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Masterstudium für Wirtschaftswissenschaftler

Börse, Chats, Aktien, Aktie, Geldanlage, Wirtschaft [Quelle: Fotolia.com, Autor: Sergey A.Khakimulli]

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Regelstudienzeit mit Bestnote plus mehrere Jahre Praxiserfahrung: Diesen Druck müssen sich Wirtschaftswissenschaftler nicht machen. Nur einen Master brauchen sie oft.

Für wen lohnt sich ein Master?

"Wer in seiner Karriere größere Verantwortung übernehmen möchte, kommt an einem Master kaum vorbei", sagt Erwin Lebon, Personal- Direktor bei General Electric Europa. Masterabsolventen brächten nicht nur ein größeres Fachwissen mit, sondern auch mehr Reife und damit verbundene soziale Kompetenzen. In Führungspositionen in Großunternehmen sehe man überdurchschnittlich viele Absolventen höherer Abschlüsse, sagt Lebon. Auch Christiane Clemens, Professorin für Makroökonomie an der Universität Bielefeld, sagt, erst im Master vertiefe man sein Fachwissen. Etwa durch höhere Mathematik, die es ermögliche, komplexere wirtschaftliche Zusammenhänge zu erfassen. Gerade bei Volkswirten, die später in der Wirtschaftsforschung, für Ministerien oder die EU arbeiteten, reiche das Bachelorwissen nicht aus, sagt Clemens. Auch Betriebswirten, die im Finance-Bereich oder im Risiko-Controlling arbeiten möchten, fehle es ohne einen Master zumeist an der entscheidenden Methodenkompetenz.

Generell haben Bachelorabsolventen zwar gute Einstiegsmöglichkeiten in den Beruf, allerdings müssen sie sich mit einem niedrigeren Jahresgehalt und auch langfristig mit weniger Aufstiegsmöglichkeiten zufriedengeben. Wenn Bachelorabsolventen in ein anderes Unternehmen wechseln möchten und es weitere gute Kandidaten im Bewerbungsverfahren gebe, entscheide nicht zuletzt der Abschlussgrad darüber, ob man zum Vorstellungsgespräch eingeladen werde oder nicht, sagt Personal-Direktor Erwin Lebon. Er rät daher uneingeschränkt dazu, einen Master zu machen: "Nur wer sich durch den Bachelor gequält hat, sollte darauf verzichten."

Soll ich sofort weiterstudieren?

Wer den Master direkt an den Bachelor anschließt, hat den Vorteil, das Fachwissen noch präsent zu haben. "Der Sprung vom Bachelor zum Master ist groß. Man kann keine Wiederholung von altem Stoff erwarten, der wird vorausgesetzt", sagt VWL-Professorin Clemens. Für eine Pause vom Studium oder eine erste feste Stelle spricht hingegen, dass man sich besser für einen Master entscheiden kann, weil man bereits Arbeitserfahrung gesammelt hat oder im Gap-Year darüber nachdenken konnte, was man wirklich will. Außerdem: In den letzten zehn Jahren sind Praxiserfahrungen für den Berufseinstieg wichtiger geworden. Wenn man parallel zum Bachelor kaum Praktika gemacht hat, kann man das auch im Gap-Year machen. Für GE-Personaler Erwin Lebon ist eine Pause von einem Jahr zwischen Bachelor und Master optimal. "So kann man Unternehmen kennenlernen und über die richtige Studienwahl nachdenken, verabschiedet sich aber noch nicht ganz vom Uni-Leben", sagt er. Möchte man einen MBA machen, wird Berufserfahrung vorausgesetzt. Viele Unternehmen finanzieren guten Mitarbeitern einen berufsbegleitenden MBA nach ein paar Jahren im Job oder bieten in Partnerschaft mit Hochschulen Masterprogramme an. Berufsbegleitend zu studieren hat aber den Haken, dass es sehr anstrengend sein kann.

Soll ich mich spezialisieren?

Im Gegensatz zu ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Studiengängen raten Experten Betriebs- und Volkswirten eher dazu, generalistische Master mit Vertiefungsmöglichkeiten zu machen. "Wer sich zu stark spezialisiert, läuft Gefahr, im Wunschgebiet keine passende Stelle zu finden", sagt Christiane Clemens von der Uni Bielefeld. Auch Erwin Lebon empfiehlt, sich nicht auf eine Nische festzulegen: "Die Kenntnisse, die man für eine Stelle braucht, erwirbt man meist erst im Beruf. Gute Methodenkenntnisse und ein breites Wissen über wirtschaftliche Prozesse werden aber vorausgesetzt."

Anders ist es bei Studenten, die eine Stelle in Aussicht haben, für die sie Spezialwissen benötigen. Etwa Studenten, die in die Forschung und Entwicklung wollen oder mit einer Promotion liebäugeln. Wenn man ins Personalwesen einsteigen will, lohnt sich etwa ein wirtschaftspsychologischer Master. Wer im Ausland arbeiten möchte, sollte Studiengänge wie International Business im Blick haben, die Praktika im Ausland vorsehen.

Worauf achten die Arbeitgeber?

Das Studium in der Regelstudienzeit mit Bestnote abschließen und dazu parallel mehrere Jahre lang Praxiserfahrung sammeln: Diesen Druck muss sich niemand machen. Unternehmen honorieren, wenn man sich auch mal ein Urlaubssemester nimmt, etwa um ein Praktikum zu absolvieren oder einen Sprachkurs im Ausland. Wichtig ist, dass man seine Entscheidungen begründen kann. "Was man außerhalb der eigenen Uni gemacht hat, wird immer wichtiger", sagt Personal-Direktor Lebon. Eine schlechte Note im Zeugnis könne mit interessanten Praktika oder Werkstudentenjobs ausgeglichen werden. Und am Ende entscheide auch die Sozialkompetenz.

"Großunternehmen schauen oft auf den Ruf der Hochschule und darauf, ob der Student schon Praktika in Firmen ähnlicher Größenordnung gemacht hat", sagt Lebon. Hilfreich sei es auch, seine Masterarbeit in einem Unternehmen zu schreiben. Nicht nur um sich dort direkt für eine Stelle zu qualifizieren – es mache sich generell gut in Bewerbungen. "Es zeigt, dass die Studenten theoretische Inhalte auf konkrete Fragestellungen der Praxis anwenden können. Genau auf diese Problemlösungskompetenz kommt es in den meisten Jobs an", sagt Lebon. Außerdem schafft man sich so früh ein Netzwerk innerhalb eines Unternehmens. Das ist auch wichtig, wenn man später aufsteigen möchte: Unterstützer finden, die Beförderungen befürworten könnten.

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