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Jura studieren in mittelalterlichen Mauern

St. John's College, University of Cambridge [Quelle: Unsplash.com, Autor: Markus Leo]

Quelle: Unsplash.com, Markus Leo

Du möchtest deinen LL.M. an einer Universität machen, die man überall auf der Welt kennt? Dann solltest du dir das Programm der University of Cambridge näher ansehen. Hier findest du Informationen zu Aufbau und Inhalten des Studiums und einen Vergleich zum Angebot der Erzrivalin Oxford University 

Der LL.M.-Studiengang an der über achthundertjährigen Universität Cambridge ist ein postgradualer Studiengang zum Erwerb des Titels Master of Laws, abgekürzt LL.M. (Cantab). Der Studiengang steht Studierenden aus Großbritannien, aus EU-Mitgliedstaaten sowie Studenten internationaler Herkunft gleichermaßen offen, wobei letztere höhere Beiträge zu entrichten haben. Neben dem Kursangebot ist der Studierende Mitglied eines der 31 Colleges mit teilweise sehr unterschiedlichem Charakter. Deutsche Studenten nehmen gleichberechtigt mit einheimischen Studenten am akademischen und außeruniversitären Leben teil. Dies bedeutet allerdings auch, auf einem hohen akademischen Niveau mit Muttersprachlern um Noten zu konkurrieren, die überdies meist bereits ein Bachelorstudium im Common Law abgeschlossen haben.

Kursangebote und Organisation

Die Universität bietet regelmäßig über 25 Module an, aus denen die Studierenden vier Module auswählen können. Diese Module können thematisch verknüpft, sie müssen es jedoch nicht. Hat ein Absolvent Module gewählt, die sich überwiegend einem von drei Schwerpunktbereichen (international law, commercial law, European law) zuordnen lassen, darf er dies durch einen Zusatz zum Titel deutlich machen ("(i)", "(c)" oder "(e)"). In mindestens drei der Module wird eine Abschlussklausur geschrieben, in maximal einem Modul kann die Abschlussklausur auf Antrag durch eine längere schriftliche Arbeit ersetzt werden.

Da die Studierenden in der Wahl ihrer Module nahezu völlig frei sind, ist die Kursgröße sehr unterschiedlich. Sie variiert jedoch regelmäßig zwischen mindestens vier und maximal etwa 35 Teilnehmern. Insgesamt lässt die Universität etwa 120 Studierende zu. Die einzelnen Kurse werden in drei Trimestern wöchentlich für zwei Stunden gehalten. Insgesamt ist die Organisation des Studiengangs stark auf Eigenständigkeit der Studierenden und Selbststudium ausgerichtet. Je nach College tritt zu den Vorlesungen noch eine wöchentliche Betreuung durch den verantwortlichen Rechtswissenschaftler des Colleges hinzu.

Leben und Stadt

Das Leben in Cambridge wird stark durch die omnipräsenten Colleges geprägt. Highlights sind die allwöchentlichen "Formals", mehrgängige Menüs in den Colleges (ggf. in Smoking und akademischer Tracht). Es ist Tradition, dass sich die LL.M.-Studenten wechselseitig in diesem Rahmen ihre Colleges vorstellen. Zahlreiche Clubs und Verbände an den Colleges wie insbesondere die "M.C.R." (Middle Common Room, die Graduiertenorganisation) oder die Organisation der Studierenden internationaler Herkunft tragen durch regelmäßige (freiwillige) Aktivitäten für das Kennenlernen der Studierenden der Colleges untereinander Sorge. Hierzu verfügen sie auch über eigene Budgets. Auch das Stadtbild wird von den (für Studierende frei zugängliche) Colleges dominiert, die inmitten der geschäftigen Stadt überraschend ruhige Parkanlagen und Gärten unterhalten. Die Stadt liegt am Fluss Cam, auf dem auch die Rudertrainings und -rennen (bis auf das Rennen gegen die Universität Oxford) stattfinden. Statt zu rudern wird insbesondere in den Sommermonaten auch gestakt ("punten", etwa wie die Fortbewgung der Gondeln in Venedig). Berühmte Sehenswürdigkeit ist insbesondere die Kirche des Trinity College.

Bewerbung und Studiengebühren

Die Bewerbung ist bereits vor dem 1. Dezember für das Wintertrimester des Folgejahres durchzuführen. Erforderlich sind neben einer Note im Ersten Staatsexamen von mindestens "Gut" ein Sprachzertifikat (TOEFL, IELTS) und zwei (bei gleichzeitiger Bewerbung um ein Stipendium drei) Empfehlungsschreiben (z.B. von Professoren). Die Studienbeiträge betragen etwa 3.000 Pfund für die Universität und weitere 3.000 Pfund für das College.

Vergleich mit dem Studiengang der Universität Oxford

Der entsprechende Studiengang der Universität Oxford (Abschluss etwa BCL oder MJur) setzt auf eine stärkere Betreuung und Anleitung der Studierenden, so ist anders als in Cambridge die regelmäßige (i.d.R. wöchentliche) Ablieferung von Essays verpflichtend. In Cambridge werden eingereichte Essays ebenfalls korrigiert, ihre Anfertigung ist jedoch nicht verpflichtend und wegen der in beiden Studiengängen hohen Auslastung der Studierenden daher selten. Die Universität Cambridge wird in den letzten Jahren zudem in internationalen Rankings regelmäßig höher platziert als die Universität Oxford. Dafür gilt jedoch das Renommee des Oxford-BCL in Großbritannien als noch geringfügig höher als das des Cambridge-LL.M. Der B.C.L.-Abschluss steht jedoch lediglich Studierenden offen, die bereits einen Common Law Abschluss haben. Deutsche Studierende werden von der Universität Oxford nur zu dem MJur-Studiengang zugelassen, wofür sie in der Ersten Prüfung mindestens 9 Punkte (also ein "Vollbefriedigend") erzielt haben müssen. An der Universität Cambridge gilt hingegen der Grundsatz, dass nur deutsche Studierende mit einer Note von mindestens "Gut" in der Ersten Prüfung den LL.M. (Cantab.)-Studiengang absolvieren dürfen.

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