Geld sparen: 31 Spartipps für deinen Uni-Alltag
- Lilly Bittner
Porechenskaya – stock.adobe.com
Studieren wird immer teurer, doch Sparen muss nicht nervig sein. Von der Miete bis zum Aperol nach der Vorlesung: So senkst du deine Kosten, ohne auf alles zu verzichten.
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Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe: 30 bis 30. Wie Nick Woltemade, Ikkimel, Yasmin Kahumuza und Frau Gretel unsere Gegenwart prägen
Wohnen
- Einsparpotenzial: 10/10
- Schwierigkeit: 5/10
- Wirkzeit: 6/10
- Verzicht: 9/10
- Gesamt: 8,3/10
- Am meisten Geld geben Studierende für Miete aus. Daran lässt sich also am meisten sparen. Schau nach einem Wohnheimplatz (305 Euro Miete im Schnitt) oder einem WG-Zimmer (505 Euro), statt allein zu wohnen (618 Euro).
- WGs sind oft verwohnt oder in einem gammligen Zustand. Das musst du nicht hinnehmen! Wenn sich die Hausverwaltung nicht um offensichtliche Mängel kümmert, kannst du deine Miete kürzen, bei vereinzeltem Schimmel zum Beispiel um bis zu ein Viertel. Bevor du kürzt, solltest du dich rechtlich beraten lassen. Wenn du dir die 86 Euro im Jahr für den Mieterschutzbund sparen willst, helfen dir viele AStAs auch kostenlos.
- Du bist backpacken oder im Praktikum? "Vermiete dein Zimmer unter, wenn du länger als drei, vier Wochen weg bist", rät Laura Hooymann, die als "laurinspire" auf YouTube, Instagram und TikTok Uni-Hacks empfiehlt. Wenn du dein Zimmer bei Airbnb reinstellen willst, brauchst du in einigen Städten wie in München oder Berlin eine Genehmigung. Und deine Vermietung muss zustimmen. Eine reguläre Untermiete darf sie aber nicht pauschal verbieten.
- Wähle den günstigsten Strom- und Gasanbieter. Besondere Angebote für Studierende gibt es kaum. Dafür aber Tarife für "junge Leute", zum Beispiel bei naturstrom oder bei den Stadtwerken Brandenburg. Manche Anbieter haben auch limitierte Studiaktionen, die du auf iamstudent.de finden kannst. Kleiner Trick: Es kann sich lohnen, jedes Jahr einen neuen Vertrag abzuschließen, um Neukundenboni mitzunehmen. Dafür musst du nur die Laufzeit (meist 12 Monate) und die Kündigungsfrist (meist 4 Wochen) des alten Vertrags im Kopf haben.
- Verringere deinen Strom- und Gasverbrauch. Wäsche bei 30 statt 40 Grad waschen senkt die Stromkosten um bis zu 40 Prozent. Das Gefrierfach regelmäßig abzutauen, kann je nach Gerät zwischen 10 und 70 Euro pro Jahr einsparen. Und check die Vorlauftemperatur der Heizung, denn die ist oft zu hoch eingestellt. Für ältere Häuser sind 50 bis 60 Grad sinnvoll, für neuere 35 bis 45 Grad. Eine 3er-WG kann so 100 bis 150 Euro im Jahr sparen.
Gesundheit
- Einsparpotenzial: 5/10
- Schwierigkeit: 6/10
- Wirkzeit: 7/10
- Verzicht: 10/10
- Gesamt: 6,3/10
- Wenn du ständig Rückenschmerzen oder Prüfungsangst hast: Nimm das Gesundheitsangebot deiner Uni wahr. Es gibt fast überall kostenlose psychologische Beratung, Rückenfitkurse oder Physiotherapie.
- Medizinische Untersuchungen wie ein großes Blutbild kosten schnell dreistellige Summen. Das kannst du dir sparen, wenn du es im Rahmen von Uni-Forschungsprojekten machen lässt. Die Ergebnisse bekommst du trotzdem, und manchmal sogar ein paar Euro Aufwandsentschädigung.
- Krankenkassen haben Bonusprogramme, für die sie Geldprämien anbieten. Wenn du zum Beispiel beim Hochschulsport bist oder einen Chlamydientest machst, wird das belohnt. So kannst du bis zu 300 Euro im Jahr bekommen.
