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Wann muss ich etwas ändern?

Wie finde ich bei langanhaltender Unzufriedenheit mit meinem Studium oder meinem Job heraus, ob es sich eher um eine Phase handelt oder ob ich an dem Punkt bin, dass ich etwas ändern muss, um nicht dauerhaft frustriert zu sein?

Das ist sehr individuell. Was ich aber grundsätzlich empfehlen würde, ist, in sich hineinzuhören und Momente zu schaffen, in denen man von dem Leben, das man gerade führt, ein wenig zurücktritt. Dabei geht es darum, zur Ruhe zu kommen und sein Leben von außen zu betrachten. So kann man mehr Klarheit gewinnen, ob die Unzufriedenheit tiefer sitzt, weil sie auch in einer Pause vom Alltagstrudel noch da ist. In so einer Situation kann man sich auf dieses Gefühlt dann auch verlassen.

Wenn man grundlegende Zweifel hat und außerdem schon eine Idee, was eine Alternative sein könnte, finde ich es gut, auch tatsächlich Erfahrungen in diesem Bereich zu sammeln. Denn das kann einen sehr motivieren. Wenn ich jetzt also beispielsweise im BWL-Studium stecke und aber das Gefühl habe, dass ich noch lieber Architektin werden möchte, dann sollte ich erst einmal ein Praktikum machen. Denn da sieht man schnell, ob man sich den Job vielleicht ganz anders vorgestellt hat, als er tatsächlich ist. Solche Testphasen können neue Ideen dann auch einmal relativieren.

Grundsätzlich sollte man aber auch nicht vergessen, zu identifizieren, woher die Unzufriedenheit kommt: Hängt sie mit meiner jetzigen Situation im Studium zusammen? Oder eher mit der Vorstellung, was ich mit diesem Studium später einmal machen werde? Dann hilft es nämlich, mit Leuten zu sprechen, die einen Beruf haben, den man sich wünscht. Man kann sie fragen, was sie studiert haben, und erfahren, wie sie zu ihrem Job gekommen sind. Dann wird man sehen, dass die Studienwahl im Normalfall nicht das Ausschlaggebende ist.

Wenn man einmal an dem Punkt ist, zu sagen: "Ich muss mein Studienfach wechseln" oder "In meinem Berufsleben muss sich etwas ändern" – welches Vorgehen empfehlen Sie?

Zunächst einmal sollte man eine Bestandsaufnahme machen: Was habe ich gelernt? Was kann ich? Was sind meine Talente? Was macht mir Spaß? Auch Persönlichkeitstest wie etwa der kostenlose Online-Stärketest Via oder Gespräche mit Menschen aus dem persönlichen Umfeld sind oft hilfreich. Basierend darauf würde ich Thesen aufstellen, einen vorläufigen Plan machen. Zum Beispiel die These: "Ich wäre eine gute Tierärztin." Und dann überlegen: Wie kann ich diese These prüfen und das ausprobieren? Dabei sollte man auch immer überlegen: Wen kenne ich, der mir weiterhelfen könnte? Wie binde ich mein Netzwerk ein, um an Praktika zu kommen oder zu hospitieren? Da stellt sich natürlich auch die Frage: Wie viel Zeit habe ich, um mich auszuprobieren? Bei wenig Zeit sind zum Beispiel Interviews eine Möglichkeit, Leute zu ihrem Job zu befragen. Oder ich hospitiere und begleite Menschen einen Tag lang bei ihrer Arbeit. Oder ich mache gleich ein ganzes Praktikum. Auch Ehrenämter oder das Anbieten von bestimmten Dienstleistungen sind eine Option – das muss noch nicht einmal gegen Geld sein. Bei Freunden oder Eltern kann man bestimmte Dinge ja auch testen.

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