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Wie spielen Recht und Wirtschaft zusammen?

Bucerius LL.M. Campus Studenten (Quelle: Bucerius Law School)

Quelle: Bucerius Law School

Die Wirtschaftswelt wird immer komplexer. Das hat auch zur Folge, dass du immer häufiger mit Problemen in Berührung kommst, bei denen es sowohl rechtliche als auch wirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen gilt. Doch wie kannst du eine fundierte Entscheidung treffen, wenn du nur in einem der beiden Bereiche ausgebildet bist? Der Bucerius Master of Law and Business schafft Abhilfe: Im einjährigen Aufbaustudium beschäftigst du dich mit dem Zusammenspiel von Recht und BWL, speziell in internationalen Unternehmen.

Seit 2006 bietet die Bucerius Law School in Hamburg den Master of Law and Business an. Er richtet sich speziell an Jura- und BWL-Absolventen aus aller Welt, die in einem Aufbau-Studium ihr Fachwissen erweitern und mehr über die Zusammenhänge zwischen den beiden Disziplinen erfahren möchten. Das Besondere daran: Jura und BWL werden nicht als zwei getrennte Disziplinen behandelt, sondern als zwei Seiten einer Medaille. In den Seminaren werden Fragen also immer aus beiden Perspektiven beleuchtet. Damit alle Studenten das dafür nötige Ausgangsniveau haben, steht nach Studienbeginn im September zunächst ein Einführungsmodul an, in dem die Grundlagen vermittelt werden.

Der Lebenszyklus eines Unternehmens

In den Pflichtmodulen des Master of Law and Business dreht sich alles um um ein Thema: den Lebenszyklus eines Unternehmens, von seiner Gründung bis zur Expansion auf internationale Märkte. Welche Rechtsform eignet sich am besten? Wie kann man ein Start-up finanzieren? Was passiert, wenn ein Unternehmen an die Börse geht? Was muss man berücksichtigen, wenn man in den internationalen Handel einsteigt? Dabei lernst du nicht nur, wie man solche Themen in Deutschland angeht, sondern auch, was es in anderen Ländern oder Rechtssystemen zu berücksichtigen gilt.

Spezialisieren in Wahlkursen und Praktikum

Im zweiten Teil des Studiums belegen die Studenten Wahlfächer, um ihr Wissen zu vertiefen und sich ein Profil zu geben. Angeboten werden zum Beispiel Kurse zu Mergers & Acquisitions, Management und Leadership, gewerblichem Rechtsschutz oder internationaler Schiedsgerichtsbarkeit. Je nachdem, welche Schwerpunkte du hier und in deiner Master-Arbeit setzt, erhältst du am Ende den Abschluss Master of Law and Business (MLB) oder LL.M. (nur für Studenten mit Jura-Erststudium).

Damit du deine theoretischen Kenntnisse auch praktisch erproben kannst, ist ein zweimonatiges Praktikum Pflicht. Absolvieren kannst du es in Deutschland oder im Ausland, zum Beispiel in einem Unternehmen, einer Großkanzlei, einer Behörde oder bei einer internationalen Organisation.

Interkultureller Austausch und soziale Verantwortung

Viele Studenten im Bucerius Master of Law and Business kommen aus dem Ausland; pro Jahrgang sind etwa 30 verschiedene Länder vertreten, in den acht Jahren seit Gründung des Programms waren schon Studenten aus 80 verschiedenen Nationen dabei. Um den Austausch zwischen den Teilnehmern zu fördern, gibt es das Studium Generale. Darin stellen sich die Teilnehmer zum Beispiel gegenseitig ihre Heimatländer vor und diskutieren über aktuelle gesellschaftliche und kulturelle Probleme.

Fester Bestandteil des Studium Generale ist auch ein soziales Projekt, das sich die Teilnehmer selbst aussuchen können. In den letzten Jahren haben die Studenten zum Beispiel eine Fashion Show auf die Beine gestellt, deren Erlös an krebskranke Kinder gestiftet wurde, oder ein Sommer-Camp für Kinder aus sozial schwachen Familien organisiert.

Der Dekan im Gespräch

Herr Larsen, was bietet der Bucerius Master of Law and Business, was andere nicht haben?

In meiner Zeit als Anwalt ist mir immer wieder aufgefallen, dass Juristen ihre Mandanten nicht optimal beraten können, weil ihnen die BWL-Kenntnisse fehlen. Im Gegenzug neigen BWLer dazu, die rechtlichen Rahmenbedingungen als Bürde anzusehen und nicht als wichtig für den unternehmerischen Erfolg. Deswegen werden die Juristen oft erst dann hinzugezogen, wenn es schon zu spät ist. Mit dem Bucerius Master of Law and Business wollen wir dem entgegenwirken und die Studenten für die Zusammenhänge zwischen BWL und Jura sensibilisieren. Deshalb unterrichten wir sie unabhängig von ihrem Hintergrund in fast allen Kursen gemeinsam und geben ihnen so die Möglichkeit, auch voneinander zu lernen.

Die Studenten kommen aus vielen verschiedenen Ländern. Ist so viel Heterogenität nicht manchmal schwierig?

Mit Kommilitonen aus bis zu 30 verschiedenen Ländern zu studieren, bedeutet natürlich für jeden einzelnen, dass er mit fremden Ideen konfrontiert wird, mit anderen Glaubensrichtungen oder Geschäftspraktiken. Im Studium Generale sollen sich die Studenten mit diesen Unterschieden auseinandersetzen, indem zum Beispiel jeder sein Heimatland präsentiert. Das ist immer sehr spannend, vor allem dann, wenn wir Studenten aus Ländern dabei haben, die im Konflikt miteinander stehen wie aktuell etwa Russland und die Ukraine oder Palästina, Israel und Ägypten. Die Studenten sollen sich bewusst werden, dass wir eine "Community of Scholars" sind und daher kulturelle Differenzen überwinden müssen.

Welche Karriereperspektiven haben die Studenten nach dem Abschluss?

Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig. Die Juristen gehen natürlich oft in Großkanzleien. Aber manchmal wechseln sie auch in die Betriebswirtschaft. Wir hatten zum Beispiel einen Jura-Studenten aus Peru, der danach bei einem Logistikunternehmen eingestiegen ist und jetzt als Manager das Büro in Santiago de Chile leitet. Viele Absolventen arbeiten bei großen Unternehmen, in Startups, in Banken, im Consulting oder bei Institutionen wie zum Beispiel der EU.

Was muss ich mitbringen, wenn ich den Master of Law and Business machen möchte?

Neben einem guten Uni-Abschluss vor allem die Bereitschaft, Ideen zu hinterfragen und sich Herausforderungen zu stellen. Der Master of Law and Business ist kein Bummelstudiengang, wir fordern ein Jahr konsequenten Einsatz. Und ich sage bewusst ein Jahr, nicht zwei Semester. Dafür geben wir den Studenten aber viel zurück: Sie lernen nicht nur unglaublich viel, sondern bauen sich durch den engen Kontakt zu den Kommilitonen auch ein gutes Netzwerk auf. Auf der Graduiertenfeier  sind die Studenten oft sehr traurig, dass sie uns verlassen müssen.

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