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Ganz nah dran an der WTO

Grenze zwischen Schweiz und Frankreich im Genfer See [Quelle: Unsplash.com, Autor: Kostas Fotiadis]

Quelle: Unsplash.com, Kostas Fotiadis

Wo lässt sich internationales Wirtschaftsrecht besser studieren als dort, wo es gemacht wird? Und wo lässt sich schöner studieren als am Genfer See umgeben von einer bezaubernden Bergkulisse – inklusive Blick auf das Montblanc-Massiv? Das dachte sich Kerstin Münzner und wählte das LL.M.-Programm International and European Economic and Commercial Law an der Université de Lausanne.

Wann ist der beste Zeitpunkt für einen LL.M.?

Ich habe meinen LL.M. direkt an das Erste Juristische Staatsexamen angeschlossen, um vor dem Einstieg ins Referendariat noch einmal ein anderes Land kennenzulernen, etwas Abstand vom juristischen Studienalltag in Deutschland zu gewinnen und vor allem ein interessantes Rechtsgebiet im internationalen Umfeld zu beleuchten. Ob es leichter ist, nach dem Referendariat den Weg zurück an die Uni zu gehen, kann ich nicht einschätzen. Ich habe auf jeden Fall viele Kontakte für meine berufliche Laufbahn knüpfen können und Anregungen erhalten, sodass ich mich sehr auf die Referendarzeit freue.

Wahl des Studienlandes

Für die Wahl meines Studienorts standen zwei Ziele im Mittelpunkt: Mich fachlich weiterzuqualifizieren und gleichzeitig eine neue Sprache zu erlernen. In dem Programm der Université de Lausanne habe ich genau das gefunden: Der LL.M. International and European Economic and Commercial Law wird in englischer Sprache unterrichtet und bietet zwei Schwerpunkte, internationales und europäisches Wirtschaftsrecht und internationales und europäisches Handelsrecht. Und da Lausanne in der französich-sprachigen Schweiz liegt, konnte ich zusätzlich die Möglichkeit nutzen, Französisch zu lernen. Durch die Nähe zu Genf ist es zudem leicht möglich, an öffentlichen Sitzungen der WTO teilzunehmen!

Vorbereitung

Die Bewerbungsunterlagen habe ich im Februar versand und Anfang April erhielt ich die Zusage. Auf der Internetseite des LL.M.-Programms werden Bücher empfohlen, um sich inhaltlich auf den LL.M. vorzubereiten. Das Programm ist einjährig, man kann es aber auch berufsbegleitend auf zwei Jahre auslegen. Da Lausanne bei Studenten aus aller Welt ein sehr beliebter Studienort ist, ist der Wohnungsmarkt in Lausanne ist sehr angespannt. Es gibt nur wenige Plätze in Studentenwohnheimen, für die man sich schon sehr frühzeitig bewerben sollte, am besten schon dann, wenn man noch keine Zusage hat. Viele Familien vermieten aber Zimmer an Studenten. Eine Liste mit Adressen stellt das Studentenwerk zur Verfügung. Aber auch da sollte man sich sehr zeitig bemühen. Ich selbst habe erst im Juni mit der Zimmersuche begonnen, die mich einige Mühe gekostet hat, aber am Ende erfolgreich war.

Kosten

Die Studiengebühren betragen zur Zeit 14.000 Schweizer Franken. Man kann sich bei dem Programm selbst, bei der Université de Lausanne und bei der Schweizer Eidgenossenschaft um Stipendien bewerben. Zu den Studiengebühren kommen natürlich noch Lebenshaltungskosten, welche in der Schweiz höher sind als in Deutschland. Besonders Miete, Lebensmittel und der Besuch im Restaurant sind deutlich teurer.

Highlights

Neben zahlreichen Abendveranstaltungen und Gastvorträgen von hochrangigen Vertretern internationaler Organisationen und Hochschulen waren die Exkursionen zur WTO und UNCTAD in Genf sowie die Studienfahrt nach Brüssel besondere Highlights. Besonders geschätzt habe ich auch die freundliche und persönliche Atmosphäre. Das LL.M.Team sowie die beiden Direktoren Prof. Dr. Hahn und Prof. Dr. Ziegler hatten jeder Zeit ein offenes Ohr für die Studenten. Deutsche Juristen sind sehr willkommen.

Was bringt ein LL.M. denn überhaupt?

Wie genau sich der LL.M. in meinem persönlichen Karriere auszahlen wird, kann ich noch nicht einschätzen. Zurzeit arbeite ich bis zum Beginn meines Referendariats bei der Vertretung des Freistaates Sachsen bei der Europäischen Union in Brüssel. Dort habe ich mich während der Brüsselreise des LL.M.-Programms vorstellen können. Bei der Bewerbung hat es geholfen, dass ich vertiefte Kenntnisse im europäischen und internationalen Handelsund Wirtschaftrecht nachweisen konnte, die mir nun bei der Analyse und Aufarbeitung der europarechtlichen Vorgänge in Brüssel sehr zu Gute kommen. Das LL.M.-Programm hat mir zudem viele Anregungen gegeben, wie ich mich beruflich weiterentwickeln kann und welche Schwerpunkte ich in meiner beruflichen Zukunft setzten möchte. Durch die Kontakte, die ich knüpfen konnte, gehe ich sehr zuversichtlich in die Referendarzeit. Auch die Möglichkeit einer Promotion, die sich für mich an der Universität Lausanne eröffnet hat, spricht meiner Meinung nach dafür, zwischen dem Ersten und dem Zweiten Staatsexamen einen LL.M. zu machen. Und: Der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus ist eine Erfahrung, die sich immer lohnt!

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Im Buch "Der LL.M." finden Nachwuchsjuristen die wichtigsten Informationen rund um den Master of Laws wie Bewerbung und Finanzierung.

Mehr Erfahrungsberichte
  • An internationalen Law Schools Recht studieren

    LL.M. Day in Frankfurt oder online

    Datum: 6.11.2021
    Ort: Online oder IHK Frankfurt am Main, Börsenplatz 4, 60313 Frankfurt am Main
    Bewerbungsfrist: 24.10.2021

  • Persönliche Gespräche mit internationalen Law Schools führen

    LL.M. Day Berlin oder online

    Datum: 19.3.2022
    Ort: Mercure Hotel MOA Berlin oder online
    Bewerbungsfrist: 6.3.2022

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