- Safer Sex muss nicht teuer sein. Krankenkassen übernehmen die Kosten für verschreibungspflichtige Verhütungsmittel, wenn du unter 22 bist. Kondome gibt es in vielen Erstitüten oder Gesundheitsämtern. Dort kannst du dich auch kostenlos auf sexuell übertragbare Infektionen testen lassen.
- Lies alle Folgen der Online-Sparkolumne "Die Groschenoper" von unserem ZEIT-Kollegen und Obersparfuchs Johannes Gernert. Macht gute Laune und Lust auf Sparen.
Abos & Rabatte
- Einsparpotenzial: 7/10
- Schwierigkeit: 9/10
- Wirkzeit: 10/10
- Verzicht: 10/10
- Gesamt: 8,3/10
- Nimm alle Studirabatte mit, die du kriegen kannst. Speichere dir myunidays.com als Lesezeichen, und prüfe vor jedem Kauf, ob es einen Rabatt gibt, etwa für Asos, RTL+ oder Hostelworld. Wenn du die International Student Identity Card beantragst, findest du auf deren Website noch mehr Vergünstigungen. Du kannst auch bei Vergleichsportalen wie Check24 nach Studiabos filtern, zum Beispiel beim Handyvertrag. Um im Meer von Rabattcodes nicht unterzugehen, kannst du dir eine Tabelle mit deinen Lieblingsanbietern bauen. Du musst dich für so viel Akribie nicht schämen: Die Influencerin Laura "laurinspire" Hooymann macht das auch.
- Studiangebote für technische Geräte findest du auf Notebooksbilliger.de. Bei Apple spart man mit der Back-to-Uni-Aktion etwa 130 Euro auf ein MacBook Air und kriegt noch AirPods dazu. Microsoft-Office-Lizenzen gibt es oft kostenlos über die Uni.
- Wenn du offline einkaufst, feilsche! Das klingt erst mal komisch, aber viele Läden wie Mediamarkt und Jysk verkaufen dir Produkte für den günstigsten Preis, den du im Internet finden kannst.
- Nutze kostenlose Probeabos bei Wow.tv oder Spotify. Noch mehr sparst du, wenn du nicht verpennst, rechtzeitig zu kündigen.
- Abos teilen ist zwar nicht mehr so einfach, seit Netflix und Co. IP-Adressen checken, aber noch möglich. Auf Plattformen wie Sharesub oder Spliit bieten Leute freie Plätze in ihren Multi-Account-Abos an.
Noch mehr drin als e-fellow
Als e-fellow kannst du bei vielen Ausgaben zusätzlich sparen – und bekommst Extras, die deinen Studienalltag erleichtern. Freu dich auf kostenlose Zeitungsabos, günstige Versicherungskonditionen sowie exklusive Gutscheincodes für Software, Reisen und mehr.
Freizeit
- Einsparpotenzial: 6/10
- Schwierigkeit: 8/10
- Wirkzeit: 9/10
- Verzicht: 7/10
- Gesamt: 7/10
- Beantrage das Kultursemesterticket, wenn es das in deiner Stadt gibt. Damit kommst du kostenlos oder günstiger in Theater, Opern und Museen. Manchmal auch zu Sportveranstaltungen.
- Nutze Kinotage, da ist es oft 2, 3 Euro billiger. Rechne durch, ob sich ein Kinoabo wie Cinfinity oder Cineville für dich lohnen könnte. Wenn du einen Bibliotheksausweis hast, kannst du viele Filme und Serien kostenlos auf der Plattform filmfriend streamen.
- Kaufe deine Bücher gebraucht über Plattformen wie zvab oder auf dem Flohmarkt (manchmal entdeckst du dabei schöne Widmungen, "Frohe Weihnachten 1982, Hasi!"). Bei den Landeszentralen für politische Bildung kannst du kostenlos oder sehr günstig Bücher bestellen.
- Geh zum Hochschulsport statt jeden Monat 30 Euro fürs Fitnessstudio auszugeben.
- Wenn du mal wieder Haare schneiden lassen musst, frag nach, ob die Azubis im Salon gerade ein Modell benötigen. Der Haarschnitt ist oft kostenlos. Das geht auch bei Kosmetiker:innen. Auf Kleinanzeigen oder in Facebook-Gruppen kannst du nach solchen Angeboten suchen.
