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Mit einer Horde Studenten unter einem Dach

Studenten im Wohnheim

Quelle: unsplash.com, Helena Lopes

Bist du die kilometerlange Warteliste auf einen Wohnheimsplatz nach oben geklettert und packst endlich deine Koffer, fühlst du dich erst einmal wie ein Glückspilz. Schließlich erwarten dich nun geringe Mieten, kurze Wege zur Uni und immer Gesellschaft. Doch worauf musst du noch gefasst sein, wenn du als Neuling im Wohnheims-Universum ankommst? Fünf Antworten auf Fragen, die du dir früher oder später stellst.

Wie ist mein Zimmer?

 Das Zimmer ist in der Regel ähnlich bescheiden wie der Mietpreis. Wenn dein Studiheimleiter dir also freudestrahlend die Tür zu deinem neuen Reich öffnet, solltest du dich daran erinnern, dass es a) nicht auf die Größe ankommt – mehr als 12 Quadratmeter sind meistens nicht drin –, b) der erste Eindruck nicht immer der bleibende ist – man kann sich irgendwann ja an fast alles gewöhnen und schließlich – c) bei deiner Studiheim-Zelle letztlich die inneren Werte zählen.

Heißt: Deine Studentenbude wird vermutlich durch ein minimalistisch-funktionales Design im Retro-Kasernenlook bestechen. Außer einem Bett, Schrank, Schreibtisch, Regal und einem Stuhl findest du wahrscheinlich noch eine nackte Glühbirne vor, die des Abends auf deinen mattgrau schimmernden PVC-Boden scheint. Doch mit Teppichen, Büchern, Bildern und anderem – möglichst farbenfrohen – Beiwerk kannst du dem militärischen Charme deiner neuen Bleibe durchaus entgegenwirken.  

 Abgesehen davon wird sich ein beträchtlicher Teil deines Studiheim-Lebens ohnehin im großen Wohnzimmer, dem Epizentrum deiner Stockwerk-Community, abspielen – oft mit altehrwürdig ausgesessenen Sofas, auf denen schon unzählige Semester und Generationen gefuttert, gelacht, sich gestritten und wieder versöhnt haben.     

Was sollte ich mir unbedingt zulegen?

 Es heißt, dass man Kinder auch mal im Dreck spielen lassen sollte, um ihr Immunsystem abzuhärten. Man kann nur hoffen, dass deine Eltern diese Regel konsequent befolgt haben. Andernfalls entpuppt sich das Leben im Studentenwohnheim als Angriff der Superkeime auf deine womöglich zartbesaitete Konstitution. Dein erster Weg nach dem Umzug ins Land der glücklichen Mikroben sollte dich daher zum nächsten Kaufhaus führen, um dich mit ausreichend Desinfektionsspray – am besten als mehrmonatiger Vorrat – und einem widerstandsfähigen Paar Badelatschen für den Gang zu den Gemeinschaftsduschen notzuversorgen.

Wer macht sauber?

Es ist nicht so, dass die von den Hausgenossen genutzten Räume keine regelmäßige Reinigung kennen: Üblicherweise rückt dafür wöchentlich eine professionelle Putzkolonne an. Der Knackpunkt sind vielmehr die Tage dazwischen, in denen du – ebenso regelmäßig – Türme an Tellern in allen Stadien der Verschmutzung beim Wachsen beobachten kannst. Dieses Phänomen tritt immer dann auf, wenn sich "keiner" für das Ausräumen der Spülmaschine zuständig fühlt und "niemand" seinen Teller unbemerkt in der Küche aussetzt, bis dieser – je nach Flurstärke – massenweise schmutzige Gesellschaft findet.

Spätestens, wenn einer der Geschirrtürme die Decke erreicht hat, muss sich "jemand" erbarmen oder ein sauberes Machtwort sprechen. In der Regel gibt es für diesen und andere Konflikte, vor denen sich jeder drücken will, das Amt des Flursheriffs – auch Flursprecher genannt –, der mit den Bewohnern auf dem Gebiet Leadership experimentiert.                   

Warum stinkt der Kühlschrank?

Wie überall im Leben ist das Dasein im Studentenheim von einem ständigen Wandel geprägt. Manchmal wechseln die Gesichter, die dir morgens in der Küche begegnen, schneller als deine Socken. Dabei musst du bedenken: Hinter jedem Einzelnen von ihnen steckte einmal ein eigenes Kühlschrankfach voller Lebensmittel, die gegessen werden wollten und in der Hektik eines bevorstehenden Auszugs in Vergessenheit gerieten. Wer kümmert sich schon um ein altes Glas Essiggurken, wenn er nächste Woche den heiß begehrten Masterstudienplatz an seiner Traum-Uni im Ausland antritt?

Als Wohnheimshinterbliebener ist es dir überlassen, im Kühlschrank mit Schutzhandschuhen und zugehaltener Nase Noch-Essbares zu suchen oder das Terrain in den Wochen und Monaten nach einem Kettenauszug auf abgelaufene bzw. sich bereits fortbewegende, ehemalige Nahrungsmittel zu überprüfen.    

Wohin verschwindet mein Essen?

Wenn du dich in der Tugend des Teilens bis dato eher verhalten geübt hast, wirst du unter deinen Mitbewohnern wahre Lehrmeister finden – und zwar auch ohne sie darum zu bitten. Freu dich also nicht zu früh auf die Schokolade, die du dir extra aufgehoben hast, um dich nach dem anstrengenden Lerntag zu belohnen. Nach deiner Rückkehr aus der Bib hat sie sich vielleicht ebenso in Luft aufgelöst wie deine Familienpackung Pizza oder das sorgsam gekühlte Sixpack Bier. Natürlich kannst du dich darüber ärgern und dein kulinarisches Revier ab sofort mit Rotstift markieren.    

Aber schlussendlich sind die unsichtbaren Nahrungsdiebe, die nach dem Weggehen dein Küchenfach für einen kleinen Gute-Nacht-Snack plündern, höchstwahrscheinlich dieselben, die mit dir die ersten Klausuren durchstehen und auch in schwierigen Zeiten immer ein offenes Ohr für dich haben – neben einem Dutzend offener Türen. Auf dem Weg dorthin kannst du sogar die Badelatschen anlassen.    

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