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Auszeichnung Gewinn Sieger (© chones - Fotolia.com)

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Eine Exklusivumfrage zeigt: Deutsche Unternehmen stellen gerne Absolventen von Großstadt-Unis ein – vor allem aus München und Berlin.

Ein Elektroauto für zwei Personen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometer und einer Reichweite von 160 Kilometer – für gerade mal 16.000 Euro. Was nach der Vision eines Automobilherstellers klingt, ist in Wirklichkeit das Ziel zahlreicher Doktoranden und Professoren* der Technischen Universität München (TUM).

Innerhalb von 33 Monaten haben sie den Elektroflitzer Visio.M entwickelt – von der Idee über die Konzeption bis zum Bau. Aber nicht alleine, sondern gemeinsam mit Partnern wie BMW, Daimler und Siemens. Solche Kooperationen sind für alle von Vorteil.

"Auf der einen Seite profitieren die Unternehmen von unserer Expertise", sagt TUM-Präsident Wolfgang Herrmann, "auf der anderen Seite stoßen sie uns auf neue Fragen aus der Praxis." Auch für die beteiligten Studenten lohnt sich eine Zusammenarbeit, denn häufig stellen die Partnerfirmen sie direkt nach ihrem Abschluss ein. Außerdem beweist die Universität mit solchen Prestigeprojekten, was ihre Studenten können. "Das spricht sich in der Wirtschaft schnell herum", sagt Herrmann.

Mehr noch: Es schlägt sich auch im aktuellen Hochschulranking der WirtschaftsWoche nieder, für das die Beratungsgesellschaft Universum deutschlandweit 540 Personalverantwortliche befragte (siehe Methode).

Die neue Rangliste offenbart vor allem einen Trend: Die deutschen Unternehmen stellen derzeit gerne Absolventen von Großstadt- Unis ein – besonders aus München und Berlin. Die TU München kann in den Fächern Informatik, Elektrotechnik und Wirtschaftsinformatik den ersten Platz erringen, meist dicht gefolgt von der TU Berlin, die sich in fast allen Fächern verbessern konnte. Im Maschinenbau und den Naturwissenschaften müssen sich die Bayern nur dem Seriensieger RWTH Aachen beugen.

Die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) landet in den Fächern Wirtschaftswissenschaften und Jura auf Rang eins. Auch hier zeigt sich der Zweikampf zwischen Isar und Spree: Die Humboldt-Universität Berlin erringt in VWL und den Rechtswissenschaften die Silbermedaille. Doch der Trend zu Großstadt-Hochschulen ist abseits von Berlin und München ebenfalls zu erkennen. Die Universität zu Köln schneidet in den Wirtschaftswissenschaften gut ab. Auch Hamburger und Frankfurter Hochschulen können sich einige Male unter die ersten zehn mischen.

Zu Hause ist’s am schönsten

Keine Frage, Wohnen und Leben in deutschen Metropolen ist teuer. Dafür bieten sie ein üppiges Freizeitangebot und gute Jobchancen: Während die Beschäftigung in der gesamten Bundesrepublik von 2013 bis 2030 um 2,4 Prozent sinken wird, sieht es in den Ballungsräumen besser aus. Für Hamburg errechnete das Forschungsunternehmen Economix im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums einen Anstieg von 1,8 Prozent.

Vor allem die Stadtstaaten profitieren dabei "von den Beschäftigungspotenzialen der wissensbasierten Dienstleistungen", schrieben die Studienautoren. Heißt konkret: Gute Jobchancen haben besonders Bewerber mit Hochschulabschluss. Dieser Standortvorteil lässt sich in Zahlen belegen. Die Unternehmensberatung PwC kommt für die Region München zwischen 2011 und 2030 gar auf einen Anstieg der Erwerbstätigen um fünf Prozent.

Diese Entwicklung kennen auch die 4.300 Studenten, die die Unternehmensberatung EY im September 2014 befragte. Sie halten München für die Stadt mit den besten Karrierechancen, gefolgt von Frankfurt, Hamburg und Berlin. "Das Arbeitsplatzangebot wirkt wie ein Magnet", sagt Stefan Lake, Deutschland-Chef der Beratung Universum. Den Studenten sei Selbstbestimmung wichtig. "Lassen sie sich zu Beginn ihrer Karriere zum Beispiel in München nieder, haben sie bei einem Jobwechsel die Auswahl und müssen nicht zwangsweise umziehen."

Denn das wollen wenige: Die Continental- Studentenumfrage 2014 zeigt, dass die Hälfte der Befragten einen Job in der Region sucht, in der sie leben. Auch andere Studien bestätigen die geringe Mobilität. Vor allem Studenten aus Hamburg, Berlin und München seien selten bereit umzuziehen. "Unternehmen tun also gut daran, vor Ort zu rekrutieren", sagt Lake. "Und nicht einen Absolventen für teures Geld aus dem Ruhrpott loszueisen, um ihn nach Dresden zu locken." Unis in starken Wirtschaftsregionen haben per se einen Vorteil. Wenn dann noch die Qualität der Lehre stimmt, können sich die Studenten auf gute Jobchancen freuen.

Wie zum Beispiel die Absolventen der TU München. Alleine Audi hat zwischen 2012 und 2014 mehr als 100 von ihnen eingestellt. "Die TU München bietet höchstes Niveau bei Forschung und Lehre", sagt Peter Tropschuh, beim Autobauer für Hochschulkooperationen zuständig. "Das Spektrum an technischen Fächern ist dort besonders vielfältig."

Deshalb arbeitet Audi bei verschiedenen Projekten mit der Uni zusammen. Zum Beispiel bei der Unfallforschung, um etwa Gurtstraffer und Airbags zu verbessern. Oder wenn es darum geht, wie Autos künftig miteinander kommunizieren. Dabei setzt der Konzern vor allem auf Maschinenbauer, E-Techniker und Informatiker – und genau die kann die TU München bieten. Der Maschinenbau ist mit 5.200 Studenten die stärkste Fakultät. Die Bewerberzahlen sind sogar deutlich höher, nur jeder Dritte erhält einen Platz. "Wir vergeben die Plätze nach Eignung", sagt Präsident Herrmann. "Die Abiturnote hat mit mindestens 50 Prozent zwar maßgeblichen Anteil. Sie wird aber durch andere Faktoren ergänzt." Etwa durch Motivationsschreiben oder persönliche Gespräche. Mit Erfolg: Die Abbrecherquote an der TUM liegt unter dem Bundesdurchschnitt.

Die ständige Anpassung der Studiengänge an neue technische Entwicklungen ködert die Studenten ebenfalls. Informatikkurse gehören für Ingenieure mittlerweile zum Pflichtprogramm, Honorarprofessoren aus Unternehmen bringen den nötigen Praxisbezug ein.

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