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Fragen an die Mensa-Pressesprecherin

Werden Hochbegabte in Deutschland ausreichend gefördert?

Sie werden gefördert, aber diese Förderung ist fast immer vom persönlichen Engagement der Erzieher, Lehrer oder Mentoren abhängig. Es gibt tolle Schulprojekte für hochbegabte Kinder und Jugendliche – doch kaum Plattformen, auf denen solche Konzepte anderen Interessierten vorgestellt werden. Das Thema Hochbegabung spielt in der Aus- und Fortbildung der Erziehenden und Lehrenden eine untergeordnete Rolle.

Aus Sicht von Mensa bedarf es dringend eines Umdenkens in Gesellschaft und Politik: Inklusion bedeutet, an beiden Enden der Begabungsskala anzusetzen und sowohl Minder- als auch Hochbegabten Förderung zukommen zu lassen.

Kann man abschätzen, wie hoch die 'Dunkelziffer' der Hochbegabten in Deutschland ist?

Definitionsgemäß sind zwei Prozent der Bevölkerung hochbegabt, haben also einen IQ von 130 und mehr. Unter 80 Millionen Deutschen gibt es also 1,6 Millionen Hochbegabte. Das entspricht ungefähr der Einwohnerzahl Hamburgs. Nur 13.000 von ihnen sind Mitglied bei uns – wir laden also jeden, der seinen Intelligenzquotienten wissen möchte, herzlich ein, einen unserer IQ-Tests zu machen.

Erfordert es nicht ein gewisses Selbstbewusstsein, so einen Test überhaupt zu absolvieren? Nach dem Motto "Schaut, wie schlau ich bin!"?

Nein, viele Teilnehmer nehmen aus sportlichem Ehrgeiz oder aus Spaß an Denksportaufgaben teil. Es handelt sich schließlich nicht um eine Aufnahmeprüfung, sondern einen Intelligenztest: Dabei kann man nicht 'scheitern', sondern eben nur unterschiedlich abschneiden. Wer übrigens einen IQ von 130 oder höher aufweist, wird eingeladen, Mitglied bei Mensa zu werden.

Wie würden Sie den Beitrag beschreiben, den Mensa zur Hochbegabtenförderung leistet?

Unsere satzungsgemäße Aufgabe ist es, Intelligenz zum Wohle der Menschheit einzusetzen, intelligente Menschen aus allen Lebensbereichen in Kontakt zu bringen und Wissenschaft und Forschung sowie Bildung und Erziehung zu fördern.

Wir bieten Veranstaltungen, Projekte und Camps für Kinder und Jugendliche an, ermöglichen den Erfahrungsaustausch zwischen Eltern von Hochbegabten und pflegen das Mensa-Hochschul-Netzwerk (MHN), das sich mit akademischen Themen auseinandersetzt. Erwachsene Mitglieder können sich mit anderen Hochbegabten aus allen Lebensbereichen austauschen – auf Bundes- wie auf internationaler Ebene. Zusätzlich vergibt der Verein jährlich den IQ-Preis und lobt Stipendien aus.

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