der Plattform mim-compass.com mit Master-in-Management-Programmen beschäftigt. Das gelte sowohl für den aktuellen als auch zukünftigen Arbeitgeber. "Aber ein MBA ist nicht zwingend notwendig, um eine Führungsaufgabe zu übernehmen. Der Titel kann helfen, die Karriere zu fördern und den Aufstieg zu ermöglichen. Muss aber nicht." Experten raten deshalb davon ab, sich für einen MBA nur des Titels wegen zu entscheiden. "Dabei sollte man sich auch nicht von den Gehaltsversprechungen beeindrucken lassen, die gerne mit einem MBA propagiert werden", sagt Horndasch. Am Ende zähle, dass man mit seinem Wissen, seinen Führungs- und Projektmanagementfähigkeiten überzeuge.

Aber die Vielfalt der Studiengänge macht es immer schwerer, zwischen MBA und klassischem Master zu wählen. Denn den Master in Management gibt es nun auch für Kandidaten mit Berufserfahrung – eine Anforderung, die lange nur für den MBA galt. Lars Gedlich hat sich vor gut drei Jahren für solch einen Studiengang entschieden – den Master of Science in Management an der HHL Leipzig Graduate School of Management Der 35-Jährige arbeitet bei der Deutschen Bank und entwirft dort unter anderem Anlegerstrategien. "Durch die Bank nehme ich schon regelmäßig an Weiterbildungen zu Führungskompetenz und Projektarbeit teil", sagt er. "Darum habe ich mich bewusst für ein Studium entschieden bei dem wirtschaftswissenschaftliche Zusammenhänge tiefgehender erörtert werden und eine wissenschaftliche Arbeitsweise einen größeren Stellenwert einnimmt. Beides hilft mir besser bei meiner täglichen Arbeit."

Zudem kann er sich vorstellen, später noch zu promovieren. Zweieinhalb Jahre Berufserfahrung haben die Studenten an der HHL im Durchschnitt. "Es gibt in Deutschland eine immer größere Zahl an Berufstätigen, die nach dem Bachelor direkt in den Job starten und erst später feststellen, dass ihnen bestimmtes Wissen fehlt", sagt Henning Zülch von der HHL. Sie wollen dann gerne mit Kommilitonen lernen, die wie sie schon etwas älter sind und ihre eigenen Erfahrungen einbringen können. Ein ähnliches Angebot gibt es an der Wirtschaftshochschule ESCP Europe mit dem Master in European Business. Hier werden zwei Jahre Berufserfahrung empfohlen. Neuerdings verschwimmen MBA und Master noch weiter – an der französischen Wirtschaftshochschule HEC Paris gar zu einem Programm. Im "MBA und MSc International Finance" der Hochschule sollen die Teilnehmer neben den vielen Praxisaufgaben auch tiefer in die finanzwissenschaftliche Theorie einsteigen. In 20 Monaten sollen die Studenten das Beste aus den zwei Welten lernen, wer schon Erfahrung im Finanzbereich hat, kann grundlegende Kurse überspringen. Klar ist: Wer sich wenig für den Finanzbereich interessiert, für den ist das nichts.   

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In unserer Studiengangsübersicht stellen wir dir verschiedene MBA-Programme auf der allen Kontinenten vor.

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