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Landleben als Student?!

Ich denke, dass es gerade für Studenten schwierig ist, auf dem Land zu leben.

Stadtbewohner

Die Schwierigkeiten des Landlebens fangen schon bei der Verkehrsanbindung an. Wenn ich in die Uni, in die Bibliothek oder zum Einkaufen möchte, gibt es in der Stadt für mich verschiedene Möglichkeiten. Fällt zum Beispiel die S-Bahn aus, dann nehme ich einfach die nächste U-Bahn oder einen der vielen Busse. Auf dem Land warte ich hingegen ewig.

Für die Studie "Mobil auf dem Land" des ADAC wurden die Teilnehmer unter anderem gebeten, ihre Zufriedenheit mit der Taktung der Verkehrsmittel zu bewerten. Das Ergebnis: Lediglich 23 Prozent der Befragten vergaben die Noten 1 und 2, sind also zufrieden oder sehr zufrieden damit, in welchen Abständen Bus und Bahn eintrudeln. Das Auto ist aber wahrscheinlich für die wenigsten Studenten eine Option, denn alleine schon Tanken und Versicherung können ganz schön teuer werden. Und vom Stau im Berufsverkehr ganz zu schweigen …

Der Studentenalltag spielt sich aber nicht nur im Unigebäude ab. Immer wieder stehen Hausarbeiten an, für die ich recherchieren muss. Große Bibliotheken gibt es meist in der Stadt oder direkt an der Uni. Die eigentliche Herausforderung heißt Internetrecherche. 'Schnell' mal was nachschauen? In vielen ländlichen Regionen undenkbar. "In den ländlichen Gebieten ist im Schnitt noch nicht mal jeder zweite Haushalt mit 50 MBit-Leitung versorgt", so die Tagesschau. Wenn man dort also etwas sucht, dann wahrscheinlich das Busticket in die nächstgelegene Stadt mit Internetzugang.

Auch freizeittechnisch lohnt sich die Fahrt in die Stadt. Egal ob Fitnessstudios, ausgefallene Läden oder exotisches Essen: Hier gibt es für fast jeden Geschmack etwas – und das oft in der Nähe. Ich empfinde das als ein großes Stück Lebensqualität und kann mir im Moment nicht vorstellen, für all diese Annehmlichkeiten erst eine längere Fahrt auf mich nehmen zu müssen. Vielleicht kannst du mich ja vom Gegenteil überzeugen?

Das Land kann alles!

Landbewohner

Zur Verkehrsanbindung: Okay, du hast schon Recht damit, dass auf dem Land nicht alle zwei Minuten eine S-Bahn vorbeikommt. Doch ist das in der Stadt so viel besser? Die Bahnen fallen ständig aus und dann musst auch du ewig warten. Die Zeit vielleicht nicht, aber gerade die Nerven spart man sich definitiv auf dem Land. Da es nicht so viele Möglichkeiten gibt, von Ort zu Ort zu kommen, haben fast alle Autos oder nehmen manchmal Taxis in Anspruch. Deshalb kommen sie auch immer pünktlich an, selbst wenn es ein paar Minuten länger dauert als in der Großstadt. Zugegebenermaßen sind Öffis aber für die Umwelt besser, als wenn jeder mit dem eigenen Auto fährt.

Zur Internetverbindung: Also so schlimm ist es jetzt auch wieder nicht! Ich hatte als Kind nur einen einzigen Freund, der so weit weg von Gut und Böse gewohnt hat, dass er gar kein Internet hatte. Davon abgesehen haben die meisten Unis ihre eigenen Bibliotheken und achten schon darauf, dass es in Unistädten gutes Internet gibt. Ich bin mir sicher, dass man an keinem Ort in Deutschland eine Uni, aber kein funktionierendes Internet findet.

Zu den Freizeitangeboten: In einer großen Stadt kann man bestimmt vieles finden, aber nicht immer leicht. Mit Öffis von einer Seite Berlins zur anderen zu fahren dauert auch eine halbe Ewigkeit (falls du mit der Deutschen Bahn überhaupt irgendwo ankommst). Und in der Zeit kommst du auf dem Land auch locker in eine Nachbarstadt, in der du findest, was du willst.

Und überhaupt, braucht es wirklich 15 verschiedene asiatische Imbisse in einer Straße? Realistisch sind die meisten Menschen Gewohnheitstiere und wollen sowieso immer wieder dieselben paar Sachen. Da ist es völlig egal, ob es eine Überfülle an Möglichkeiten gibt, die man sowieso nie alle ausprobieren will und auch nicht kann. Auch wenn es schon stimmt, dass es manche Angebote nur in der Stadt gibt.

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