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Welche Moderationstechniken gibt es?

Team-Meeting mit Moderatorin [Quelle: pexels.com, Andrea Piacquadio]

Quelle: pexels.com, Andrea Piacquadio

Werden Meetings oder Workshops durch einen Moderator geleitet, kann das äußerst hilfreich sein. Doch was macht einen guten Moderator aus? Und welche Techniken stehen ihm zur Verfügung? Antworten liest du im Beitrag.

Die Rolle des Moderators

In der engeren Wortbedeutung bezeichnet Moderation eigentlich "Mäßigung" oder "Maß halten". Wir kennen den Begriff vor allem durch die Rolle des "Fernseh-Moderators", der die Aufgabe hat, bei Fernsehsendungen die Gespräche zwischen verschiedenen Teilnehmern zu leiten. Erfolgreich sind hier vor allem die Moderatoren, denen es gelingt, die Diskussionsteilnehmer zu interessanten Äußerungen zu bewegen, so dass die Zuschauer sich bestens unterhalten fühlen. Wenn wir hier von Moderation reden, dann geht es ebenfalls darum, Teilnehmer an einer Diskussion zu wertvollen Beiträgen zu bewegen, allerdings nicht mit dem Ziel, andere zu unterhalten, sondern um ein Ergebnis zu erzielen – was man von Fernsehdiskussionen in den seltensten Fällen behaupten kann. Wir sprechen von einer Moderation stets im Zusammenhang mit einer workshop-artigen Sitzung, in der es darum geht, Probleme zu analysieren, Ideen zu sammeln, Lösungen zu entwickeln, Einigung zu erzielen usw.

Dabei hat der Moderator eine Art "Hebammenfunktion": Er hilft, die Gedanken zu äußern, er macht und hält die Gruppe arbeitsfähig, aber er "bringt die Ideen nicht selbst zur Welt".

Die Moderationstechniken

Einem Moderator stehen eine ganze Reihe von Techniken zur Verfügung, die er je nach Workshop-Phase einsetzt.

ACHTUNG: Moderieren darf nicht mit dem bloßen Einsatz von Techniken verwechselt werden. Die Technik allein macht noch keine Moderation aus. Entscheidend ist die Haltung als Moderator, das Selbstverständnis – Hebammenfunktion!

Blitzlicht

Das Blitzlicht wird eingesetzt, um die Stimmung zu klären, eine kurze Bilanz des bis dahin Erreichten zu ziehen oder um einen Verlauf deutlich zu machen. Dazu fordert der Moderator die Teilnehmer dazu auf, dass jeder nur einen Satz formuliert. Es werden keine Rückfragen, keine Diskussionen zugelassen. Die Beiträge werden nicht notiert.

Wichtig: Die Statements werden nicht bewertet oder sanktioniert, da sonst die Offenheit verloren geht.

Beispielfrage: "Was denken Sie im Moment über die gefundenen Lösungen?"

Die "Zurufliste"

Dies ist ein klassisches Vorgehen bei einer Moderation. Dazu erläutert der Moderator die Fragestellung und schreibt sie auf Pinnwand oder Flipchart. Die Teilnehmer rufen dem Moderator ihre Antworten zu. Der Moderator stellt bei Bedarf Verständnisfragen, weist auf Überschneidungen mit anderen Punkten hin und schreibt die Aspekte gut leserlich nieder. Diskussionen der Teilnehmer untereinander werden verhindert.

Die "Kartenabfrage"

Die Kartenabfrage hat gegenüber der Zurufliste den Vorteil, dass die Teilnehmer ihre Meinungen, Ideen oder Vorschläge zu einem bestimmten Thema "anonym" darstellen können und dass niemand sich in den Vordergrund drängen kann. Dazu verteilt der Moderator beliebig viele Karten und gibt als Anleitung vor, dass alle Ideen erlaubt sind und pro Karte eine Idee in Stichworten gut lesbar notiert werden soll (maximal drei Zeilen pro Karte). Anschließend werden die Karten an Pinwände geheftet und zu Themenbereichen (Clustern) sortiert. Die Kartenabfrage lässt sich in jeder Art Workshop mit bis zu zehn Teilnehmern gut anwenden. Bei mehr als zehn Teilnehmern muss die Anzahl der Karten pro Teilnehmer limitiert werden.

Die "Vernissage"

Nach Kleingruppenarbeiten werden in der Regel die Ergebnisse im Plenum vorgestellt. Eine alternative Form der Präsentation (anstelle von Folien-Schaubildern) stellt die "Vernissage" dar. Dazu erstellen die Kleingruppen "Schaubilder" auf Plakaten und hängen sie im Raum verteilt an Pinwände. Der Moderator oder Präsentierende erläutert vor dem Plakat den Inhalt, während die Teilnehmer um die Pinwand herumstehen. Dann wird wie in einem Museum zum nächsten Plakat übergegangen.

Der Vorteil: Die Methode führt zu räumlicher Bewegung der Teilnehmer, lockert auf und schafft Offenheit.

Die Zurufliste kommt vor allem in der Phase der Problembearbeitung zum Einsatz. Sie erfordert große Offenheit im Teilnehmerkreis (keine Anonymität) und kann, je nach Thema, viel Zeit in Anspruch nehmen.

Tipp: Die Fragestellung sehr eng formulieren oder Zeit klar begrenzen.

Die "Punktabfrage"

In einer Moderation werden in der Regel viele Themen erarbeitet, Lösungen vorgeschlagen und Maßnahmen entwickelt. Dann besteht das Problem, diese in eine Rangfolge für die weitere Bearbeitung zu bringen. Genau hierfür eignet sich die Punktabfrage. Jeder Teilnehmer hat n/2 Punkte (n = Anzahl der Themen), die er vergeben darf. Pro Thema darf ein Teilnehmer max. zwei Punkte vergeben. Die Punkte werden in die Themenliste geklebt und anschließend vom Moderator vor der Gruppe gezählt. Durch die Anzahl der Punkte ergibt sich die Rangfolge.

Die "Ein-Punkt-Abfrage"

Immer wieder gibt es in Diskussionen unterschiedliche Auffassungen über die Bedeutung eines Themas, einer Ursache, einer Maßnahme etc. Um die unterschiedlichen Auffassungen auf sehr einfache Weise zu veranschaulichen und damit aufzudecken, eignet sich die "Ein-Punkt-Abfrage". Der Moderator formuliert eine offene Frage in "Ich"-Form. "Wie zufrieden bin ich mit der Situation in unserer Abteilung?" Am Flipchart, Tafel oder Pinwand trägt er eine Skala auf, z.B. von 1 bis 10, und bittet die Teilnehmer, ihre Haltung, Einstellung, Empfindung etc. durch das Ankleben eines Punktes entlang der Skala deutlich zu machen. Alle Teilnehmer stehen gleichzeitig auf und setzen den Punkt ("Anonymität"). Anschließend erfolgt eine kurze Auswertung: "Was bedeutet dieses Bild für Sie?". Die "Ein-Punkt-Abfrage" kann zu Beginn einer Moderation, aber auch jederzeit während des Workshops eingesetzt werden.

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