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Preisgekrönt: Wahnwitzige Wissenschaft

Banane, Obst [Quelle: unsplash.com, Autor: Mike Dorner]

Quelle: unsplash.com, Mike Dorner

Wie gefährlich sind Bananenschalen? Warum sehen manche Menschen Jesus auf Toast? Und wie zeugt man 888 Sprösslinge? Auch diesen Forschungsfragen wird an Universitäten nachgegangen. Vier Experimente, die aus der Reihe tanzen – und die kurioseste Auszeichnung der Wissenschaft.

Ausgerechnet in Harvard, einem altehrwürdigen Hort der Wissenschaft, findet jedes Jahr eine wahrlich unwürdige Veranstaltung statt: Wenn sich nämlich Forscher aus aller Welt im Sanders-Theater treffen, um die Verleihung des Ig-Nobelpreises zu begehen, dann ist der Name der Auszeichnung (von "ignoble", unwürdig) Programm. Geehrt werden ausdrücklich nicht die großen Entdeckungen der Menschheit, sondern ausgefallene Forschungsideen, die "zuerst zum Lachen, und dann zum Nachdenken" anregen.

Während der nicht ganz ernst gemeinten Veranstaltung surren Papierflieger durch den Saal. Als Trophäe gibt es einen Blumentopf, zehn Millionen Zimbabwe-Dollar oder ein Mensa-Tablett mit Plastikbesteck. Im Komitee sitzen Forscher, Sportler, Politiker – und ein willkürlich ausgewählter Passant von der Straße.

Auch wenn die Veranstaltung albern wirkt: Hierher kommen angesehene Wissenschaftler aller Fächer – selbst wenn es nur zum Aufräumen ist. Der Physik-Nobelpreisträger Roy Glauber beispielsweise ist seit Jahren "Keeper of the Broom" und fegt während der Zeremonie die Papierflieger von der Bühne.

Der Münchener Biologe Ludwig Huber erhielt den Ig-Nobelpreis für Biologie, weil er nachgewiesen hatte, dass – anders als beim Menschen – das Gähnen bei Köhlerschildkröten nicht ansteckend ist. Und das war bei weitem nicht die kurioseste Arbeit!

Wie rutschig sind Bananenschalen?

Bananenschalen auf dem Boden – Slapstick-Mythos oder ernste Gefahr? Das wollte eine Gruppe japanischer Forscher um Kiyoshi Mabuchi genauer wissen. Sie begannen eine Versuchsreihe, in der sie Bananenschalen auf Linoleumboden auslegten und sie mit einer Schuhsole hin- und herschoben.

Ihren Versuch fassten sie im Aufsatz "Rutschkoeffizient unter der Bananenschale" zusammen. Sie kamen zu dem Schluss, dass es rutschigere Fruchtschalen als die der Banane gibt. Außerdem fanden sie heraus, dass vor allem ein zuckerhaltiges Gel in der Frucht dafür sorgt, dass man die Banane auf dem Fußboden überhaupt bewegen kann.

Für diese Erkenntnis erhielten die Forscher den Ig-Nobelpreis für Physik im Jahr 2014.

Kurieren Krokodile Glücksspieler?

Matthew Rockloff und Nancy Greer gingen volles Risiko: Für ihre Versuchsreihe setzten sie Touristen in einem australischen Naturpark vor eine Glücksspielsimulation. Sie beobachteten zuerst das Spielverhalten der Teilnehmer – und setzten ihnen anschließend ein lebendes Salzwasserkrokodil auf den Schoß.

Das Resultat: Die Spieler, die vorher schon hohe Einsätze wagten, wurden mit ihrer schuppigen Unterstützung noch risikofreudiger. Die Wissenschaftler wollten damit zeigen, dass Nervenkitzel auch dazu führen kann, sein Geld leichtsinniger einzusetzen.

Für diese Erkenntnis erhielten die beiden 2017 den Ig-Nobelpreis für Wirtschaft.

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