Essen & Trinken
- Einsparpotenzial: 8/10
- Schwierigkeit: 7/10
- Wirkzeit: 9/10
- Verzicht: 5/10
- Gesamt: 7,5/10
- Kauf günstig ein: Schreib dir Einkaufszettel (etwa mit der App Bring!), kauf Produkte der Eigenmarken von ja! bis Milbona, und check Angebote. Prospekte gibt’s auch per App (zum Beispiel kaufDA) oder auf Instagram (etwa unter @vegansparen für vegane Angebote).
- Einige Unis oder Marktstände bieten Gemüsekisten mit B-Ware an. Die krummen Möhren sehen oft auch viel erfreulicher aus als stämmige Standard-Möhren.
- Lass nicht schon wieder Mamas Quitten-Marmelade vergammeln. In vielen AStAs gibt es Schränke für Foodsharing. Über die App Too Good To Go bekommst du oft ablaufende Milchprodukte oder Unmengen Backwaren vom Morgen für gute Preise.
- Trink Leitungswasser. Schmeckt fast überall gut, spart rund 180 Euro im Jahr und den Muskelkater nach dem Schleppen. Wenn es sprudeln soll, nutze einen Sodastream. Der hat sich nach einem halben Jahr rentiert.
- Hol dir einen Thermobecher und eine Trinkflasche, und hab immer einen Kasten Limo oder ein Sixpack Bier zu Hause. Im Kiosk kosten Kaffee und Spaßgetränke oft das Doppelte oder Dreifache.
- Wenn du mal außerhalb essen oder trinken willst: Nimm dir einen Aperol mit in die Mensa fürs Restaurant-Gefühl. Und: "Viele Mensen geben am Ende des Tages inoffiziell auch vergünstigt Essen aus", sagt Influencerin Laura Hooymann. Mit Apps wie Neotaste bekommst du in manchen Lokalen 2-für-1-Deals.
Steuern & Finanzen
- Einsparpotenzial: 9/10
- Schwierigkeit: 4/10
- Wirkzeit: 3/10
- Verzicht: 10/10
- Gesamt: 7,3/10
- Gib eine Steuererklärung ab. Spaß macht das nicht, aber es lohnt sich. Wenn du schon Steuern zahlst, kannst du im Erststudium Sonderausgaben bis zu 6.000 Euro pro Jahr absetzen (das können Semesterbeiträge oder Umzugskosten sein). Kosten für dein Zweitstudium kriegst du auch dann zurück, wenn du im Studium noch gar nicht steuerpflichtig bist. Das läuft über den Verlustvortrag: Sobald du einen Job hast, werden alle Uniausgaben als Werbungskosten verrechnet, du musst also weniger Einkommensteuer zahlen. Das heißt: Schön Belege sammeln.
- Du bekommst Bafög? Dann kannst du dich vom Rundfunkbeitrag befreien lassen (keine Angst, du darfst dann immer noch den "Tatort" in der Mediathek schauen).
- Schließe ein kostenloses Girokonto für Studierende ab. Bei einigen Banken ist sogar eine Kreditkarte mit drin.
- Spart nicht sofort, lohnt sich aber für später: Du kannst bis zu acht Jahre deines Studiums bei der Rentenversicherung anrechnen. Das geht per Onlineformular.
- Du weißt sicher: Unter 25 Jahren und 556 Euro Einkommen bleibst du in der Familienversicherung, darüber wechselst du in die studentische. Es kann sich lohnen, schon im Studium eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abzuschließen. Denn je früher und gesünder du das machst, desto günstiger sind die Mitgliedsbeiträge. Die BU zahlt übrigens auch, wenn du dein Studium krankheitsbedingt unterbrechen oder abbrechen musst.
Kriterien
Einsparpotenzial (0 = wenig, 10 = enorm)
Schwierigkeit (0 = easy, 10 = für Profis)
Wirkzeit (0 = dauert ewig, 10 = spart sofort)
Verzicht (0 = sehr hoch, 10 = quasi keiner)
Gesamt* (0 = taugt nix, 10 = probier's sofort aus)
*Wir haben den Durchschnitt der Kriterien mit dem dreifachen Wert des Einsparpotenzials berechnet, um so Kosten und Nutzen gleichwertig einzubeziehen.
© ZEIT Online (Zur Original-Version des Artikels)