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Der deutsche Sparer ordnet sein Vermögen neu

Taschenrechner, Sparen, Kalkulation [Quelle: tempus corporate, Getty Images]

Quelle: tempus corporate, Getty Images

Sparen ist für die Deutschen weiterhin Volkssport. Doch vieles hat sich verändert. Sie kehren etwa der einst so geliebten Lebensversicherung den Rücken. Stattdessen gibt es einen ganz neuen Favoriten.

Die Deutschen sind ein Volk von Sparern. Laut einer Vermögensstudie der Bundesbank verfügten die Deutschen zuletzt über die Rekordsumme von mehr als 5,4 Billionen Euro in Form von Bargeld, Wertpapieren, Einlagen und Versicherungsansprüchen. Das Vermögen wuchs auch in den vergangenen Jahren weiter, allerdings weniger aufgrund üppiger Renditen, die mit Zinsanlagen längst unmöglich sind, sondern eher, weil mehr Geld zurückgelegt wurde.

Doch nun zeichnet sich ein neuer Trend ab: Die Niedrigzinspolitik sorgt für ein Umdenken bei den Deutschen und treibt sie vermehrt von niedrig verzinsten Anlagen wie Lebensversicherungen und Sparbüchern hin zu Immobilien.

Alternative für Sparer

Das Eigenheim ist für eine Mehrheit von 59 Prozent inzwischen zur beliebtesten Form der Altersvorsorge avanciert. 2007 galt dies nur für 27 Prozent. Das geht aus dem Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands hervor, einer repräsentativen Umfrage von über 1.800 Bundesbürgern.

Am besten geeignete Produkte für den Vermögensaufbau [Quelle: Die Welt]

Die Wende in der Anlagestrategie hin zu Immobilien hat nicht zuletzt mit den niedrigen Bauzinsen zu tun. Zudem werfen klassische Sparprodukte wie Tages- oder Festgeldkonten seit Jahren nur noch Mini-Renditen ab. Und das wird auf absehbare Zeit so bleiben: Laut einer Studie der Deutschen Bank gehen knapp zwei Drittel der Befragten davon aus, dass die Niedrigzins-Phase noch bis zu drei Jahre lang anhalten wird. Immobilien für die eigene Nutzung oder zur Vermietung, erscheinen daher als eine lohnenswerte Alternative für Sparer.

Doch nicht alle Bürger haben das nötige Geld oder den Willen, diesem Trend zu folgen. Eine Umfrage im Auftrag der Postbank zeigt sogar: 47 Prozent lassen ihr Geld auf dem zinslosen Girokonto liegen und finden sich damit ab, dass die Inflation einen Teil ihres Vermögens auffrisst.

Sparwille der Deutschen ist ungebrochen

Eine sicherere Geldanlage sei für die meisten Deutschen schlicht wichtiger als hohe Renditen, erklärte der Chef der deutschen Sparkassenlobby Georg Fahrenschon. Dadurch sei der Spielraum für andere Anlagen, etwa Aktien, Wertpapiere oder Edelmetalle, begrenzt. Jene Sparer, die keine Immobilien kaufen können, ändern ihr Anlageverhalten trotz niedriger Zinsen nicht. Sicherheit, Flexibilität und Verfügbarkeit von Geldanlagen sind den Deutschen zuletzt sogar noch wichtiger geworden, zeigt das Vermögensbarometer.

Wichtigste Faktoren für den Vermögensaufbau [Quelle: Die Welt]

Trotz Null- oder Niedrigzinsen ist der Sparwille der Deutschen aber ungebrochen: Bundesweit lag die Sparquote nach einem leichten Anstieg bei international hohen 9,7 Prozent des verfügbaren Einkommens. Der Spitzenreiter mit 11,4 Prozent ist Baden-Württemberg, das Klischee-Land der schwäbischen Hausfrau. Am Ende des Spar-Rankings steht Mecklenburg-Vorpommern.

Sparen ist kein Selbstzweck, sondern birgt auch eine sozialpolitische Komponente: Wer in jungen Jahren Geld für das Alter zurücklegt, erhöht die Wahrscheinlichkeit, am Lebensabend der Armut zu entgehen. Laut Vermögensbarometer legen allerdings 36 Prozent der Menschen in Deutschland nichts für später zurück.

Unter den Jüngeren zwischen 14 und 29 Jahren sind es rund 50 Prozent. Bei Geringverdienern mit einem Nettoeinkommen bis 1.000 Euro können sogar 59 Prozent nichts auf die hohe Kante legen.

Monatliches Sparen für die Altersvorsorge [Quelle: Die Welt]

Über alle Gruppen hinweg bleibt jedoch eines konstant: Aktien sind bei allen Deutschen nach wie vor unbeliebt. Die Gründe dafür sind vielfältig: Das Platzen der Internetblase um 2000 hat viele Anleger traumatisiert, und für viele Sparer ist der Anlage-Dschungel schlicht zu undurchsichtig. Investment-Begriffe wie Depots, Renditen und Fonds sind vielen nicht geläufig, es mangelt zudem an Aufklärung über Chancen und Risiken. Dabei könnte hierin der Schlüssel dafür liegen, auch ohne Immobilien den Folgen der Nullzinspolitik zu entkommen. Doch bis sich hier ein Umschwung abzeichnet, müssen wahrscheinlich noch einige Weltspartage vergehen.

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