Partner von:

Berufsbedingte Kosten drücken Steuerlast

Steuererklärung machen [Quelle: pixabay.com, Autor: falco]

Quelle: pixabay.com, falco

Wer als Angestellter nebenbei als Selbstständiger arbeitet, sollte wichtige Regeln beachten, um nicht mehr Steuern als nötig zu zahlen.

Viele Angestellte haben einen Nebenjob. Häufig arbeiten sie dabei als Selbstständige. Dies ist aber nur zulässig, wenn der Arbeitgeber dem zustimmt und die Nebentätigkeit den Hauptjob und das Geschäft des Unternehmens nicht beeinträchtigt. Wer beispielsweise in seinem Hauptjob krankgeschrieben ist, darf auch seinen Nebenjob in diesem Zeitraum nicht ausüben. Neben dem Arbeitsrecht sollten Angestellte mit Nebenjobs auch die Folgen bei der Besteuerung beachten.

Einkommensteuer

Die Einkünfte aus dem selbstständigen Nebenjob müssen in der Regel voll versteuert werden. Allerdings lässt sich die Steuerlast über berufsbedingte Kosten drücken:  

Fahrtkosten: Für nebenberuflich mit dem Auto gefahrene Strecken lassen sich 30 Cent je Kilometer geltend machen. Um privat und nebenberuflich bedingte Kilometer abzugrenzen, sollten die Steuerzahler ein Fahrtenbuch führen.

EDV: Anschaffungen bis 410 Euro pro Jahr lassen sich sofort geltend machen. Größere Investitionen müssen über mehrere Jahre abgeschrieben werden.

Telefon: Kosten für nebenberufliche Telefonate lassen sich beispielsweise über ein zweites Mobiltelefon abgrenzen.

Pauschale: Wem es zu mühsam ist, einzelne Rechnungen beim Finanzamt einzureichen, der kann pauschal 25 Prozent der Einnahmen, maximal bis 614 Euro pro Jahr, von den Einkünften des Nebenjobs abziehen.

Gewerbesteuer

Wer seinen Nebenjob als Freiberufler betreibt, hat den Vorteil, dass er keine Gewerbesteuer zahlen muss. Zu den Freiberuflern gehören unter anderem Ärzte, Anwälte, Architekten, Ingenieure und Journalisten. "Über diesen Katalog hinaus gibt es eine Reihe von Fällen, in denen das Finanzamt von einer freiberuflichen Tätigkeit ausgeht", sagt Klaus Bührer, Steuerberater in der Kanzlei Dornbach in München. Bedingung sei, dass es sich um eine vorwiegend geistige Tätigkeit und keine gewerbliche Produktion handelt und der Steuerzahler eine fundierte Ausbildung hat. Beispiel: Ein Diplom-Informatiker, der IT-Projekte leitet, ist steuerrechtlich ein Freiberufler (Bundesfinanzhof, VIII R 79/06). Als gewerblich werden dagegen Unternehmensberater ohne akademische Ausbildung eingestuft (BFH, IV R 1/03). Wer laut Steuerrecht keinen freiberuflichen Nebenjob ausübt, sondern ein Gewerbe betreibt, zahlt keine Gewerbesteuer, sofern er nicht mehr als 24 500 Euro Gewinn im Jahr macht.

Umsatzsteuer

Wer im Nebenjob als Freiberufler oder Gewerbetreibender arbeitet, kann sich als Kleinunternehmer von der Umsatzsteuer befreien lassen, sofern er nicht mehr als 17 500 Euro Umsatz im Jahr macht. Im Gegenzug können Kleinunternehmer die auf eingekaufte Produkte gezahlte Steuer nicht mit der Steuer auf eigene Umsätze verrechnen. Der Kleinunternehmerstatus ist daher vor allem bei Nebenjobs mit geringem Kapitalaufwand sinnvoll.

© Handelsblatt GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Zum Erwerb weitergehender Rechte wenden Sie sich bitte an nutzungsrechte@vhb.de

nach oben

Im e-fellows.net wiki kannst du dein Wissen teilen und von den Erfahrungen anderer Stipendiaten profitieren.

Verwandte Artikel

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren